Gefordert sind Erfahrung, Kreativität und Flexibilität

Engineering für Produkt- u. Verfahrensentwicklung

| Redakteur: Anne Richter

Vielseitig verstellbares Gerät für die Behandlung von Pferdegebissen.
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Vielseitig verstellbares Gerät für die Behandlung von Pferdegebissen. ( Klaus Vollrath)

Entwicklungsaufgaben sind heute oft so anspruchsvoll, dass sich für viele Firmen das ständige Vorhalten aller benötigten Kompetenzen im eigenen Unternehmen nicht mehr rechnet. Stattdessen greift man bei Bedarf auf externe Engineering-Dienstleister zurück. Diese müssen hohe Anforderungen erfüllen. Besonders gefragt sind ein möglichst breiter Erfahrungshintergrund auf mehreren Gebieten sowie die Fähigkeit, sich schnell und effizient in neuen Aufgabenstellungen zurechtzufinden.

«Ich werde manchmal gefragt, was wir als Engineering-Büro im Bereich der Entwicklung komplexer neuer Produkte eigentlich machen», schmunzelt Dipl.-Ing. Georg Cramm, Geschäftsführer der ADS Engineering GmbH in Pratteln. Bei Architekten, CAD-Kalkulatoren, Baustatikern, Programmierern oder Entwicklern von Werkzeugen zur Kunststoffverarbeitung habe man in der Regel eine gewisse Vorstellung davon, was gemacht wird und welche Qualifikationen dort vonnöten sind. Im Fall von ADS treffe dies jedoch nicht zu, weil die Aufgabenstellungen wesentlich vielfältiger sind und eine sehr grosse Bandbreite unterschiedlichster Fachgebiete von der mechanischen Konstruktion bis hin zu verwaltungstechnischen Vorschriften z. B. im Pharmabereich umfassen. Im Endeffekt betätige man sich für die Kunden als ausgelagerte Entwicklungsabteilung für sehr komplexe Aufgaben, die zudem von Kunde zu Kunde und von Auftrag zu Auftrag völlig unterschiedlich ausfallen können. Die Bandbreite reiche von rein mechanischen Konstruktionen z. B. bei Vorrichtungen für die Knochenchirurgie oder der Veterinärmedizin bis zu aufwendigen Systemen für die Auswertung von Röntgendosimetern oder Hightech-Detektoranlagen für die Materialforschung z. B. am Diamond-Lighthouse-Synchrotron in Grossbritannien. Einen gewissen Schwerpunkt bilden hierbei Technologien für die Medizintechnik und die Pharmakologie, darüber hinaus werden aber auch zahlreiche weitere wissenschaftliche sowie industrielle Einsatzbereiche abgedeckt.

Auslagerung von Entwicklungsabteilungen

«Im Prinzip übernehmen wir dabei solche Aufgaben, die von unseren Kunden nicht mehr mit eigenem Personal durchgeführt werden, weil der interne Personalaufwand zu hoch wäre», ergänzt Dipl.-Ing. Gerhard Klokow, Mitinhaber von ADS. Viele Anlagen und Systeme erfordern die Verknüpfung unterschiedlichster Kompetenzen wie Mechanik, Elektronik, Automatisierung, Laser, Bildverarbeitung, Mess- und Regelungstechnik sowie weiterer Disziplinen. Die Abdeckung all dieser technischen Bereiche mit eigenem Personal ist sehr teuer und rechnet sich vor allem dann nicht, wenn Neuentwicklungen nur in gewissen zeitlichen Abständen anstehen. Selbst grosse Konzerne z. B. aus der Pharmabranche haben sich bereits vor längerer Zeit entschieden, solche Aufgabenstellungen extern zu vergeben. Dies war auch die Startchance für ADS, das als Management-Buy-out aus einem Unternehmen hervorging, das externe Engineering-Aufgaben vor allem im Bereich der Pharmabranche wahrnahm. Das Stammpersonal besteht aus Ingenieuren verschiedener Disziplinen sowie Elektronikern und bringt zusätzlich Erfahrungen aus weiteren Branchen wie der Automatisierung von Labortechniksystemen oder der Dosier- und Messtechnik von Pulvern und Flüssigkeiten mit. Darüber hinaus verfügt man über ein breites Netzwerk an partnerschaftlich verbundenen Einheiten aus Bereichen wie Medizintechnik, Labortechnik und Diagnostik, Design, Mikrotechnologie, Präzisionsmechanik sowie Training und Consulting. Dazu kommt noch eine Reihe von Hochschulinstituten.

Partnerschaftliche Entwicklung

«Bei solchen Projekten wird idealerweise so vorgegangen, dass der Kunde nicht bereits mit festen Vorgaben, sondern mit ungefähren Zielvorstellungen zu uns kommt», verrät Dipl.-Ing. Stefan Eichin, dritter im Bund der ADS-Gründer. In gemeinsamen Gesprächen der zuständigen Fachleute beider Seiten werde dann das Konzept erarbeitet und schrittweise verfeinert. Dazu gehöre auch, Vorschriften und Normen abzuklären. Eine grosse Rolle spiele hierbei die breite Erfahrung der ADS-Mitarbeiter sowie ihre Fähigkeit, sich schnell und effizient auch in solche neuen Technologien hineinzudenken, mit denen man bisher noch nicht zu tun hatte. Nach Abklärung der Rahmenbedingungen erfolgt dann die eigentliche Entwicklung, wobei prinzipielle Machbarkeiten ebenso eine Rolle spielen wie Automatisierbarkeit und Kosteneffizienz. Insbesondere im Pharma- und Medizintechnikbereich sind hierbei zudem umfangreiche Regelwerke wie die sogenannte Good Manufacturing Practice (GMP) zu beachten. Alle wesentlichen Projektschritte und Entscheidungspunkte werden gemeinsam vollzogen. Am Ende steht in der Regel ein funktionsfähiger Prototyp, der die vom Kunden geforderten Eigenschaften erfüllt. Je nach Anwendungsfall bleibt es dann entweder bei diesem Einzelsystem oder es kommt zur Serienfertigung, teils durch ADS selbst, teils durch geeignete Unternehmen wie z. B. Medizintechnik-Hersteller oder eigene Abteilungen des Kunden. Das intellektuelle Eigentum an solchen Entwicklungen geht übrigens prinzipiell an den Kunden über. Bei ADS ist man jedoch stolz auf wesentliche Beiträge zu inzwischen rund 15 Patenten, die von diversen Kunden gehalten werden.

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