Interview mit Renzo Davatz

«Wir denken in der Verpackung»

| Redakteur: Luca Meister

Renzo Davatz, CEO der Netstal-Maschinen AG: «Mit der neuen Baureihe Elios können Anwender ihre Energiekosten um fünfstellige Frankenbeträge reduzieren.»
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Renzo Davatz, CEO der Netstal-Maschinen AG: «Mit der neuen Baureihe Elios können Anwender ihre Energiekosten um fünfstellige Frankenbeträge reduzieren.» (Bild: L. Meister)

Renzo Davatz, seit letztem Sommer CEO der Netstal-­Maschinen AG, hat beim Glarner Maschinenbauer bereits seine Lehre als Elektromechaniker absolviert. Seither arbeitete er während 25 Jahren an verschiedenen Posi­tionen im Unternehmen – unter anderem baute er in den USA die Serviceorganisation auf und verantwortete das weltweite Servicegeschäft der Krauss-Maffei-Gruppe.

SMM: Herr Davatz, wie ist Ihnen das letzte Jahr gelaufen?

Renzo Davatz: Umsatztechnisch recht gut. Wir waren allerdings mit globalen Schwankungen konfrontiert. Der chinesische Markt war zum Beispiel nicht so spannend wie andere Märkte, Europa und die USA haben sich gut gehalten, während der mittlere Osten und Asien auch ganz gute Resultate lieferten. Wir spüren zwar noch immer die Frankenstärke, hatten aber bereits vor der Aufhebung des Mindestkurses wirksame Massnahmen eingeleitet, die wir nun weiter intensivieren müssen.

Sie setzen auf Stabilität, was mit dem sich erneut stärkenden Franken und Präsident Trump mit Sicherheit nicht einfach ist. Wo liegen Ihre Prioritäten?

R. Davatz: Unser Fokus liegt auf der Innovation – das ist unsere Strategie. Das haben wir mit der neu konzipierten Baureihe Elios, die ein leistungsfähiges sowie energetisch interessantes Antriebskonzept und eine Schliesskraft von 750 Tonnen aufweist, auf der letzten Messe K in Düsseldorf demonstriert. Künftig werden wir vom gleichen Maschinentyp herunterskalierte Versionen mit 650 und 550 Tonnen Schliesskraft in unser Angebot integrieren, um diese Baureihe zu vervollständigen. Dies wird uns mehr Marktanteile und Wachstum im Verpackungsbereich einbringen. Dabei legen wir den Schwerpunkt auf die Applikation, das heisst, wir denken nicht in physischen Lösungen oder Maschinen, sondern im Produkt, das auf unseren Anlagen produziert wird. Im PET-Bereich denken wir also in der Flasche selbst und bieten dem Kunden Gesamtlösungen für diese Anwendung. Dementsprechend bieten wir oft ein ganzes System an mit Werkzeug, Entnahmegerät, Trockner und Kühler inklusive Dienstleistungspaket.

Braucht man Wachstum, um in der Schweiz als Unternehmen bestehen zu können?

Ergänzendes zum Thema
 
Netstal-Maschinen AG

R. Davatz: Wachstum ist oft positiv. Grundsätzlich werden Firmen nur agil bleiben, wenn sie bereit sind für Veränderung. Wenn aus einer Entwicklung ein gesundes Wachstum entsteht, empfinde ich das als positiv. Wachstum per se zu verlangen, das ist ein anderes Thema.

Netstal gehört zur Krauss-Maffei-Gruppe, die dem chinesischen Staatskonzern Chem China gehört. Was bringen Ihnen diese Verbindungen für Vorteile und was verbindet Netstal mit diesen beiden Konzernen?

R. Davatz: Die Krauss-Maffei-Gruppe, zu der wir seit 1991 gehören, ist Lösungsanbieterin für Kunststoffverfahren. Während Krauss Maffei unter anderem grössere Spritzgiessanlagen für den Automobilbereich produziert, vervollständigt Netstal mit kleineren und extrem schnelllaufenden Anlagen im Highend-Bereich das Portfolio. Von Chem China, die letztes Jahr Krauss Maffei gekauft hat, spüren wir bis anhin im Tagesgeschäft nicht besonders viel. Die Koordination von Aktivitäten und Massnahmen erfolgt wie bisher auch mit unserer Konzernmutter Krauss Maffei in München. In Zukunft kann uns die neue Konstellation in China im einen oder anderen Fall als Türöffner für neue Projekte dienlich sein. Langfristig sehen wir hier gute Perspektiven auf dem chinesischen Markt.

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