Fertigungsmethoden

Designeruhren aus Metallpulver

| Redakteur: Anne Richter

Die Uhrenkollektion Watch-up von Umberto Palermo.
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Die Uhrenkollektion Watch-up von Umberto Palermo. (Bild: Concept Laser)

>> Mit Schichtbauverfahren kann eine ungewöhnliche Optik bei Uhren erzielt werden. Der Designer Umberto Palermo aus Turin erarbeitete eine Uhrenkollektion mit dem Titel Watch-up unter Einsatz des generativen Laserschmelzverfahrens von Metallen. Das komplette Uhrengehäuse wird dabei im Lasercusing-Verfahren hergestellt.

Umberto Palermo, italienischer Designer und Mitinhaber des Unternehmens UP Design arbeitet mit Unternehmen wie Fiat, Faw, Indesit, Scholtes, Hotpoint, Ariston Thermo, Cantieri Rodriquez, Politecnico di Torino zusammen. Palermo präsentierte UP Design auf internationalen Designmessen wie Frankfurt 2011, Milan 2012 sowie auf den Automobilmessen Auto Shanghai 2011 und Qatar Motor Show 2012.

Neue Ideen für neue Fertigungsmethoden

Von der Idee geleitet, abstrakten Ideen eine Form zu geben, begann sich Umberto Palermo mit dem Design von edlen Produkten zu befassen. «Ich wollte eine neue, ungewöhnliche Formensprache von Gegenständen entwickeln, die auf ganz neuen Fertigungsmethoden basieren. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde durch Palermo in Turin gezeigt: die Kollektion Bike-up, ein neues Fahrrad aus Karbon, und Watch-up, eine Serie von Uhren, die ohne Guss oder Fräsen aus Metallpulver generativ entsteht.

Aus Metallpulver wird eine Uhr

Der innovative Grundgedanke der Uhrenkollektion Watch-up liegt in der Fertigung des kompletten Uhrengehäuses mit dem generativen Metall-Laserschmelzverfahren Lasercusing. Um der Idee von Palermo, eine einzigartige Uhr zu schaffen, Gestalt zu geben, machte er sich mit den Möglichkeiten dieses Verfahrens vertraut. Umberto Palermo: «Es ist sehr ungewohnt, plötzlich nahezu jede Geometrie wählen zu können. Für einen Designer ist das natürlich eine gewaltige Chance, Dinge von hohem ästhetischem Niveau zu entwerfen. Die Freiheiten des Designs, die das Laserschmelzen mit Metallen ermöglicht, haben mich erst verblüfft und dann begeistert», schildert Palermo seine Eindrücke. Die fünf kompletten Uhrengehäuse, bestehend aus einem Ober- und Unterteil, der Kollektion Watch-up wurden in einem einzigen Fertigungsschritt auf einer M1-Cusing-Anlage bei Concept Laser in Lichtenfels gebaut. Ridix, italienischer Vertriebspartner von Concept Laser, unterstützte den technologischen Brückenschlag von Deutschland nach Italien.

Härte trifft auf Weichheit

Der Vorteil des Verfahrens lag für UP Design zum einen darin, am gefertigten Modell bei Bedarf schnell Anpassungen des Designs vornehmen zu können. Zum anderen konnte durch Anwendung der generativen Laserschmelztechnologie ohne grossen Zusatzaufwand die gewünschte Oberflächenstruktur erzielt werden, welche mit einem konventionellen Verfahren nur sehr aufwändig hätte hergestellt werden können. «Die Oberfläche vermittelt eine Anmutung von Leder und Stoff, die am Handgelenk als Symbol der Einzigartigkeit steht. Es hat für mich eine sehr markante und zeitlose Ästhetik, wenn sich die Härte und die Werkstoffeigenschaften von Metall, bildlich gesprochen, mit der Weichheit aus den Gerbereien von Florenz vereinen», erläutert Palermo seine Idee. Für andere Projekte von Objekten in Metall sieht Palermo noch reichlich Potential, ungewöhnliche Dinge aus Pulver mittels Lasercusing zu kreieren. <<

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