Prothesen für echte Lebensqualität

 

15.06.2010 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM

 

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Welche Vorteile bringen massgeschneiderte Prothesen den Patienten?

Plé: Allgemein gewährleisten solche Prothesen eine bessere Funktionsfähigkeit der Hüfte. Dies ist speziell wichtig für physisch sehr aktive Patienten. Der Einsatz einer Prothese nach Mass «Custom» zeigt sich in einer rascheren Erholung nach der Operation dank dem innigen Kontakt zwischen Prothese und Knochen des Patienten.Das neuentwickelte Kniegelenkimplantat «FIRST» von Symbios Orthopédie trägt den neusten biomechanischen und chirurgischen Kenntnissen Rechnung. Dank unmittelbarer Gelenkstabilität und exzellenter Mobilität, kann diese Prothese die Funktionsweise eines gesunden Knies bestmöglich nachvollziehen.

Wie verläuft die mechanische Herstellung der Prothesen?


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Plé: Die Prothesen nach Mass werden auf italienischen und japanischen Bearbeitungszentren mit fünf Achsen hergestellt. Damit werden hochkomplexe Formen genau nach den von uns entwickelten Software-Programmen gefräst. Die geometrischen Grundlagen zur Bearbeitung von Prothesen nach Mass werden von patientenspezifischen Scanneruntersuchungen geliefert. Eine Gruppe von fünf Ingenieuren entwickelt anschliessend das Software-Programm zur Fabrikation. Bei Symbios Orthopédie ist der gesamte Prozessablauf nach ISO 13485 zertifiziert. Zur Herstellung orthopädischer Implantate werden etwa 20 verschiedene Werkstoffe verwendet, so zum Beispiel Titanlegierungen, Chrom-Kobalt-Stahl, Keramik und Polyethylen. Diese entsprechen den aktuellen europäischen Normen und Vorschriften bezüglich Konzeption und Herstellung. Zu jeder Prothese ist die entsprechende Dokumentation über deren Entwicklung, Fabrikation und Rückverfolgbarkeit sowie den klinischen Testresultaten vorhanden. Die Entwicklungszeit einer neuartigen Prothese dauert etwa fünf Jahre.

Mit welchem Ziel wird die numerische Simulation eingesetzt?

Plé: Symbios Orthopédie bietet den Chirurgen eine Software für die Planung und die Simulation einer Hüftprothesen-Implantation an. Dieses Programm erlaubt die minutiöse Planung und Kontrolle der anatomischen Rekonstruktion sowie die Korrektur eventueller Anomalien wie zum Beispiel unterschiedliche Beinlängen. Mit andern Worten: Diese Technologie hilft den Chirurgen in der Wahl und der Positionierung des Implantats vor und während des operativen Eingriffs. Es handelt sich also um eine Simulation der eigentlichen Operation, um eventuelle Probleme bereits im Vorfeld des Eingriffs zu erkennen.

Inwiefern unterscheidet sich die Montagelinie für Prothesen von anderen?

Plé: Die Montagelinie für Prothesen ist insofern spezifisch, als dass sie in einem Sterilraum endet. Dort werden die Prothesen unter Sterilisation mit Gammastrahlen fertig gestellt, damit sie im Einsatz beim Patienten keine Entzündungen hervorrufen. Diese ausserordentlich delikate und stark reglementierte Schlussphase wird von einem auswärtigen Spezialunternehmen erledigt.

Werden weitere Aufgaben von Unter­lieferanten übernommen?

Plé: Ja, Symbios Orthopédie arbeitet mit verschiedenen Unterlieferanten zusammen, so zum Beispiel für Bearbeitungen wie Drehen, Polieren und Honen zahlreicher mechanischer Teile. Weiter werden auch Oberflächen- und Härtebehandlungen sowie die Fabrikation chirurgischer Instrumente von Unterlieferanten übernommen. Dabei kommen hauptsächlich schweizerische und europäische Lieferanten der Uhrenindustrie zum Zug, weil diese auch die gleichen Technologien und Maschinen wie wir selbst verwenden.

Wie ist die Lagerbewirtschaftung der Prothesen organisiert?

Plé: Das Unternehmen liefert den Chirurgen einen Lagerbestand an Standardprothesen, welcher jederzeit erneuert werden muss. Zudem verfügt es selber über einen sehr hohen Lagerbestand, weil jede Standardprothese eine Fabrikationszeit von zwei Monaten beansprucht. Die Lagerbewirtschaftung ist deshalb eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Kapitalbindung der Investitionen.

Wie sehen die wirtschaftlichen Kenn­daten von Symbios Orthopédie aus?

Plé: Das Unternehmen in Yverdon-les-Bains besitzt vier Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und Italien sowie Vertriebshändler in zwanzig europäischen Ländern. Unsere Endkunden sind Chirurgen, die ausschliesslich in europäischen Spitälern und Kliniken arbeiten. Heute beschäftigt Symbios Orthopédie 100 Personen, wovon zahlreiche Ingenieure; letztes Jahr haben wir trotz Wirtschaftskrise 20 Leute neu eingestellt. Unsere Jahresproduktion beläuft sich auf etwa 10000 Prothesen; 90% davon sind Standardimplantate. Vom Jahresumsatz entfallen 75% auf den Export; die jährliche Zuwachsrate liegt bei etwa 15%. Die Verkaufszahlen der Hüft- und Kniegelenkprothesen machen 90% respektive 10% der Einnahmen aus. Diese Verteilung wird sich langsam ausgleichen, denn wir werden in Anbetracht der ausserordentlichen Marktentwicklung des Sektors, künftig mehr Kniegelenkprothesen herstellen. Aufgrund der allgemein höheren Lebenserwartung der Bevölkerung wird die Herstellung von Hüftprothesen weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben. Weil seine Hauptkonkurrenten aus Amerika kommen, ist Symbios Orthopédie eine echte europäische Alternative, weil ihre Implantate ausschliesslich in Europa hergestellt und eingesetzt werden.
Autor
Didier Planche, selbständiger Journalist
Übersetzung
Werner Grollimund, Aigle
Information
Symbios Orthopédie AG
Avenue des Sciences 1
1400 Yverdon-les-Bains
Tel. 024 424 26 26, Fax 024 424 26 27
info@symbios.ch, www.symbios.ch

Ergänzendes zum Thema

 + Beruflicher Werdegang von Jean Plé

Mit einem Abschluss als Diplomingenieur des Polytechnischen Instituts Grenoble und einem MBA der US-Universität Denver, war Jean Plé für acht Jahre Vize-Präsident ...
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