Hochleistungs-Fräszentrum von Reiden Technik AG

Effizienter dank optimierter Hydraulik

| Autor / Redakteur: Klaus Vollrath / Anne Richter

Mit einem Arbeitsraum von 4000 x 1200 x 1500 mm ist die BFR24 die grösste Bettfräsmaschine im Programm der Reiden AG.
Mit einem Arbeitsraum von 4000 x 1200 x 1500 mm ist die BFR24 die grösste Bettfräsmaschine im Programm der Reiden AG. (Bild: Klaus Vollrath)

Für bestimmte Funktionen kommen bei Werkzeugmaschinen Hydrauliken zum Einsatz. Dank neuer Entwicklungen haben sich die früher als lautstarke Energiefresser verrufenen Hydrauliken gewandelt, die – diskret unter der Maschinenverkleidung integriert – wichtige Hilfsfunktionen übernehmen.

«Moderne Werkzeugmaschinen müssen heute nicht nur Bestleistungen bei der Bearbeitung von Werkstücken aufweisen, sondern auch energieeffizient sein», weiss Daniel Lustenberger, Leiter Marketing und Verkauf der Reiden Technik AG in Reiden. Das mittelständische Unternehmen ist Hersteller von hochpräzisen 5-Achs-Fräszentren für die Schwerzerspanung von Werkstücken mittlerer Grösse, die dank ihrer Robustheit und Präzision einen weltweit hervorragenden Ruf geniessen. Aufgrund entsprechender Forderungen der Politik werden solche industriellen Anlagen heute zunehmend auch mit Blick auf ihre Energieeffizienz auf den Prüfstand gestellt. Aus diesem Grund setzte die Reiden AG zunächst bei ihren Neuentwicklungen der RX-Serie auf eine umfassende Neukonzeption der Hydrauliksysteme, die bei diesen Maschinen zahlreiche Hilfsfunktionen z. B. bei Achsverriegelungen, beim Werkzeugwechsel sowie bei der Werkzeug- und Werkstückspannung übernehmen. Im Unterschied zum früher üblichen Vorgehen realisiert Reiden diese Systeme heute nicht mehr in Eigenregie. Stattdessen wählte man hierfür mit der Hawe-Hydratec AG aus Perlen einen langjährig bewährten Zulieferpartner, mit dem man auf diesem Gebiet bereits seit 2008 eng zusammenarbeitet.

BFR2: Die Modernisierung eines Flaggschiffs

«Jüngstes Projekt war dann die Modernisierung unseres Flaggschiffs, der BFR2», ergänzt D. Lustenberger. Diese grossformatige Bettfräsmaschine ist in verschiedenen Baugrössen mit Arbeitsraum­abmessungen bis zu 4000 x 1200 x 1500 mm und Palettenzuladungen bis zu 5000 kg erhältlich. Die als hochpräzises «Arbeitspferd» geschätzte BFR2 erfreut sich weltweit einer lebhaften Nachfrage. Ihre Hydraulik übernimmt zahlreiche Hilfsfunktionen bis hin zum Gewichtsausgleich der Z-Achse und der Durchbiegungskompensation für den Getriebebalken des Fräskopfs. Sie war jedoch noch in herkömmlicher Weise ausgelegt: So lief die Pumpe kontinuierlich gegen ein Überdruckventil, um den geforderten Öldruck aufrechtzuerhalten und zudem Leckageverluste in den Ventilen zu kompensieren, und die Ventile benötigten erhebliche Steuer­leistungen. Weitere Nachteile waren der hohe Geräusch­pegel der ständig laufenden Pumpe und Beschädigungsrisiken für das aussen beigestellte Aggregat und die Verbindungen bis zur Maschine.

Komplettes Upgrade der Hydraulik

«Aufgrund der ungebrochenen Beliebtheit der BFR2-Baureihe entschied man sich bei Reiden Mitte 2016 für ein komplettes Upgrade im Bereich der Hydraulik», sagt Andy Brunner, Vertriebsmitarbeiter bei Hawe-Hydratec AG. Aufgrund des guten gegenseitigen Vertrauensverhältnisses entschied sich Reiden bei dieser Aufgabe erneut für Hawe-Hydratec als Gesamtpartner. Da hierbei auch die Einpassung der neuen Hydraulik in die Gesamtmaschine zu lösen war, arbeiteten Entwickler beider Firmen eng und partnerschaftlich zusammen. Das Ergebnis war ein sehr kompaktes Hydraulikaggregat, das von Hawe-Hydratec komplett gefertigt und geliefert wird. Die vollständige Integration in die Maschine verringert den Flächenbedarf, und die Hydraulik ist unter der Abdeckung zudem gegen Beschädigungen geschützt. Zu den Besonderheiten der neuen
Lösung gehört die vollständige Umstellung auf Speicher­lade­betrieb, d. h. die Pumpe füllt zunächst einen Gasdruckspeicher. Hieraus wird anschlies­send die für die Betätigung der Hydraulik benötigte Energie entnommen, bis ein definiertes Mindest-­Druckniveau unterschritten wird. Daraufhin läuft die Pumpe wieder an und lädt den Speicher erneut auf. Dadurch konnte die Einsatzdauer der Pumpe je nach Betriebsweise auf teils sogar weniger als 10 % gesenkt werden. Dementsprechend verringern sich auch der Verschleiss des Aggregats und damit die Wartungsaufwendungen.

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Ergänzendes zum Thema
 
Die Bettfräsmaschinen der BFR2-Baureihe

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