Reinigungstechnik

Schonende Reinigung für Monument und Maschine

| Redakteur: Luca Meister

Mit dem neuen Trocken­eis-Strahlgerät «IB 7/40 Adv» von Kärcher kann man umweltfreundlich und schonend Oberflächen entschichten, entlacken und entgraten.
Bildergalerie: 3 Bilder
Mit dem neuen Trocken­eis-Strahlgerät «IB 7/40 Adv» von Kärcher kann man umweltfreundlich und schonend Oberflächen entschichten, entlacken und entgraten. (Bild: Kärcher)

Kärcher unterstützt bei der Sanierung der Wiener Votivkirche Reinigungsarbeiten mit einem Gerät für das Trockeneis-Strahlverfahren. Die «Ice Blaster» des Reinigungsgeräteherstellers werden aber auch in der Industrie eingesetzt.

Die Entstehung der Wiener Votivkirche, auch «Ringstrassendom» genannt, steht in Zusammenhang mit dem Attentat auf den jungen Kaiser Franz Joseph I. am 18. Februar 1853 durch den Schneidergesellen János Libényi. Der Bruder des Kaisers, Erzherzog Ferdinand Maximilian, der spätere Kaiser von Mexiko, rief nach dem Attentat «zum Dank für die Errettung Seiner Majestät» zu Spenden auf, um in Wien eine neue Kirche zu bauen. Die Kirche sollte als «Dankgeschenk» (Votivgabe, daher der Name) der Völker der Monarchie für die Errettung Franz Josephs errichtet werden. 300 000 Bürger folgten dem Spendenaufruf.

Durch das Ende der Monarchie hatte die Votivkirche an Bedeutung verloren, sodass für die In­stand­haltung des Gebäudes kein Geld mehr da war. Bereits 1929 untersuchte man die Schäden durch Rauch und Russ, die die schwarzen Krusten vor allem an den regengeschützten Aussenteilen der Kirche verursacht haben. Die Schäden des 2. Weltkriegs wurden so weit behoben, dass die Votivkirche wieder als Gotteshaus verwendet werden konnte. Eine gründliche Restaurierung erfolgte in den 150 Jahren seit Baubeginn jedoch nie. Im Jahr 2001 übernahm die Erzdiözese Wien die Leitung für die Renovierung der Votivkirche.

Kultur-Sponsoring-Programm

Kärcher engagiert sich im Rahmen eines eigens gegründeten Kultur-Sponsoring-Programms für die Erhaltung von Kulturdenkmälern und anderen herausragenden Immobilien. Die Objekte werden unter Einsatz von Kärcher-Geräten und Know-how schonend von oberflächenschädlichen Ablagerungen und Schmutz befreit. Im Rahmen dieses Programms soll der Vierungsturm der Votivkirche mittels Kärcher-Produkten im restauratorischen Sinne gereinigt werden. Kärcher unterstützt das Projekt mit Beratung für die möglichst substanzschonende Entfernung der Verschmutzungen, stellt Reinigungsgeräte wie den Ice Blaster zur Verfügung und übernimmt die anfallenden Kosten des benötigten Trockeneises.

Je nach Eigenschaft des Reinigungsobjektes schlägt das Unternehmen eine bestimmte Reinigungsmethode vor. Mit Zustimmung des Vertragspartners testet Kärcher diese Reinigungsmethode an einer geeigneten Stelle zur Festlegung des Reinigungsgrades und Prüfung der Auswirkungen auf die zu reinigende Substanz.

Trockeneis-Strahlverfahren hat sich bewährt

Für die wirtschaftliche und gleichzeitig schonende Reinigung verschiedenster Oberflächen hat sich das Trockeneis-Strahlverfahren bewährt. Da es korrosionsfrei und kaum abrasiv ist, eignet es sich auch für die Bearbeitung sehr empfindlicher Materialien und entfernt unter anderem Öle, Fette, Klebstoffe, Bindemittel, Silikone und Lacke.

Beim Trockeneisstrahlen werden so genannte Trockeneispellets aus verfestigtem, -79 °C kaltem CO2-Schnee auf bis zu Schallgeschwindigkeit beschleunigt. Wenn sie auf die Verschmutzung treffen, bewirken die Temperaturdifferenz und die kinetische Energie, dass sie versprödet und aufbricht. Nachfolgende Partikel dringen in die Risse ein und sublimieren dort vom festen Aggregatzustand in den gasförmigen. Dies ist mit einer Volumenvergrösserung um den Faktor 700 verbunden; der Schmutz wird mikroskopisch abgesprengt. Maschinen, Formen, Fliessbänder, Werkzeuge und Produktions­anlagen lassen sich auf diese Weise an Ort und Stelle reinigen. Eine Demontage ist in der Regel nicht erforderlich – das bedeutet kurze Stillstandzeiten. Da das Gerät zudem ohne Chemie arbeitet und sich das Strahlmedium buchstäblich in Luft auflöst, entfällt auch seine Entsorgung.

