Swiss Medtech Day 2016

Grösste Schweizer Plattform für Medizintechnik

| Redakteur: Anne Richter

Mit Unterstützung der KTI haben Ziemer Ophtalmic Systems und das Huce-Optolab der Berner Fachhochschule ein bildgebendes Verfahren entwickelt, das dem Chirurgen gezielte Schnitte in den Tiefen des Auges erlaubt.
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Mit Unterstützung der KTI haben Ziemer Ophtalmic Systems und das Huce-Optolab der Berner Fachhochschule ein bildgebendes Verfahren entwickelt, das dem Chirurgen gezielte Schnitte in den Tiefen des Auges erlaubt. (Bild: KTI)

Der Swiss Medtech Day vom 7. Juni 2016 in Bern wird erstmals von Medical Cluster und Fasmed gemeinsam mit der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) durchgeführt. Er bildet eine nationale Plattform für Industrie, Handel, Hochschulinstitute und Start-ups aus der Branche. Im Zentrum stehen vier Breakout Sessions, die Verleihung des CTI Swiss Medtech Award 2016, der dieses Jahr von Bundespräsident Johann N. Schneider-Ammann übergeben wird.

ari. Im Kurssaal in Bern findet am 7. Juni 2016 der Swiss Medtech Day statt. Erstmals wird das grösste Schweizer Branchenevent von Medical Cluster und Fasmed gemeinsam mit der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) durchgeführt. In den Breakout Sessions diskutieren Experten mit den Teilnehmern für die Branche entscheidende Zukunftsfragen zum Schweizer Werkplatz 2020, zu einer nachhaltigen Innovationskultur, zu «State of the Art Research» sowie zum Marktzugang von Medtech-Produkten. Schliesslich zeigt Andreas Wieland, CEO der Hamilton Bonaduz AG, im Keynote-Referat auf, wie sein Unternehmen die Chancen der Digitalisierung nutzt. Neben Vorträgen und Breakout Sessions bietet der Swiss Medtech Day 2016 viele Networking-Möglichkeiten. An der Poster-Ausstellung werden innovative Forschungsprojekte aus der Branche vorgestellt. Die Projekte mit dem grössten Innovations­gehalt und Business-Potenzial können sich in einem «Science Slam» dem Publikum präsentieren. Zielgruppe des Swiss Medtech Day sind Vertreter aus der Industrie und Politik, von Behörden und Hochschulen. Die Tagungssprache im Plenum ist Englisch. In den Breakout Sessions wird Deutsch, Französisch und Englisch gesprochen.

CTI Swiss Medtech Award 2016

Ausserdem wird aus drei vom CTI-Medtech-Expertenteam als Finalisten nominierten F&E-Projekten (Life Sciences) das beste Projekt ausgewählt. Der Gewinner bekommt von Bundespräsident Schneider-Ammann den CTI Swiss Medtech Award 2016 überreicht. Hier die Top Drei in Kürze:

Genaue und einfache Lokalisierung von Krebszellen

Nominiert für den CTI Swiss Medtech Award 2016 ist ein von der KTI gefördertes Forschungsprojekt zwischen dem Universitätsspital Lausanne (CHUV), der EPFL und Forimtech aus Genf aus dem Bereich der Krebsbekämpfung. Die interaktive Sonde Radpointer erlaubt bei der Operation die punktgenaue und einfache Lokalisierung von Krebszellen auch während des Eingriffs. Der Radpointer kommuniziert via Bluetooth mit dem Computer, auf den die nötige Software geladen wird. Die Analysewerte werden als Zahl auf dem Bildschirm und als Ton angegeben: je näher am Tumor, desto höher die Zahl und lauter der Ton. Gegenüber herkömmlichen Sonden mit Kabel ist der Radpointer viel leichter, einfach in der Handhabung und günstiger. Und die Daten lassen sich auf dem PC viel detaillierter darstellen als auf den bisher eingesetzten Geräten. Der Radpointer senkt den Zeitaufwand für eine Operation und damit die Gesundheitskosten.

Effektives System für die Rehabilitation nach einem Schlaganfall

Das zweite für den Medtech Award nominierte Projekt ist im Bereich Rehabilitation angesiedelt. In dem Projekt der EPFL und ihres Spin-offs Intento wurde ein benutzerfreundliches Neuro-Stimulations-Gerät entwickelt, welches Schlaganfallpatienten mit individuellen Bewegungsmustern bei ihrer Therapie unterstützt. Immer mehr wissenschaftliche Hinweise zeigen, dass ein Patient, der seine Bewegungen mit FES (Funktionelle Elektro-Stimulation) kontrollieren kann, eine starke funktionelle Erholung aufweist. Auf der Basis dieser Erkenntnisse können Geräte entwickelt werden, welche die Anwendbarkeit bestehender Therapien erweitern, etwa die Constraint-induced Movement Therapy (CIMT). Bei der CIMT wird der gesunde Arm fixiert; alltägliche Aktivitäten muss der Patient mit dem gelähmten Arm ausführen. Doch weil die CIMT einen Rest eigener Mobilität erfordert, ist sie nur für 6 bis 10 Prozent der Patienten geeignet. Das EPFL-Spin-off-Unternehmen Intento SA entwickelt bedienerfreundliche Geräte, die die CIMT zur Therapie für die grosse Mehrheit der Schlaganfallpatienten machen. Auch ein vollständig gelähmter Patient kann damit und mit seinem Therapeuten Körperübungen ausführen und Bewegungsabläufe neu erlernen.

Femtosekundenlaser mit tomografischer Bildgebung

Das dritte nominierte Forschungsprojekt ist aus dem Bereich Augenheilkunde. Mit Unterstützung der KTI haben Ziemer Ophtalmic Systems und das Huce-Optolab der Berner Fachhochschule ein bildgebendes Verfahren, einen sogenannten sehenden Laser, entwickelt, das dem Chirurgen gezielte Schnitte in den tiefsten Schichten des Auges erlaubt. Bisher konnten mit einem Femtosekundenlaser nur oberflächliche Operationen an der Hornhaut vorgenommen werden, nicht aber in der Linse, und er war damit auch nicht für Operationen des grauen Stars geeignet. Voraussetzung für den Lasereinsatz in der Linse ist ein integriertes bildgebendes Verfahren. Da die Lagen von tief im Auge liegenden Operationsgebieten von Patient zu Patient stark variieren, muss der Chirurg den Ort genau bestimmen können, an dem er den Eingriff vornehmen will. Das bildgebende Verfahren der Wahl ist die Optische Kohärenz­tomografie OCT, da sich mit dieser Technologie in kürzester Zeit hochauflösende Schnittbilder der Augenvorderkammer aufzeichnen lassen. Der nominierte Femto LDV Z8 ist der erste wirklich mobile Femtosekundenlaser mit tomographischer Bildgebung für Hornhaut- und Katarakt- (grauer Star) Chirurgie. <<

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