Aluminiumprodukte

Aluminium Laufen AG sorgt für sanfte Landungen

| Autor / Redakteur: Luca Meister / Luca Meister

Flughafen München: Die Firma Europoles Suisse hat sich spezialisiert auf absenkbare Beleuchtungssysteme für Flughäfen, Autobahnen oder Stadien.
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Flughafen München: Die Firma Europoles Suisse hat sich spezialisiert auf absenkbare Beleuchtungssysteme für Flughäfen, Autobahnen oder Stadien. (Bild: © pwmotion - Fotolia.com)

Die Aluminium Laufen AG hat sich vom Halbzeug­lieferant zum Komplettanbieter für massgeschneiderte, einbaufertige Strangpressprofile gewandelt. Hiervon profitiert zum Beispiel die Europoles Suisse GmbH, die absenkbare Beleuchtungs- und Kamerasysteme sowie Helikopterlandeplätze herstellt. Die Erfolgsgeschichte reicht von Europa über den mittleren Osten bis nach Korea.

Eine grüne Wiese und ein paar Industriegebäude neben dem nördlichen Pistenende des Flugplatzes Mollis, unweit der Marenco Swisshelicopter AG. Flugzeug- und Heli­kopter­geräusche nähern und entfernen sich wieder. Hier, zwischen steil hinaufragenden Bergfüssen, sitzt eine 18-Mitarbeiter-Firma, die trotz hoher Berg­kulisse Weitsicht bis in den mittleren Osten ge­niesst: die Europoles Suisse GmbH. Vor 20 Jahren als Nivatec gegründet, seit 10 Jahren als komplett selbständige Tochter in die Europoles GmbH & Co. KG integriert, hat sie sich etabliert als Technologieführerin für Absenksysteme mit Beleuchtung oder Überwachungskameras sowie Beleuchtungssysteme für Flughäfen, Autobahnen oder Stadien. Nach einer direkten Anfrage der Rega, die in Mollis eine Basis betreibt, stellt die Firma seit 2015 auch Helikopterplattformen her. Zum Team von Europoles Suisse gehören auch sieben Mitarbeiter, die im Europoles-Mutterhaus in Deutschland arbeiten, und drei Leute, die in Dubai beschäftigt sind.

Ob Beleuchtungen für den Flughafen Zürich, München oder Dubai, Stadion-Flutlichter (z. B. für die Fussball-WM 2002 in Korea) oder Beleuchtungssysteme für den Privatflughafen des Saudischen Königs in Jeddah (der 14 Abstellplätze umfasst); die Lösungen von Europoles Suisse sind weltweit im Einsatz. René Vuillemin, Geschäftsführer des Unternehmens: «Die Aviatik ist momentan ein echter Treiber im mittleren Osten. Als konkurrenzfähiger Schweizer Anbieter liefern wir schlüsselfertige Systeme in diese Re­gion.» Der Aviatik-Anteil am BIP im mittleren Osten soll bald eine Steigerung von 28 auf 35 Prozent erleben, also ein attraktiver Markt. René Vuillemin ist zudem Leiter der sich im Aufbau befindenden Helikopterfachgruppe des Swiss Aerospace Cluster, eines Netzwerks mit Niederlassung in Dubai.

Modular aufgebaut, vibrationsfrei, wetterfest

Die Aluminium-«Helipads» von Europoles Suisse besitzen im Vergleich zu Konkurrenzprodukten aus Beton viele Vorteile: Sie sind leicht, schnell montierbar, schnell abtau- oder kühlbar und nicht riss­anfällig. Die FEM-berechneten und für Crashfälle (das 2,5-fache Gewicht des Helikopters muss die Plattform im Lande­feld aushalten) ausgelegten Landeplätze besitzen ausserdem als Alleinstellungsmerkmal eine innovative Gebäude-Entkopplung, die sowohl Vibrationen als auch Schall dämpft. Denn beispielsweise in Krankenhäusern sind Ärzte sowie Patienten im OP-Saal auf eine komplett vibrationsfreie Umgebung angewiesen. René Vuillemin fährt fort: «Wie alle anderen unserer Produkte haben wir unsere modular aufgebauten Heliports in Eigenregie entwickelt. Wir haben damit nicht nur ein qualitativ hochwertiges Produkt auf dem Markt, sondern auch ein verhältnismässig günstiges.» Um sich von der Konkurrenz noch mehr abzuheben, sind die Heliports feuerfest. Sie wurden unter einer Last von drei Tonnen Beton im Brand getestet. Ebenso können die Plattformen via Abscheider entwässert werden – für den Notfall.

Damit die aus Aluminiumprofilen bestehende Landeplatzfläche stabil ist, klimatische Bedingungen aushält und die Montage speditiv abläuft, zählen die Glarner neben den Steuerungen der Deutschen Partnerfirma BATT auf massgeschneiderte Aluminiumprofile der Aluminium Laufen AG. Die mit einer höherfesten Aluminiumlegierung ausgelegten Profile enthalten Heizkanäle für die Wasser-Glykol-Mischung (für den mittleren Osten sind auch Kühl­varianten erhältlich, damit keine Helikopter aufgrund der Hitze auf der Plattform «ankleben»), Überlappungen, welche die Montage vereinfachen, Isolations­material oder Nuten, um Verbindungsstellen zu «markieren». Die von der Aluminium Laufen auf Kundenwunsch individuell ausgelegten Strangpress­profile erfüllen dem Anwender somit auch funk­tio­nale Anforderungen.

Tonnagen-Gedanke ist passé

Aus der Sicht der Aluminium Laufen AG sind solche Herausforderungen nicht neu. Seit einigen Jahren setzt der Aluminiumspezialist intensiver auf technische Beratung hinsichtlich Materialwahl, Profilform sowie Herstellbarkeit und unterstützt seine Kunden schon während des Engineeringprozesses. Der ursprüngliche Halbzeughersteller hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Alles-aus-einer-Hand-Anbieter gewandelt, der komplette Baugruppen inklusive Oberflächenfinish liefert und in der Lage ist, Muster für Prototypen rasch zu liefern. Die Baselländer setzen dabei neben einem verstärkten Kundendialog auf schnellen Service und Just-in-time-Lieferung. Michael Späth, Verkaufsleitung und Mitglied der Geschäftsleitung der Aluminium Laufen AG, ergänzt: «Wir sind in der Lage, sowohl Profile mit hohen Festigkeitsanforderungen als auch solche mit hohen Ansprüchen an Design oder Oberflächen zu fertigen.»

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Aluminium Laufen

Die Aluminium Laufen bietet somit ihren Kunden Unterstützung hinsichtlich Konstruktion, Funktion und Logistik. Michael Späth erklärt hierzu: «Wir sind das Schnellboot unter den Halbzeugherstellern. Wir produzieren individuell ausgelegte Bauteile und haben uns auf die KMU-Landschaft spezialisiert, die Flexibilität erfordert. Da wir extrem schnell sind und auch kleine Losgrössen liefern, können unsere Konkurrenten aus dem Ausland meist nicht mithalten.»

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