Reinigen, entlacken und entgraten – auch im Maschinenbau

Das Trockeneis-Strahlgerät «IB 7/40 Adv» ist sehr kompakt ausgelegt und daher auch für filigranere Arbeiten einsetzbar. Der Druckluftverbrauch (max. 3,5 m3/min) ist so gering, dass es an das Hausnetz angeschlossen werden kann. Der Eisverbrauch und Druck sind von 15 bis 50 kg/h bzw. 0,2–1 MPa
(2–10 bar) variabel. Das Gerät entfernt schonend und effizient Öle, Fette, Klebstoffe, Bindemittel, Silikone und vieles mehr von verschiedensten Oberflächen. Da das Verfahren korrosionsfrei und kaum abrasiv ist, eignet es sich auch für das Reinigen, Entlacken und Entgraten sehr empfindlicher Oberflächen. Eingesetzt wird der Ice Blaster IB 7/40 Adv u. a. in Kunststoff, Lebensmittel oder Holz verarbeitenden Betrieben sowie im Maschinenbau, in Druckereien, in der Automobilindustrie und restauratorischen Reinigung.

Ein eingebauter Wasserabscheider entfeuchtet die Druckluft. Um ein Vereisen bei längeren Arbeits­pausen zu vermeiden, kann der 15 kg Trockeneis fassende Behälter ausserdem bequem auf Knopfdruck entleert werden. Kontrollleuchten zeigen den Status der Funktionen wie Druck, Spannung und Dosierung an. Über das Display lassen sich darüber hinaus Statistiken abrufen, z. B. zu durchschnittlichem Trockeneisverbrauch und Betriebsdauer.

Beim IB 7/40 Adv sind Strahldruck und Eismenge über eine Fernbedienung direkt an der Pistole regulierbar. Zubehör, wie Rund- und Flachstrahl­düsen, Gabelschlüssel und Düsenfett sind in einer Werkzeugtasche griffbereit am Gerät untergebracht. Wahlweise sorgen ringförmig angeordnete LEDs an der Düse für eine gute Sicht auf das zu reinigende Objekt. Um zum Beispiel losen Schmutz abzublasen, kann auch nur mit Druckluft gearbeitet werden. Ausserdem sorgt ein 6 m langes Erdungsseil dafür, dass es bei nicht geerdeten Objekten zu keiner statischen Aufladung kommt. Um die 3 mm grossen Pellets für das Reinigen sehr empfindlicher Oberflächen zu zerkleinern, ist wahlweise ein Scrambler erhältlich.

IB 15/120 mit mehr Leistung

Der Ice Blaster 15/120, ein weiteres Gerät, verfügt über eine hohe Flächenleistung. Es wird u. a. zur Grundreinigung kompletter Werkzeugmaschinen und Produktionsanlagen verwendet und kommt zudem neben den oben erwähnten Bereichen auch in der Textilindustrie zum Einsatz. Beim IB 15/120 sorgt eine Vielzahl durchdachter Details für mehr Leistung und eine höhere Anwenderfreundlichkeit. Die Luftführung des Geräts wurde strömungstechnisch so optimiert, dass das Strahlgut beinahe verlustfrei zur Düse befördert wird. Das führt ebenso zu einer deutlichen Steigerung der Reinigungsleistung wie die neu entwickelten Hochleistungs-Düsen für die Strahlpistole. Sie ermöglichen einen besonders gründlichen Abtrag der Verschmutzungen. Über die elektrische Steuerung der Pistole lässt sich das IB 15/120 komfortabel an- und ausschalten. Eisverbrauch und Druck sind am Gerät von 30 bis 120 kg/h bzw. 0,2–1,6 MPa (2–16 bar) variabel einstellbar; Kontrollleuchten zeigen auf einen Blick den Status der Funktionen wie Druck, Spannung und Dosierung an. Über das grosse Display lassen sich darüber hinaus Statistiken abrufen, z. B. zum durchschnittlichen Trockeneisverbrauch und zur Betriebsdauer. SMM

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44709251 / Zulieferer)