Biglia-Doppelspindler mit schnellem LR Mate automatisiert

Fertigung nur mit Auftrag

| Redakteur: Silvano Böni

Um alle Operationen der Ventilfertigung auf einer Maschine erledigen zu können, wurde von Robofact ein Fanuc-Roboter in die Bearbeitungsmaschine von Biglia integriert.
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Um alle Operationen der Ventilfertigung auf einer Maschine erledigen zu können, wurde von Robofact ein Fanuc-Roboter in die Bearbeitungsmaschine von Biglia integriert. (Bild: Bernhard Foitzik)

Bei Spezialventilen ist die Eugen Seitz AG aus Wetzikon in ihrem Element. Bei automatisierten Fertigungszellen ist sie es inzwischen ebenfalls. Ein sechsachsiger LR-Mate-Roboter liefert aus einem Palettenturm Rohteile in eine Doppelspindel-Maschine mit drei Revolvern. Der Gewinn hat viel mit Zeiten zu tun: kürzere Durchlaufzeiten, längere autonome Bearbeitungszeiten.

Wenn bei der Eugen Seitz AG heute von Serienproduktion die Rede ist, sind Losgrössen bis 300 oder 400 Stück gemeint. Das ist für einen Hersteller «anspruchsvoller Ventiltechnologien» sehr achtbar, denn das 1958 gegründete Unternehmen konzentriert sich auf die Zielmärkte PET, Alternative Fuel Systems und EPS. Das Segment PET umfasst Ventile, aber auch Systemlösungen für Blasformmaschinen. Zu Fuel-System-Komponenten gehören Ventile für Erdgas und Wasserstoff. Und EPS steht für Engine and Power Systems, hauptsächlich Ventile für Diesel- und Gasmotoren sowie Kraftwerke. Schon aus den Anwendungen ist zu erkennen, dass es eher auf Technologie als auf Massenproduktion ankommt.

Bei der Produktion solcher Spezialitäten glaubte man früher, es lohne sich nicht, für wenige Ventile pro Auftrag immer gleich mehrere Maschinen einrichten zu müssen. Von Komplettbearbeitung war noch nicht die Rede. Also produzierte man Halbfabrikate oder gleich fertige Komponenten – und legte einen Teil davon auf Lager. Das mag einmal «richtig» gewesen sein. Arnold Camenisch, bei Seitz für die Fertigung verantwortlich: «Heute haben wir nur noch Rohmaterial gelagert und fertigen auftragsbezogen.»

Entscheidendes Kriterium: Mit dem aktuellen Equipment sind die Durchlaufzeiten sehr viel kürzer geworden. Denn die neue Biglia-Doppelspindel-Maschine mit drei Revolvern fertigt die Komponenten komplett. Der Fertigungsleiter: «Unser Ziel ist es, alle Operationen auf einer Maschine zu erledigen.» Dazu hat sich Seitz vom Systemintegrator Robofact, Gossau, eine ganze Zelle auf Basis dieser Maschine planen und bauen lassen. Über Maschinenpartner BWB Werkzeugmaschinen sei man auf das Projekt aufmerksam geworden und habe die Anforderungen des Kunden hinsichtlich Autonomie und Betriebsanforderungen zu einem Gesamtkonzept verarbeitet. Robofact-Geschäftsführer Roland Egli: «Im Prinzip haben wir ein Standardkonzept auf den speziellen Anwendungsfall angepasst.»

Sein Gegenüber Camenisch ergänzt: «Was uns beim Robofact-Konzept von Anfang an gut gefallen hat, war das einfache Bedienkonzept. Im Alltag sollte die Maschine von freiem Personal bedient werden können.» Sind die Programme für CNC- und Robotersteuerung erst einmal erstellt, läuft die Anlage tatsächlich in der Praxis so einfach wie gewünscht.

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