SMM-Exklusivinterview mit Bruno Malinek, Feintool

Königsklasse Feinschneiden

| Autor / Redakteur: Matthias Böhm, Chefredaktor SMM / Silvano Böni

«Die Voraussetzungen in der Schweiz erfolgreich zu sein, ist aufgrund der Rahmenbedingungen hervorragend. » Bruno Malinek, CEO Feintool International Holding AG
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«Die Voraussetzungen in der Schweiz erfolgreich zu sein, ist aufgrund der Rahmenbedingungen hervorragend. » Bruno Malinek, CEO Feintool International Holding AG (Bild: Thomas Entzeroth)

Bruno Malinek, CEO der Feintool International Holding AG, zeigt auf, dass Serienfertigung in der Schweiz ein lohnendes Geschäft sein kann. Welche Rolle der Standort Schweiz des über 2000 Mitarbeiter starken und international vernetzten Unternehmens spielt, erfahren Sie im Exklusivinterview.

SMM: Feintool ist einer der grössten Feinschneidspezialisten weltweit, Hauptsitz und Herz des Unternehmens ist in Lyss. Wie ist Feintool gross geworden?

Bruno Malinek: Durch kontinuierliche Veränderung an die sich wechselnden Marktsituationen. Würden wir heute noch die Produkte feinschneiden, die wir vor 50 Jahren produziert hätten, sässen wir heute sicher nicht zusammen.

Warum?

B. Malinek: Eines unserer Hauptgeschäftsfelder waren Typenhebel von Schreibmaschinen. Das war vor einigen Jahrzehnten ein sensationelles Geschäftsfeld. Damit sind wir gross geworden. Aber bereits mit der Einführung der Kugelkopfschreibmaschine wussten die Verantwortlichen von Feintool, dass sich das Kundensegment ändern muss. Seit damals haben wie neben technologischen Revolutionen auch etliche Evolutionen durchgemacht. Heute sind wir in erster Linie Automobilzulieferer.

Wo liegen die Kern-Kompetenzen und Stärken von Feintool?

B. Malinek: Wir sind im Feinschneiden zu Hause. Zum Verfahrensprinzip: Eine Feinschnittpresse verspannt das Blechmaterial von oben und unten, so dass praktisch kein Ausweichen des Materials möglich ist. Dann wird es hochpräzise geschnitten. Feintool kommt vom klassischen Werkzeugbau für das Feinschneiden. Anschliessend sind wir in den Feinschneid-Pressenbau eingestiegen. Der Grund folgender: Die am Markt zur Verfügung stehenden Feinschneidpressen waren technologisch nicht auf unsere Werkzeuge zugeschnitten.

Wie würden Sie sich technologisch positionieren?

B. Malinek: Wir verschieben die Grenzen des Feinschneidens, das ist unsere DNA. Die Wiege unseres Wachstums ist der Werkzeug- und Formenbau. Wir verstehen uns weltweit als Technologieführer und ich bin überzeugt, das würde niemand in Frage stellen, auch nicht unsere Mitbewerber.

Und wie hat sich Feintool zum Zuliefererunternehmen entwickelt?

B. Malinek: Der Werkzeugbau war wie gesagt unser Grundstein, er beschäftigt heute 120 Mitarbeiter. Nach und nach fragten Kunden, ob wir die Feinblechteile für sie nicht herstellen könnten. Das waren unsere ersten Schritte als Zulieferunternehmen. Am Standort Schweiz verfügen wir über insgesamt 350 Mitarbeitende an den Standorten Lyss und Jona. Weltweit haben wir über 2200 Mitarbeiter. Die meisten Beschäftigten arbeiten im Bereich der Teileherstellung – neben dem Feinschneiden auch im Bereich Umformen.

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