Fertigungstechnik

Argotec perfektioniert das Drahterodieren

12.12.11 | Autor / Redakteur: Matthias Böhm / Matthias Böhm

An diesem Werkstück für die Medizintechnik (findet bei Knieoperationen Einsatz) werden Bereiche erodiert, die mit klassischen Drahterodiermaschinen unmöglich sind. Argotec macht Unmögliches möglich und ist für die Zukunft entsprechend gut aufgestellt. (Bild: M. Böhm/Argotec)
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An diesem Werkstück für die Medizintechnik (findet bei Knieoperationen Einsatz) werden Bereiche erodiert, die mit klassischen Drahterodiermaschinen unmöglich sind. Argotec macht Unmögliches möglich und ist für die Zukunft entsprechend gut aufgestellt. (Bild: M. Böhm/Argotec)

>> Werner Vogel, Unternehmer, Marathonläufer und Oldtimerfan strahlt Zuversicht pur aus, wenn man ihn nach der Zukunft fragt: «Du musst aus jeder Situation versuchen, das Beste zu machen. In der Schweiz haben wir die perfekten Voraussetzungen dafür.» Werner Vogel führt sein Unternehmen derart weitsichtig, präzis und zielorientiert wie seine erste Atlantiküberquerung auf einer Segeljacht. Wer solche Herausforderungen meistert, für den ist der aktuelle starke Schweizer Franken eher ein Sturm im Wasserglas – ein Lagebericht.

Segeln ist eine Leidenschaft des Oberentfeldener Unternehmers W. Vogel, Oldtimer die zweite und «Seckle» (Marathonbestzeit: 2:43 h!) die dritte, viertens kommt – als Berufung – das Drahterodieren hinzu und alles hat miteinander zu tun: Er macht alles mit Begeisterung. Diese Begeisterung die W. Vogel auch heute noch – kurz vor seiner Pensionierung – ausstrahlt, zeigt sich gleich zu Beginn des Besuchs des SMM.

Kaum ist der SMM-Redaktor in den neuen Räumlichkeiten in Oberentfelden eingetroffen, präsentiert W. Vogel ihm bereits eines seiner «Werke», ein Spritzgiesswerkzeug für eine Gummiwalze (D = 36 mm, L = 80 mm) mit 1000 zirka 2 mm langen spitz zulaufenden Noppen an der Aussenseite. Solche Kegelnoppen-Walzen werden zum Transport von wärmeempfindlichem Papier genutzt.

Lösung kam beim «Seckle»

W. Vogel: «Mechanisch war man nicht in der Lage, solche Walzen mit diesem Noppenprofil in dieser Qualität herzustellen. Ich habe mir das angeschaut und bin ‹secklen› gegangen.» Bei Kilometer 10 und einem Puls von etwa 150 kam W. Vogel die Lösung.

Schliesslich erodiert er das Werkzeug aus 36 Segmenten, aus denen die feinen kegligen Aussparungen für die Noppen direkt per feinstem Draht herauserodiert werden, alles äusserst präzise im µ-Bereich. Ohne hier ins Detail zu gehen, ergeben sich durch die Segmentbauweise des Spritzgiesswerkzeuges noch einige weitere Vorteile, auf die W. Vogel mit Begeisterung hinweist. Wie das Spritzgiesswerkzeug konkret ausschaut und wie es gefertigt wurde, können interessierte Leser im Internet bei uns unter www.smm.ch als Film herunterladen.

Ergänzendes zum Thema
Interview mit Werner Vogel, Inhaber Argotec

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