Interview mit Jörg Leimgruber

Alesa – besser als bei der Bank

19.03.2010 | Redakteur: SFA

Christoph Leimgruber (li., Geschäftsführer) und sein Vater Jörg Leimgruber (VR-Präsident) während der 75-Jahrfeier von Alesa.

Im Rahmen der 75-Jahr- und Einweihungs-Feier gab der Alesa-Verwaltungsratspräsident Jörg Leimgruber dem SMM ein kurzes Interview. Alesa ist bekannt für seine hochpositiven Schneidgeometrien. Der SMM hat nachgefragt, welches Know-how dahintersteckt und auch warum J. Leimgrubers Vater von der Bank zum Werkplatz Schweiz wechselte.

Wie ist aus Ihrer Sicht die aktuelle Marktsituation bei Ihren Kunden?Jörg Leimgruber: Sicher besser als letztes Jahr. Wir realisieren dass bei einzelnen Kunden die wirtschaftliche Situation wieder besser ist. Aber die breite Basis fehlt uns noch. Nach wie vor haben wir sehr viele Kleinkunden, denen es noch nicht gut geht.

Welche Branchen laufen einigermassen?Die Medizintechnik - hier insbesondere die Implantate-Industrie -läuft noch recht gut. Die zu bearbeiteten Materialien sind sehr schwierig zu zerspanen, gerade hier können wir unsere hohen Werkzeug-Kompetenzen voll ausspielen

Wo sehen Sie als Werkzeughersteller ihre Stärke, insbesondere auch im Hinblick auf die riesige Konkurrenz der ganz grossen Werkzeughersteller?Unsere Stärke ist die Individualität. Unsere Lösungen können wir sehr spezifisch an die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden anpassen. Möglich ist das nur, weil wir ein eigenes Konstruktionsbüro haben. So können wir schnell und flexibel Spezialwerkzeuge entwickeln und fertigen.

Eines ihrer Markenzeichen sind die sehr positiven und scharfen Schneidgeometrien. Wo sind hier die Grenzen und warum ist Alesa in der Lage solche Geometrien zu realisieren, ohne dass sie zu schnell verschleissen?Hochpositive Geometrien haben ihre Grenzen sicher in der Schwerstbearbeitung. Man muss gerade in Beziehung der positiven Schneiden unsere Geschichte mit einbeziehen. Wir hatten und haben uns schon immer auf die Herstellung von HSS-Werkzeugen spezialisiert, die wir sehr scharfschneidig entwickelten. Bei allen Schneidkantenbearbeitungen kommt es drauf an, dass sie scharf und gleichzeitig stabil sind. Das ist aber alles andere als einfach zu realisieren. Da gibt es gewisse Behandlungen, u.a. oberflächentechnisch, die wir beherrschen und natürlich zu unserem Betriebs-Geheimnis gehören. Und beim HSS ist die Wärmebehandlung mitentscheidend. Hier verfügen wir über eine jahrzehntelange Erfahrung mit einer eigenen - auf HSS-abgestimmten - Härterei. Und dann kommt noch die Beschichtung hinzu. Hier ist es auch die Frage, wie behandeln wir die Oberflächen der Werkzeuge, dass die Schicht richtig haftet, insbesondere im Bereich der eigentlichen Schneidkante.

Was hat sich in den letzten zehn Jahren im Bereich der Werkzeugentwicklung getan aus Ihrer Sicht? Auch im Hinblick auf die Nutzung moderner Werkzeug-Schleifmaschinen und Beschichtungen als auch Substrate.Eine der grossen Entwicklungen im Bereich der HM-Entwicklung ist sicher die Optimierung der Substrate. Heute können Sie selbst Gewindebohrer aus VHM prozesssicher einsetzten. Das war vor wenigen Jahren völlig undenkbar. Im Bereich der Beschichtungen gibt es heute praktisch für jede Anwendung eine optimale Beschichtung. Oft ist es für den Anwender ganz schwierig die richtige Beschichtung für die richtige Bearbeitung zu finden. Auch hier müssen wir und können wir aufgrund unserer Erfahrungswerte auf die spezifischen Anwendungen und Prozesse dezidiert eingehen.

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