Stahlpreise im Aufwärtstrend

 

03.05.2010 | Redakteur/Autor: Redaktion SMM

 

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Der Stahlmarkt scheint sich neu zu organisieren. Künftig müssen alle Beteiligten, vom Stahlerzeuger bis zum Maschinenbauer mit kurzfristigeren Lieferverträgen und stärkeren Preisschwankungen rechnen und mit diesen umzugehen wissen.


Eisenerz ist mit einem jährlichen Handelsvolumen von mehr als 900 Millionen Tonnen einer der weltweit wichtigsten Rohstoffe - sowohl mengen- als auch wertmässig. Gehandelt wird Eisenerz vor allem zwischen den Minengesellschaften und den Stahlproduzenten. Bisher geschah dies auf Basis jährlich neu verhandelter Lieferverträge, wobei der erste grosse Kontrakt des Jahres als so genannter Benchmark für alle anderen galt - nach diesem ersten Kontrakt verhandelten die Minen und Stahlhersteller nur noch über einen Auf- oder Abschlag vom Benchmarkpreis. Einen Spotmarkt wie bei Erdöl und den meisten anderen Industriemetallen gibt es für Eisenerz zwar schon lange, doch wurden hier in den vergangenen Jahrzehnten nur vergleichsweise geringe Mengen gehandelt. Denn die grössten Volumina wurden über stabile Jahresverträge abgedeckt und lediglich der Spitzenbedarf wurde durch Einkauf auf dem Spotmarkt gedeckt.

Neu: Drei-Monats-Verträge für Eisenerz
Ende März dieses Jahres setzten die drei marktbeherrschenden Bergbaukonzerne die australisch-britische BHP Billiton, die britische Rio Tinto und die brasilianische Vale neben Preisaufschlägen auch erstmals Dreimonatsverträge für Eisenerz durch, die sich am Spotmarkt orientieren. Unabhängig von aktuellen Vorwürfen gegen die Eisenerzförderer, sie würden die Preise in die Höhe treiben und ihre Oligopolstellung am Markt ausnutzen, hat diese verkürzte Vertragslaufzeit grosse Auswirkungen auf den gesamten weltweiten Stahlmarkt. Einen solchen Umbruch des Markts hin zu kurzfristigeren Preisanpassungen hat es auch in anderen Rohstoffmärkten wie Aluminium, Zink oder Kupfer in den letzten Jahrzehnten bereits gegeben. Die Gründe hierfür waren - wie jetzt auch beim Eisenerz - die marktgerechtere Preisbildung.

Preissteigerung absehbar
Die Entwicklung in diesen Märkten zeigt, dass das mittlere Preisniveau beim Übergang von der langfristigen zur kurzfristigen Preisbildung ansteigt: Neben Finanzinvestoren verdienen auch die klassischen Finanzinstitute an kurzfristiger gehandelten Rohstoffen, vor allem durch notwendig gewordene Absicherungsgeschäfte der Marktteilnehmer - das so genannte Hedging. Nach Schätzungen der Unternehmensberatung Bain & Company verteuern sich am Spotmarkt gehandelte Rohstoffe durch Hedging um rund zwei bis fünf Prozent.

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