Quereinsteiger mit grauen Haaren gegen den Lehrlingsmangel?

 

06.09.2010 | Redakteur/Autor: SMM

 

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Der Lehrlingsmangel ist eine Tatsache, ebenso wie die Probleme der Sozialversicherungen. Auch wenn sowohl Invaliditätsversicherung wie Unfallversicherung die Anzahl der Neuverrentungen stark reduzieren konnten, bleiben die finanziellen Probleme. Können durch die Aufnahme von Quereinsteigern in Berufslehren zwei Problemstellungen angegangen werden?Von Christof Burkard, Leiter Politik, Wirtschaft und Recht


Das Bundesamt für Statistik prognostiziert für die Jahre zwischen 2007-2016 einen Schülerrückgang von 13 Prozent in der Sekundarstufe I. Gleichzeitig zeigen die Vorhersagen, dass vermehrt Schüler aus der erweiterten Sekundarstufe I in eine gymnasiale Maturitäts- oder Mittelschule übertreten werden. Für den Arbeitgeber- und Berufsverband Swissmechanic mit den angeschlossenen Betrieben bedeutet dies, dass die Lehrstellennachfrage in Zukunft zurückgehen wird. Gleichzeitig werden die kleinen und mittleren Swissmechanic-Betriebe Mühe bekunden, ihre offenen Lehrstellen mit interessierten und vor allem technisch begabten Volksschulabgängern zu besetzen.
Die Invaliditätsversicherung ist demgegenüber massiv unterfinanziert, weshalb zu ihrer Sanierung nun seit der 5. IV-Revision massive Anstrengungen zur Sanierung vorgenommen wurden. Ein Hauptkostenfaktor sind die Rentenleistungen. Ein einzelner Fall, der in der Mitte des Berufslebens bis zu seiner ordentlichen Pensionierung invalidisiert wird, kostet die Sozialversicherungen sehr rasch eine Million. Im Rahmen derselben Revision vor bald vier Jahren wurde zum ersten Mal die Reintegration von Invaliditätsfällen im grossen Umfang bekanntgemacht. Die Invaliditäts-Verfahren sollten von ihrem Status der Einbahnstrasse Richtung Rente befreit werden. Zum einen sollte der Invaliditätsgrad regelmässig überprüft werden, zum andern sollte über ein aktives Case Management und Früherfassung rechtzeitig reagiert werden.
Umschulung war immer ein Instrument von Unfallversicherungen und IV. Neu war die massive Propagierung und verstärkte Schaffung von spezialisierten Case Managern. Jeder Invalide, dem ermöglicht wird, auf gleichem oder sogar auf höherem Niveau berufstätig zu bleiben, entlastet unsere Sozialversicherungen enorm.

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Ergänzendes Potenzial - Umschulung von Quereinsteigern?

Die grossen Sozialversicherungen IV, UVG und ALV finanzieren seit Jahren Umschulungen für Quereinsteiger. Es stellt sich zu Recht die Frage, ob nicht Swissmechanic mit einem besonders hohen Anteil an KMU und Meisterlehren prädestiniert wäre, Umschulungen anzubieten und diese auch gezielt langfristig als eine Säule der künftigen Ausbildungspolitik zu nutzen. Die Mitglieder von Swissmechanic bieten mit ihrem spezifischen Ausbildungswesen in der Regel ideale und viel bessere Einstiegsmöglichkeiten als andere verschulte Integrationsmodelle. Die klassische Meisterlehre, wie sie bei den Swissmechanic-Betrieben vorherrscht, bietet viel angemessenere Ausbildungsplätze als eine viel stärker verschulte Lehrlingsausbildungsstätte. Hier haben wir etwas sehr Spezifisches zu bieten.
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