Graphit kommt

 

04.03.2010 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM

 

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Mit über 70 Teilnehmern beim Graphit-Zerspanungsseminar von Dihawag bei der Fehlmann AG in Seon war die Nachfrage zum Thema recht gross. Noch hinkt der Schweizer Werkzeug- und Formenbau im Bereich Graphitbearbeitung hinterher. Graphit ist ein besonderer Werkstoff: zum einen härter als Hartmetall (innerhalb der Gitterebene) und zum anderen schnell zu zerspanen zugleich. Deshalb müssen alle Prozessparameter - von der korrekten Graphitauswahl über die Werkzeuge und die Frässtrategien bis hin zur Werkzeugmaschine - perfekt aufeinander abgestimmt sein.


Unterschiedlichste Elektroden aus Graphit. Die Fräszeit bean­sprucht etwa einen Siebtel der Zeit einer Kupferelektrode, aber die Zerspanung ist eine völlig andere.
Der Werkzeug-Spezialist Dihawag hat mit dem Graphit-Seminar Ende Januar bei der Fehlmann AG offenbar ins Schwarze getroffen. Denn es kamen erheblich mehr Interessierte, als erwartet wurden.
Den praktischen Einstieg ins Thema machte Peter Dohmen (Leiter Technologie-Center, SGL Group), ein Mann aus der Praxis, der die aktuelle Stimmungslage mit folgendem Satz auf den Punkt bringt: «Graphit ist dreckig, macht eine Sauerei, das will ich nicht, das ist es, was Kunden sagen, mit denen ich in den letzten Jahren Gespräche führte, das sind Kunden, die nach wie vor auf Kupfer setzen, aber die moderne Graphitzerspanung noch nicht kennen gelernt haben.»

Umdenken gefragt


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P. Dohmen sagt dazu «Kupfer hat seine Berechtigung, aber auch Graphit hat seine Berechtigung. Wer Graphit erfolgreich bearbeiten will, muss umdenken. Der klassische Zerspaner denkt in Metall und muss auf einmal etwas komplett anderes zerspanen. Aber man muss bei den Vorurteilen aufpassen: Gerade in den Frässtrategien von Graphit gibt es die tollsten Theorien, wo es heisst nur Gleichlauf- oder nur Gegenlauf- Fräsen, beides ist so nicht korrekt.»
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