RFID: Ein Chip erobert unaufhaltsam neue Märkte
28.06.2010 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM
Reisepässe mit biometrischen Daten; Grossverteiler, welche die Preise der Waren mittels Lesegerät schon im Einkaufswagen statt an der Kasse erfassen; Chips unter der Haut mit Informationen für den Notarzt; die lückenlose Verfolgbarkeit von Objekten und Personen: Radio Frequency Identification (RFID) machts möglich. Der Bericht beschreibt die Technik und zeigt Einsatzmöglichkeiten.
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RFID ist eine elektronische Markierungstechnologie, mit der Daten berührungslos und ohne Sichtkontrolle gelesen und gespeichert werden können. Als «Etiketten» dienen winzige Mikrochips, sogenannte Transponder. Die Chips werden von einem Lesegerät angesteuert und senden die auf ihnen gespeicherten Informationen per Funk, ohne Batterie, zurück an das Lesegerät (die benötigte Energie wird in der Regel dem elektromagnetischen Feld des Sendegeräts entnommen).
Die Funkchips sind millimetergrosse Winzlinge, die in verschiedensten Ausführungen auf dem Markt sind. Ihr Aufbau ist einfach: eine Antenne, ein analoger Schaltkreis zum Empfangen und Senden sowie ein digitaler Schaltkreis und ein permanenter Speicher. Bei den meisten RFID-Anwendungen enthält der Mikrochip einen elektronischen Produktecode (Electronic Product Code, EPC), eine weltweit eindeutige Identifikationsnummer.
Rasante Marktausdehnung
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Im Jahre 1960 wurden die ersten Vorläufer der RFID-Technik auf den Markt gebracht, um als Warensicherungssysteme (Electronic Article Surveillance, EAS) Diebstähle zu unterbinden. Damals konnte nur 1 Bit an Informationen übertragen werden. Ab 1980 ersetzten weiterentwickelte RFID-Techniken in mehreren amerikanischen Bundesstaaten und in Norwegen konventionelle Mautsysteme. Ums Jahr 2000 führte dann die Massenproduktion von Transpondern zu einem starken Preisverfall, was zu ungeahnten, völlig neuen Anwendungen führte.
In der Schweiz wird RFID seit ein paar Jahren in Badges bei Zugangskontrollen zu Gebäuden und Skiliftstationen eingesetzt. In Bibliotheken ersetzen RFID-Techniken immer öfter den Strichcode und in Warenhäusern dienen sie als Diebstahlwarneinrichtungen. In Deutschland verwenden mehrere grosse internationale Handelsketten bei verschiedenen Warengruppen RFID-Chips. Die Vorgaben dieser Handelsketten sowie diejenigen des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums zwingen immer mehr Hersteller beziehungsweise Zulieferfirmen, auch in der Schweiz, RFID-Transponder in ihre Produkte zu integrieren.
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