12.07.2010 | Redakteur: Redaktion SMM
Von der Schrägachsen- zu den SchrägscheibenpumpenBereits seit den 1970er Jahren nutzt Linde MH Axialkolbenmotore, die sich durch Hochdruckfähigkeit und Verstellbarkeit auszeichnen, um die mechanische Energie des Verbrennungsmotors in hydraulische Energie umzuwandeln. Etwa zur gleichen Zeit vollzog Linde MH den Schritt von den Schrägachsenpumpen zu den Schrägscheibenpumpen und –motoren und schuf damit die Voraussetzung für kompaktere Einbaumasse, längere Lebensdauer und eine sehr hohe Leistungsdichte. Seit Mitte der 1980er Jahre sind die Schrägscheibenpumpen und Motoren in allen Stapleranwendungen von Linde im Einsatz – sowohl im offenen Ölkreislauf (Hubhydraulik) als auch im geschlossenen Ölkreislauf (Fahrhydraulik). Eine Standardisierung und die Integration zahlreicher weiterer Funktionen erfolgte Anfang der 1990er Jahre mit der Einführung der modernen Axialkolbenmaschine der Baureihe 02 in Schrägscheibenbauweise. Mit der Staplerbaureihe 39x gelang im Jahr 2002 ein entscheidender Durchbruch bei der Drehzahlreduzierung, die zur Einsparung einer Getriebestufe führte und den Antrieb damit nicht nur leiser und verschleissärmer, sondern auch energiesparender machte. Viele Hydraulik-Experten staunten über die Leistungsdichte und Präzision, die mit Schrägscheibenantrieben realisiert wurde. Und die Praxis bestätigte sogar die Überlegenheit gegenüber dem Radialkolbenantrieb, bei welchem die Arbeitskolben im Gegensatz zur Axialkolbenpumpe nicht axial (parallel), sondern radial (senkrecht) zur Antriebswelle angeordnet sind.
Alles unter einem Dach„Entscheidende Voraussetzung für jeden grossen Entwicklungsschritt war, dass die Antriebstechniker bei Linde MH tief in das Fahrzeug hinein fühlen können“, ist Bernward Welschof, Entwicklungsleiter Antriebstechnik bei Linde MH, überzeugt. „Denn als einziger Gabelstaplerhersteller verantwortet Linde sämtliche Komponenten, vom Fahrpedal bis zum Rad. Und nicht nur der hydraulische Fahrantrieb, sondern auch die komplette Hubhydraulik einschliesslich Elektronik, Lenkung und Bedienhebel entstammen der gemeinsamen Hydraulik- und Fahrzeugentwicklung unter einem Dach.“ Mit dem Langsamläufer hat Linde aktuell die vierte Generation der Hydrostatik implementiert, die den Staplerfahrern hohen Fahrkomfort, Wendigkeit und feinfühlige Bedienung bietet. Gleichzeitig profitieren die Betreiber von geringem Wartungsaufwand und hoher Leistungsfähigkeit. Für die Zukunft haben die Antriebstechniker und Fahrzeugentwickler von Linde MH bereits weitere Entwicklungen in der ‚Pipeline’. Welschof: „So kann die Hydrostatik in Zukunft beispielsweise als Basis dienen, um die Antriebsprinzipien von Elektro- und Verbrennungsmotor zu verbinden und dem Anwender das Beste aus zwei Welten zu bieten.“
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