Robotik

Ein Roboter mit Gefühl

| Redakteur: Luca Meister

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(Bild: Comau)

Aura (Advanced Use Robotic Arm) ist Comaus neuer kollaborativer Roboter, der sich durch hohe Nutzlast und Empfindlichkeit auszeichnet. Ähnlich wie menschliche Sinne, und dank der gleichzeitigen Nutzung von sechs Sicherheitsfunktionen, kann er die Anwesenheit einer Person erkennen und mit dieser auf völlig sichere Weise interagieren.

Industrie 4.0 definiert die Rolle von automatisierten Maschinen und Menschen in einem gemeinschaftlichen Kontext neu. Im Laufe der Jahre hat die Automatisierung zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen beigetragen. Immer seltener müssen Menschen schwere, ermüdende und gefährliche Arbeiten erledigen und nehmen eine übergeordnete Stellung im Prozess ein, während gleichzeitig ihre Effizienz und Produktivität sowie die Qualität des Endergebnisses gesteigert werden. Denselben Grad an Verbesserung können wir heute durch eine umfassende, geschlossene und direkte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine erreichen. Eine Zusammenarbeit, die sich weder allein darauf beschränkt, Robotern lediglich zuzuarbeiten, noch kleine oder nutzlastbegrenzte Roboter in industriellen Anwendungen einzusetzen.

Aura – Advanced Use Robotic Arm – ist ein neues Produkt für die Roboterindustrie, das erstmals eine echte Zusammenarbeit zwischen Hochleistungsrobotern und Menschen realisiert. Es befindet sich derzeit im Industrialisierungsprozess und wird Ende Jahr auf den Markt gebracht. Die Ausweitung der Merkmale kollaborativer Roboter auf Maschinen mit hohen Nutzlasten bedeutet, dass sich für zahlreiche Industriesektoren nun die Möglichkeit eröffnet, in sämtlichen Prozessen sichere Anwendungen umzusetzen.

Durch menschliche Interaktionen inspiriert

Bei unseren Interaktionen nutzen wir mehrere Sinne gleichzeitig, insbesondere unseren Tast- und Sehsinn. Wir beobachten die Bewegungen anderer und bewegen uns mit ihnen durch den umgebenden Raum. Die Wahrnehmung anderer durch Berührung lenkt unsere Aktionen und Reaktionen, genauso wie beim Sehen – ob sich die betreffende Person nun im Zentrum oder am Rand unseres Sichtfelds und damit unserer Aufmerksamkeit befindet: Das Sehen lenkt unser Verhalten. Wenn wir jemanden berühren wollen, kontaktieren oder drängen wir ihn in eine bestimmte Richtung, und das umso stärker, wenn unser Körper instinktiv auf etwas reagiert, beispielsweise, um einer Gefahr auszuweichen. Ein kollaborativer Roboter muss mit Menschen interagieren können und dazu diese Faktoren berücksichtigen.

Das Empfindlichkeitsmanagement ist ein gemäss Comau einzigartiges Merkmal der eigenen Lösungen. Die Roboter sind mit Sensoren ausgerüstet, die sich unter einer schützenden Schaumstoffschicht befinden, um absolute Sicherheit zu gewährleisten. Aura gelingt es nun erstmals, gleichzeitig sowohl die Nähe einer Person – oder einer anderen Automatisierungskomponente – als auch deren Kontakt und Intensität wahrzunehmen. Durch die kombinierte Nutzung dieser Technologien, bei der Laserscanner die Positionen anwesender Personen ermitteln, kann die Bewegung des Roboters auf dynamische Weise bis zum Stillstand verlangsamt werden, wenn er in die unmittelbare Nähe einer Person gelangt oder sie tatsächlich berührt. Wenn Aura berührt wird, stoppt er die Bewegung und kann je nach den Erfordernissen des Bedieners reagieren, indem er seine Sensoren wie Bedientasten benutzt.

Erweiterte Kooperation ohne Kompromisse

Aura ist die technische Lösung im Bereich kollaborativer Roboter, die vor allem eine Reihe von Problemen bei aktuell bestehenden Lösungen beseitigt. Der kombinierte, integrierte Einsatz von Sensoren und Steuerungen sorgt dafür, dass sich die kollaborativen Roboter von Comau in jeder beliebigen Position, sogar über Kopf und ohne Vibrationsschutzvorkehrungen, installieren lassen. Mit Aura gehören Kompromisse hinsichtlich Design, Layout und Stellfläche der Vergangenheit an. Vielmehr bietet diese Lösung mit intelligenter Schnittstelle eine Reihe unbestreitbarer Vorteile: Neben der hohen Nutzlast verfügt das vollständig kollaborative Robotersystem über Kollisionsvermeidung, Hollow-Wrist-Technologie (beim Modell NJ4) und eine weiche, sensitive Verkleidung. Die erschütterungsunempfindliche Technologie passt die Prozessgeschwindigkeit in unterschiedlichen Sicherheitszonen intelligent an.

Das System umfasst insgesamt folgende sechs Sicherheitsfunktionen:

  • Laserscanner
  • Vollständige Schaumstoffverkleidung
  • Näherungssensor
  • Berührungssensor
  • Handgelenk-Kraftsensor
  • Manual Guidance

Auch kollaborative Greifer im Angebot

Comau hat die bei seinen Aura-Robotern eingesetzte Technologie auch auf die dazugehörige Ausrüstung übertragen. In Verbindung mit den Robotern bietet das Unternehmen nun einen kollaborativen Greifer mit einem am Roboterflansch angebrachten Kraft-Drehmoment-Sensor an, der dieselben Sicherheitsfunktionen wie der Roboter verwendet. In Köln, wo sich auch Comaus Hauptstandort in Deutschland befindet, würde man sagen: «Hey Roboter, do häs Jeföhl» (... du hast Gefühl). -mei- SMM

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