Grossformatige Gussteile für hybride Karosseriekonzepte

Alu-Strukturguss: Mehr Kapazität für Premium-Autos

| Autor / Redakteur: Klaus Vollrath / Luca Meister

Vollautomatische Druckgiesszelle für Strukturguss im Werk Liberec. Die «Carat»-Druckgiessmaschine befindet sich hinten (in der Bildmitte), davor steht der Entnahmeroboter, rechts der automatische Dosierofen und links der Stanzautomat. Auf dem Förderband liegt ein gestanztes Gussteil.
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Vollautomatische Druckgiesszelle für Strukturguss im Werk Liberec. Die «Carat»-Druckgiessmaschine befindet sich hinten (in der Bildmitte), davor steht der Entnahmeroboter, rechts der automatische Dosierofen und links der Stanzautomat. Auf dem Förderband liegt ein gestanztes Gussteil. (Bild: DGS)

Hybride Karosserien aus Stahl und Aluminium haben sich in Europa etabliert. Mit der Lieferung grossflächiger Strukturgussteile für die Karosserie der neuen Mercedes-C-Klasse stellte DGS ihre Kompetenz unter Beweis. Nächster Schritt des Unternehmens ist nun der Aufbau von Produktions- und Logistikstrukturen.

Die Karosserien europäischer Premium-Hersteller bestehen inzwischen aus hybriden Strukturen. Mit solchen Konstruktionen können erhebliche Gewichtseinsparungen und damit Verbrauchssenkungen erzielt werden. Die DGS Druckguss Systeme AG waltet als Entwicklungspartner für die weltweite Grossserienfertigung derartiger Gussteile und baut demnächst Produktions- und Logistikstrukturen auf, die imstande sind, den Bedarf der europäischen Premiumhersteller in voller Marktbreite nicht nur bezüglich Entwicklungskompetenz und Bauteilqualität, sondern auch mit Blick auf Fertigungskapazitäten und Kostenstrukturen zu bedienen.

Erfolgreicher Technologietransfer

«Die erfolgreiche Begleitung von Mercedes bei der Entwicklung von Aluminium-Strukturgussteilen für die Hybridkarosserie der neuen C-Klasse von Mercedes war für uns ein wichtiger Durchbruch», freut sich Axel Schmidt, Leiter Technik und Verkauf der DGS Druckguss Systeme AG in St. Gallen. Damit habe man unter Beweis stellen können, dass man alle Voraussetzungen mitbringe, um Premiumhersteller nicht nur bei Nischenfahrzeugen, sondern auch bei weltweit produzierten Grossserienmodellen zu beliefern. Dazu gehörte auch, die entsprechende Technologie so beherrschbar zu machen, dass eine reibungslose weltweite Versorgung mit den benötigten Teilen sichergestellt werden konnte. Für drei der weltweit vier Werke, in denen Mercedes die C-Klasse produziert, konnte DGS selbst liefern: Die Teile für Deutschland und Südafrika kommen aus dem DGS-Werk in der Schweiz, die Belieferung des Mercedes-Werks in China erfolgt durch die chinesische DGS-Giesserei in Nansha, die durch Personal aus St. Gallen entsprechend qualifiziert worden war. Für die Fertigung in Amerika wurde ein ortsansässiger Giesser durch Spezialisten von DGS technologisch unterstützt.

Für die Fachleute aus der Schweiz war dieser erfolgreiche Technologietransfer sowohl eine Herausforderung als auch eine Art Ritterschlag für ein weiteres und höheres Qualifizierungsniveau. So mussten an den jeweiligen Standorten, die bisher noch keine Erfahrungen mit solchen Strukturgussteilen hatten, Strategien und Prozeduren für die Qualifikation erarbeitet werden. Auf Grund der Unterschiede im Niveau der Technologiebeherrschung, durch Sprachbarrieren und Mentalitätsunterschiede waren der Aufbau und die Umsetzung der Serienproduktion im Ausland die vielleicht grösste Herausforderung bei diesem Projekt. «Wir bei DGS sind besonders stolz darauf, als erster europäischer Druckgiesser diese enorme Herausforderung angenommen und erfolgreich bewältigt zu haben», sagte Axel Schmidt damals nach erfolgreichem Produktionsstart.

Schritt in die Breite des europäischen Premium-Marktes

«Schon zu diesem Zeitpunkt war uns klar, dass wir in Zukunft mit einem rasch wachsenden Bedarf derartiger Teile auch für andere Modelle und Automobilhersteller zu rechnen hatten», ergänzt A. Schmidt. Dies liess sich unschwer an der hohen Zahl von Anfragen sowie anlaufenden Entwicklungsprojekten erkennen. Neben Mercedes sei man auch mit anderen Premiumherstellern wie Audi, Porsche und BMW im Gespräch. Damit war klar, dass der sich allein schon in Europa abzeichnende Bedarf mit den in St. Gallen verfügbaren Kapazitäten auf gar keinen Fall abgedeckt werden könnte. An eine substanzielle Ausweitung der dort vorhandenen Kapazitäten war wegen der beengten Platzverhältnisse nicht zu denken, und ein kompletter Firmenneubau auf einem ausreichend dimensionierten Gelände kam auch aus einem anderen Grund nicht infrage: Der aktuell sehr starke Schweizer Franken wäre vor allem für Fahrzeuge des mittleren bis unteren Preissegments zu einem schwer und in manchen Fällen gar nicht überwindbaren Handicap geworden. Es musste also nach Wegen gesucht werden, einen Teil der entsprechenden Produktion im kostengünstigeren Ausland abzuwickeln. Bedingung und Vorgabe hierfür war allerdings, das gewohnt hohe Qualitätsniveau der Schweizer auch dort zuverlässig darzustellen. In dieser Situation beschloss DGS als erste europäische Druckgiesserei, in Tschechien die Produktion von grossformatigen Strukturgussteilen aufzubauen.

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