Ausbildung für den Einsatz im Werkzeugmaschinenumfeld

So geht Ausbildung

| Redakteur: Silvano Böni

SinuTrain sieht auf dem PC und der Maschine identisch aus. Das erleichtert den Lernenden den Umstieg an die echte Sinumerik-gesteuerte Werkzeugmaschine
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SinuTrain sieht auf dem PC und der Maschine identisch aus. Das erleichtert den Lernenden den Umstieg an die echte Sinumerik-gesteuerte Werkzeugmaschine (Bild: Siemens)

Der Ruf nach gut ausgebildetem Personal für den Einsatz im Werkzeugmaschinenumfeld ist häufig zu hören – Ausbildungsabgänger sollen von Beginn an möglichst umfänglich einsatzfähig sein. Das Ausbildungszentrum Winterthur (Azw) unterstützt die Industrie mit Hilfe von Siemens in diesen Belangen tatkräftig.

2002 entstanden und als Vereinsstruktur aufgebaut, zu der namhafte Trägerfirmen gehören, ist das Ausbildungszentrum Winter​thur Azw mit jährlich insgesamt über 2000 Lernenden in Lang- oder Kurzzeitausbildungsverhältnissen in Winterthur und Umgebung zwischenzeitlich zu einer wichtigen regionalen Grös​se in der Ausbildung aufgestiegen. Zwölf Lehrberufe sind an den beiden Standorten in Winterthur und Uster im Angebot; darunter auch die zum Polymechaniker und zum Produktionsmechaniker. Pro Jahr starten um die 80 der etwa 240 Lehrbeginner eine Ausbildung in einem dieser zwei Lehrberufe.

Produktion auf Industrie-Niveau

Das Azw nimmt im Vergleich mit anderen Ausbildungsinstitutionen eine Sonderrolle ein – und zwar sowohl was die Vertragsgestaltung mit den Auszubildenden als auch was die eigene Produktion betrifft. Denn hier werden neben dem Ausbildungsbetrieb voll wettbewerbsfähige Aufträge abgearbeitet, die zum grössten Teil von den Trägerfirmen kommen. «Die Lernenden profitieren von unserer industriellen Bodenhaftung und der im Azw vorhandenen Fach- und Methodenkompetenz in hohem Mass; das Zentrum erwirtschaftet allein mit diesen Aufträgen etwa 30 Prozent des Jahresumsatzes», erklärt Christoph Kaufmann, Leiter der mechanischen Grundausbildung. Für die Auftragsarbeiten stehen in den auf Industrie-Niveau ausgestatteten Werkstätten zahlreiche Werkzeugmaschinen unterschiedlicher Provenienz zur Verfügung. Bei einer der neuesten handelt es sich um eine Universal-Drehmaschine CTX 310 Ecoline von DMG Mori, die von einer CNC des Typs Sinumerik 840D sl von Siemens gesteuert wird.

Innovative Ausbildungsverträge mit Modellcharakter

Die Azw bietet unter anderem spezielle Lehrverträge an. Dazu Christoph Kaufmann: «Unsere Polymechaniker mit dieser Art von Vertrag gehen nach zwei erfolgreich absolvierten Ausbildungsjahren für das dritte und vierte Lehrjahr in einen Betrieb. Erst bei Übernahme von Auszubildenden werden durch diese Betriebe die beiden ersten Jahre rückfinanziert, sodass das Azw hier in ganz beträchtlichem Umfang in Vorleistung geht.» Dass sich dieses Vorgehen als Erfolgsmodell bezeichnen lässt, zeigt sich an der Zahl der Lehrverträge – es sind zwischenzeitlich über 400 –, aber auch am hohen Interesse der Unternehmen: Mittlerweile sind bei über 70 Partnerunternehmen Azw-Lernende im Einsatz – Tendenz steigend.

Praxisnahe Ausbildung auf ebensolcher Ausstattung

Soll eine Ausbildung die Berufsanfänger zielführend und motivierend auf ihren Einsatz im Fertigungsbetrieb vorbereiten, ist eine praxistaugliche Werkstatt-Ausstattung erforderlich. Deshalb werden die Polymechaniker am Azw seit Kurzem nicht mehr nur auf konventionelles Drehen und Fräsen vorbereitet, sondern lernen im zweiten Lehrjahr, also noch bevor sie ins Unternehmen wechseln, auch an CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen. 2016 haben die ersten Lernenden ihre CNC-Prüfung abgelegt – als Teilprüfung nach zwei Jahren Ausbildungszeit.

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