Hydraulik transportiert 23000 t schwere Bauteile

 

15.06.2010 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM

 

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Die Errichtung eines der grössten See-Sperrwerke Europas zum Schutz der historisch einmaligen Handelsstadt Venedig vor dem Untergang geht in die heisse Phase. Seit Rexroth im Sommer 2009 die Hydraulik für ein Transfersystem in Betrieb genommen hat, transportiert dieses bis zu 23000 Tonnen schwere Betonblöcke zur Verladestation. Sie bilden die Basis für das «mobile» Sperrwerk MOSE, das die Lagune von Venedig vor den Springfluten des Mittelmeers schützt.


Transfersystem für das Fundament: Hydraulik von Rexroth transportiert die bis zu 23000 Tonnen schweren Betonfertigteile von der Giessstation zur Verladestation für den Seetransport. Das 1600 Meter lange Betonfundament auf dem Meeresgrund nimmt die beweglichen Fluttore auf.
Die Gondeln auf dem Canale Grande, der Markusplatz und die prachtvollen Dogenpaläste: Venedig ist eine der weltweit grössten Touristenattraktionen und beherrschte nahezu ein Jahrtausend den Ost-West-Handel im Mittelmeer. Aber die 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Lagunenstadt droht zu versinken. Mehr als fünfzig Springfluten allein seit 1993 zerstören nach und nach die gesamte Bausubstanz und gefährden die Zukunft dieser historisch einmaligen Stadt. Darum soll ab 2012 ein mobiles Sperrwerk, das Modulo Sperimentale Elettromeccanico, kurz MOSE, die Lagune von Venedig vor dem hereinströmenden Mittelmeer schützen.
Das Sperrwerk basiert auf dem Prinzip des Luftauftriebs. In einer Betonkonstruktion auf dem Grund der Lagunenöffnungen zwischen den Inseln vor Venedig ruhen dicht nebeneinander 79 hohle Fluttore aus Stahl. Sie sind über ein Gelenk mit dem Fundament verbunden. Im Ruhezustand liegen sie flach auf dem Boden. Bei drohendem Hochwasser presst Druckluft das Wasser aus den 20 Meter breiten und 5 Meter dicken Stahlkörpern und sie richten sich innerhalb von 30 Minuten auf. Das mobile Sperrwerk schottet die Lagune gegen Springfluten bis zu 3 Meter Höhe ab; die höchste Springflut erreichte bisher 1,94 Meter.

Hydraulisches Schwerlast-Transportsystem


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Nach den Vorbereitungen des Meeresboden begann im Sommer 2009 das Legen des rund 1600 Meter langen Betonfundaments, das die Fluttore aufnimmt. Es besteht aus bis zu 23000 Tonnen schweren Betonfertigteilen in den Ausmassen eines Fussballfeldes.
Für diese Fundamente der XXL-Grösse hat die norwegische TTS Handling Systems, ein weltweit führender Ausrüster rund um Transfersysteme und Stahlblech-Produktionslinien für Werften, ein Schwerlast-Transportsystem errichtet. Es verbindet die Giessstation an Land mit der Ver­ladeeinrichtung für den Seetransport. Rexroth zeichnet als Systempartner für die Projektierung, Lieferung und Inbetriebnahme der hydraulischen Hebe- und Fahreinrichtung verantwortlich.
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