Innovative Bauteile aus neuartigem Material

 

04.08.2010 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM

 

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Die Icotec AG in Altstätten entstand im Jahr 2000 als Spin-off der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich nach Forschungsprojekten über biokompatible Werkstoffe und Bauweisen. Das Unternehmen startete mit der Aufgabe, industrielle Anwendungen für ein innovatives Composite-Flow-Moulding-(CFM-)Verfahren zu entwickeln. Ein PLM-System erleichtert dabei die Definition von Produkten und Prozessen nach strengsten Zulassungsbedingungen.


Biokompatibles Bauteil: Der ETurn ersetzt eine menschliche Bandscheibe. Durch eine Beschichtung mit Titan verwächst das Implantat besser mit der Knochenmasse.
Das Ausgangsmaterial ist ein sogenannter Faserverbundwerkstoff, der sich aus Hightech-Kunststoffen zusammensetzt, die mit über 50 Prozent Endlosfasern aus Kohlenstoff oder Glas verstärkt sind. Das Material wiegt etwa ein Fünftel von Stahl, ein Drittel von Titan und circa die Hälfte von Aluminium. Daraus lassen sich hochbelastbare Produkte herstellen, die nicht korrodieren, elektrisch wie thermisch isolierend sein können und keinerlei Signalstörungen hervorrufen. Dies gilt als wichtiger Vorteil für medizinische Implantate: Röntgenaufnahmen bleiben dadurch verzerrungsfrei und genau. Auch Biokompatibilität, Ermüdungsfestigkeit und lange Lebensdauer gehören zu der einzigartigen Kombination von Eigenschaften des neuen Werkstoffs, der bei Icotec in einem eigens entwickelten Fliess-Press-Verfahren, einem modifizierten Spritzgiessprozess unter Hitzeeinwirkung verarbeitet wird.

CAD für viele Anwendungsgebiete

Anfangs untersuchte das Jungunternehmen Icotec AG mögliche Anwendungsfälle in allen Branchen der Industrie. «Dadurch kamen wir mit allen gängigen 3D-Systemen in Berührung», sagt Ramon Hüppi, Projektleiter bei Icotec. 3D-Modelle mussten für erste Analysen übernommen werden, eigene Bauteile, zum Teil mit komplexen Freiformflächen, ausgearbeitet, berechnet und ansprechend kommuniziert werden. Nur ein leistungsfähiges 3D-System der Spitzenklasse konnte die heterogenen Anforderungen der verschiedensten Bereiche erfüllen. Schliesslich musste zu jedem abgesicherten Bauteil ein Fertigungswerkzeug in wirtschaftlicher Inlay-Technik entwickelt werden. Alle diese Aufgaben wurden zunächst mit I-deas gelöst, das Siemens PLM Software 2007 mit Unigraphics in NX zusammenführte. Heute konzentriert sich das Unternehmen mit drei CAD-Arbeitsplätzen, ergänzt von Teamcenter als PDM-System, auf zwei besonders anspruchsvolle Branchen: «Nach Experimenten und Prototypen auf vielen möglichen Anwendungsgebieten konzentrieren wir uns auf Medizintechnik sowie zivile und militärische Luftfahrt», sagt Roger Stadler, Geschäftsführer von Icotec.

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