Kampf dem Titan

 

28.06.2010 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM

 

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Titanwerkstoffe sind auf dem Vormarsch. Geringes Gewicht, hohe Festigkeit und gute Korrosionsbeständigkeit sind willkommene Eigenschaften. Des Anwenders Freud ist häufig des Zerspaners Leid. Doch moderne, abgestimmte Werkzeuge verwandeln auch widerspenstiges Ti-Material in Späne.


Bearbeitungsversuch mit einem Bauteil aus Ti5553 im Walter Tech­nology Center, Tübingen. Als Testwerkzeug wurde ein VHM-Fräser Walter Prototyp Protostar Ti40 mit D?=?16?mm und Z?=?4 verwendet.
Folgt man den Aussagen der Flugzeughersteller, dann wird künftig doppelt so viel Titan durch die Lüfte fliegen als bisher. Die neue Generation Passagierjets wie der Boeing Dreamliner oder der Airbus A350 XWB bestehen zu rund 15-20% aus Titanlegierungen. Bei der noch Dienst tuenden Generation liegt der Anteil bei lediglich 7%.

Neue Titanwerkstoffe

Dass die Diskussion um Titanwerkstoffe (siehe Kasten «Im Fokus») wie selbstverständlich bei der Luft- und Raumfahrt ansetzt, wird schnell klar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass etwa 80% der Anwendungen diesem Bereich zugeordnet werden können. Zur hohen Anzahl der Anwendungen gesellt sich ein hohes Zerspanungsvolumen. Das liegt an den typischen Konturen. Die Wandungen der fertigen Bauteile sind dünn, die Formen äusserst komplex; ein häufiger Prozess ist das Fräsen tiefer Taschen. Weitere wichtige Sparten, welche Titan verarbeiten, sind Medizintechnik, Motorsport und die chemische Industrie. In der Medizintechnik wird unter anderem die Flugzeugbaulegierung Ti6Al4V für Gelenkimplantate verwendet. Der Werkstoff ist nicht nur flugtüchtig, er hat auch eine gute Gewebeverträglichkeit.

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