Eterna Movement: Uhrwerksentwicklung mit Direct-Modeling-CAD-System

Präzise und frei

| Redakteur: Luca Meister

Die Halterungen für die manuelle und automatische Fertigung der Uhrwerkchassis werden ebenfalls in «Creo» entwickelt.
Die Halterungen für die manuelle und automatische Fertigung der Uhrwerkchassis werden ebenfalls in «Creo» entwickelt. (Bild: Eterna Movements)

Eterna Movement hat sich auf die Entwicklung mechanischer Uhrwerke für Armbanduhren spezialisiert, die von der Muttergesellschaft Eterna, aber auch von anderen Uhrenherstellern in ihre Erzeugnisse eingebaut werden. Die Zulieferersituation erfordert grosse Flexibilität, was sich einerseits in der Entwicklung modularer Werke, andererseits in der Nutzung des Direct-Modeling-CAD-Systems «Creo Elements» ausdrückt. Betreut wird die Creo-Installation von Inneo Solutions.

Viele Jahre dominierten elektronische Quarzuhrwerke den Markt, das führte zu einem Verschwinden eines grossen Teils der traditionellen Schweizer Uhrenindustrie. Inzwischen hat sich neben dem Hauptmarkt der preiswerteren Uhren mit Quarzwerk eine Nische für höherpreisige Uhren mit mechanischen Werken eröffnet. Uhrenfreunde aus aller Welt erfreuen sich an den hochkomplexen mechanischen Werken mit Automatik oder Handaufzug.

Die Geschichte der Firma Eterna spiegelt die wechselvolle Geschichte der Schweizer Uhrenindustrie. Am 7. November 1856 gründen der Arzt Josef Girard und der 28-jährige Schullehrer Urs Schild in Grenchen die Rohwerkefabrik «Dr. Girard & Schild». Wie in vielen relativ armen Gegenden sollte Heimarbeit den Bauern im Winter ein zusätzliches Einkommen sichern. 1870 wurde die erste komplette Uhr gefertigt, 1887 erschien erstmals der Name Eterna auf dem Zifferblatt einer Taschenuhr.

Kugelgelagertes Rotorsystem

1932 trennte sich das Unternehmen in zwei Aktiengesellschaften: Die ETA AG für die Fabrikation der Rohwerke und die Eterna AG für die Fertigung der Präzisionsuhren. Die ETA AG ist heute Teil der Swatch-Gruppe. 1948 ist die Geburtsstunde des kugelgelagerten und deshalb reibungsarmen Rotorsystems, das als Eterna-Matic in die Uhrengeschichte eingehen wird. Diese Neuheit wird zum Standard für alle Automatikwerke. Das signifikante Eterna-Logo in Gestalt fünf kleiner Kugeln gelangt aufs Zifferblatt.

Seit 1974 entwickelte und fertigte Eterna vor allem Quarz-Uhrwerke, bis 2004 mit dem Kaliber 6036 wieder ein vollmechanisches Uhrwerk auf den Markt gebracht wird. Verschiedene andere Werke folgen, und 2012 wiederholt sich schliesslich die Geschichte, als die Uhrwerksentwicklung und -produktion als Eterna Movement SA ausgegliedert wird. Das neue Unternehmen liefert Uhrwerke nicht nur an die Marken im eigenen Konzern, sondern auch an externe Unternehmen – so lassen sich höhere Stückzahlen erreichen und damit die sehr hohen Entwicklungskosten für die Uhrwerke besser refinanzieren. Eterna Movement wächst seit der Ausgliederung pro Jahr um 30 bis 35 Prozent und beschäftigt heute 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Modulares Kaliber 39

Eines der wichtigsten Produkte ist das modulare Kaliber 39, das sich mit einer Vielzahl von Funktionen ausstatten lässt – ideal für die externe Vermarktung, denn so kann jeder Uhrenhersteller, der auf das Kaliber 39 setzt, aus über 88 möglichen Varianten seine individuelle Kombination aussuchen. Das Portfolio reicht vom einfachen Handaufzugswerk über Automatik und Gangreserve bis hin zu verschiedenen Varianten von Sekundenzeiger und Datumsanzeigen. Auch Chronographen mit Stoppuhrfunktion lassen sich auf Basis des Kalibers 39 fertigen. Dabei ist das Werk maximal nur 7,9 Millimeter hoch.

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