Doku und Risikobeurteilung für Spezialgetriebe
15.04.2010 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM
Das Schweizer Unternehmen Kissling AG entwickelt, konstruiert und fertigt Spezialgetriebe für höchste Ansprüche. Diese werden unter anderem in Seil- und Achterbahnen eingesetzt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an ihre Sicherheit und Zuverlässigkeit. Um die intern anfallenden Aufwände und das Haftungsrisiko durch fehlerhafte Anleitungen zu reduzieren, hat sich der Getriebebauer entschlossen, die technische Dokumentation von einem Dienstleistungsunternehmen erstellen zu lassen.
![]() | |
|
«Wir haben uns schon früh einen Namen mit Seilbahnen gemacht», erzählt der Ingenieur Jens Westh. Er ist Leiter Verkauf und Kundenservice und ausserdem zuständig für den Bereich Marketing bei der Kissling AG am neuen Firmensitz in Bachenbülach. «Das erste Seilbahngetriebe für die Olympischen Spiele in Squaw Valley im Jahr 1960 kam beispielsweise aus unserem Haus. Die Sicherheitsanforderungen im Personentransport sind in den letzten Jahrzehnten ständig gestiegen und haben unser Qualitätsmanagement nachhaltig geprägt. Weltweit sind unsere Getriebe ausserdem in vielen Anlagen in der Papier-, Chemie-, Zement-, Lebensmittel- und Metallindustrie im Einsatz. Es ist unser erklärtes Ziel, die gültigen gesetzlichen Rahmenrichtlinien in unseren technischen Dokumentationen professionell umzusetzen.»
Maschinenrichtlinie war ausschlaggebend
Die europäische Maschinenrichtlinie (MRL) 2006/42/EG trat in der Schweiz wie auch in der Europäischen Union verbindlich am 29.12.2009 ohne Übergangsfrist in Kraft. In ihr ist unter anderem festgelegt, dass eine Maschine nur in Verkehr gebracht werden darf, wenn eine Risikobeurteilung vorliegt. Was die Maschinenrichtlinie fordert, ist mit dem Schweizer Bundesgesetz über die Sicherheit von technischen Einrichtungen und Geräten (STEG) und die Maschinenverordnung (MaschV) in nationales Recht umgesetzt. Das Fehlen einer Risikobeurteilung bedeutet also im Umkehrschluss einen Verstoss gegen geltendes Recht, auch in der Schweiz. Auffallen wird eine fehlende oder mangelhafte Risikobeurteilung spätestens dann, wenn ein Unfall passiert, oder auch dann, wenn die nationalen Marktüberwachungsbehörden ihrer in der MRL verankerten präventiven Marktaufsichtspflicht nachkommen. In diesem Fall können die behördlichen Stellen unverzüglich die Herausgabe der Risikobeurteilung fordern, um festzustellen, ob das Sicherheitskonzept des Inverkehrbringers dem Stand der Technik entspricht.
Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild
(1 Bilder)
Wenn dann die Risikobeurteilung fehlt, führt das zur Beweislastumkehr. Der Inverkehrbringer muss nun detailliert nachweisen, dass er die Maschine sicher gebaut hat und dass sich der Unfall nicht aufgrund eines Konstruktionsmangels, fehlender Sicherheitseinrichtungen oder mangelnder Instruktionen und Warnhinweise ereignet hat. Das führt in jedem Fall zu hohen Kosten und in einigen Fällen auch zu strafrechtlicher Verfolgung. «Das Risiko einer mangelhaften Dokumentation wollen wir auf keinen Fall eingehen», verdeutlicht Jens Westh.
Themenverwandtes
Es wächst zusammen was zusammengehört
Aus einem Guss mit Catia
Aus einem Guss mit Catia
Autodesk zertifiziert Hypermill
Autodesk zertifiziert Hypermill
Kommentare
Kommentar verfassen
Kommentar verfassen
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.
Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter
www.mycontentfactory.de
.
Faserlaser senken Kosten in der Feinbearbeitung
Dieses Whitepaper informiert Sie über einen Grundmode-Faserlaser mit monolithischem Aufbau zum schnellen Schweißen und Schneiden filigraner Konturen.
Dieses Whitepaper informiert Sie über einen Grundmode-Faserlaser mit monolithischem Aufbau zum schnellen Schweißen und Schneiden filigraner Konturen.
Effizientere Prozesse durch Auswahl des richtigen Greifers
Dieses Video veranschaulicht, die Funktionsweisen eines Parallelgreifers und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für effizientes Greifen in der automatisierten Fertigung.
Dieses Video veranschaulicht, die Funktionsweisen eines Parallelgreifers und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für effizientes Greifen in der automatisierten Fertigung.
Prodex Award 2012 – Bewerben Sie sich jetzt!
In der aktuellen Ausgabe:
Instandhaltung: Sehen, was dem Auge verborgen bleibt
Messenachschau SWISS PLASTICS: Die Welt des Kunststoffes
Messe MAINTENANCE 2012: Instandhalter treffen sich in Zürich
Zulieferindustrie: Dünnringlager in Hybrid-Antrieben
Fertigungstechnik: Prozessführung und Softwareeinsatz als Schlüsselzum Archiv
Test
Bruno Schait...
Test BS...
Was denken sich diese Banker eigentlich? Nehmen wir einmal an, dass die Swissmetall 500 Tonnen Kupfer in ihrem Lager hat. A...
Gearbox von MDesign ist da etwas besser
- Man kann sich mit wenigen Parametern ein komplettes Getriebe auslegen lassen...
Geht es auf- oder abwärts. To be, or not to be, that is the question....
Sie wollen uns etwas mitteilen? Anregungen, Kritik, Lob oder Stories? Dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an die Schweizer MaschinenMarkt-Redaktion.
Copyright © 2012 Vogel Business Media

Home


