Materialfluss-Steuerung per Funk
04.12.2009 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM
Für Fertigungsautomatisierer ist die RFID-Technologie seit vielen Jahren das Mittel der Wahl, wenn es um die effiziente Herstellung variantenreicher Produkte geht. Doch inzwischen hat RFID für die Produktion von Automobilen oder Elektronik mehr zu bieten – von der Materialfluss-Steuerung bis zum Tracking & Tracing, der lückenlosen Rückverfolgung jedes Erzeugnisses. Möglich macht dies der UHF-Standard, der zunehmend seinen Weg in die Fabrikhallen findet.
![]() | |
|
RFID (Radio Frequency Identification) wird in der Produktion meist zur dezentralen Steuerung von Maschinen oder Robotern eingesetzt. Das Konzept: Die Produkte werden mit flexiblen Fertigungsautomaten bearbeitet, die jeweils einen bestimmten Herstellungsschritt für alle möglichen Produktvarianten durchführen können. Durch die automatische Identifikation der Werkstücke können die Maschinen ihr Fertigungsprogramm auf das jeweilige Erzeugnis einstellen. Doch statt die benötigten Informationen aus einer leistungsfähigen Datenbank abzurufen, stellen RFID-Transponder alle Angaben schnell und direkt in der Feldebene zur Verfügung. Die Funkchips werden dazu meist in den Werkstückträger eingebracht. Ist das Erzeugnis fertig, wird der Werkstückträger für den nächsten Fertigungsdurchlauf und damit für das nächste Produkt verwendet.
Beispiel Elektronikfertigung
Ein Beispiel dazu ist die Elektronikfertigung. Im Siemens-Gerätewerk im bayrischen Amberg werden unter anderem elektrische Schaltgeräte der Sirius-Familie für den Weltmarkt produziert. Die ausserordentlich hohe Variantenvielfalt dieser Produkte stellt für die Logistik ein vielschichtiges Problem dar. Eine grosse Zahl an elektrischen und mechanischen Parametern, wie Anschlussart oder Speisespannung und die daraus resultierenden Kombinationen, führen zu über 1500 Typen bei der Schützbauform S00. Eine Vorabproduktion sämtlicher Geräte auf Lager ist kaum möglich.
Fotostrecke starten: Klicken Sie auf ein Bild
(1 Bilder)
Die Lösung ergibt sich durch die Einführung eines «Make-to-Order»-Produktionskonzepts, das heisst: Die Schaltgeräte werden erst nach Bestelleingang in der gewünschten Menge hergestellt. Trotzdem ist die Anlage hoch automatisiert und erlaubt so eine gleichbleibend hohe Qualität bei vergleichsweise niedrigen Kosten. Der Einsatz von RFID ist dabei ein wesentlicher Baustein. Die rund 60 Bearbeitungsstationen können je einen Fertigungsschritt flexibel durchführen, etwa den Spulenkörper für alle Varianten einsetzen. Durch die im Werkstückträger eingebrachten Funkchips werden alle benötigten Produktionsdaten zur Verfügung gestellt, beispielsweise welcher Spulentyp für ein bestimmtes Gerät verwendet werden muss.
Themenverwandtes
Fehlersichere Module für dezentrales Peripheriegerät
RFID: Ein Chip erobert unaufhaltsam neue Märkte
RFID: Ein Chip erobert unaufhaltsam neue Märkte
Kombinierte Energie- und Datenübertragung
Kombinierte Energie- und Datenübertragung
Kommentare
Kommentar verfassen
Kommentar verfassen
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.
Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter
www.mycontentfactory.de
.
Faserlaser senken Kosten in der Feinbearbeitung
Dieses Whitepaper informiert Sie über einen Grundmode-Faserlaser mit monolithischem Aufbau zum schnellen Schweißen und Schneiden filigraner Konturen.
Dieses Whitepaper informiert Sie über einen Grundmode-Faserlaser mit monolithischem Aufbau zum schnellen Schweißen und Schneiden filigraner Konturen.
Effizientere Prozesse durch Auswahl des richtigen Greifers
Dieses Video veranschaulicht, die Funktionsweisen eines Parallelgreifers und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für effizientes Greifen in der automatisierten Fertigung.
Dieses Video veranschaulicht, die Funktionsweisen eines Parallelgreifers und die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten für effizientes Greifen in der automatisierten Fertigung.
Th. Zürrer AG
Stallikon, Schweiz
Prodex Award 2012 – Bewerben Sie sich jetzt!
In der aktuellen Ausgabe:
Instandhaltung: Sehen, was dem Auge verborgen bleibt
Messenachschau SWISS PLASTICS: Die Welt des Kunststoffes
Messe MAINTENANCE 2012: Instandhalter treffen sich in Zürich
Zulieferindustrie: Dünnringlager in Hybrid-Antrieben
Fertigungstechnik: Prozessführung und Softwareeinsatz als Schlüsselzum Archiv
Test
Bruno Schait...
Test BS...
Was denken sich diese Banker eigentlich? Nehmen wir einmal an, dass die Swissmetall 500 Tonnen Kupfer in ihrem Lager hat. A...
Gearbox von MDesign ist da etwas besser
- Man kann sich mit wenigen Parametern ein komplettes Getriebe auslegen lassen...
Geht es auf- oder abwärts. To be, or not to be, that is the question....
Sie wollen uns etwas mitteilen? Anregungen, Kritik, Lob oder Stories? Dann schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an die Schweizer MaschinenMarkt-Redaktion.
Copyright © 2012 Vogel Business Media

Home


