Generatives Laserschmelzverfahren für Designer-Uhren

Armbanduhren aus Metallpulver mit besonderen Oberflächen

| Redakteur: Luca Meister

Uhrenkollektion «Watch-up» von Umberto Palermo.
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Uhrenkollektion «Watch-up» von Umberto Palermo. (Bild: Concept Laser)

Was ist post-industrielles Design für ein urbanes Umfeld? Zum Beispiel Armbanduhren, die aussehen wie aus einem Schiffswrack geborgene Navigationsgeräte griechischer Seefahrer. Der Designer Umberto Palermo kreierte eine Uhrenkollektion mittels des generativen Laserschmelzverfahrens von Metallen von Concept Laser.

Umberto Palermo, italienischer Designer und Mitinhaber des Unternehmens Up Design, arbeitet mit Unternehmen wie Fiat, Faw, Indesit, Scholtes, Hotpoint, Ariston Thermo, Cantieri Rodriquez und Politecnico di Torino zusammen. Er präsentierte seine Werke auf internationalen Design-Messen wie Frankfurt und Milano sowie auf den Automobilmessen Auto Shanghai und Qatar Motor Show.

Von der Idee geleitet, abstrakten Ideen eine Form zu geben, begann sich Palermo mit dem Design von edlen Produkten zu befassen. «Ich wollte eine neue, ungewöhnliche Formensprache von Gegenständen entwickeln, die auf ganz neuen Fertigungsmethoden basiert.» Das Ergebnis dieser Arbeit wurde in Turin im Rahmen der Wohltätigkeitsveranstaltung «Event for a Smile» im Mai 2012 erstmals gezeigt: Die Kollektion «Bike-up», ein neues Fahrrad aus Karbon, und «Watch-up», eine Serie von Uhren, die ohne Guss oder Fräsen generativ aus Metallpulver entsteht.

Uhren aus Metallpulver

Der innovative Grundgedanke der Uhrenkollektion Watch-up liegt in der Fertigung des kompletten Uhrengehäuses mit dem generativen Metall-Laserschmelzverfahren «Laser-Cusing». Um der Idee von Palermo, eine einzigartige Uhr zu schaffen, Gestalt zu geben, machte er sich mit den Möglichkeiten dieses Verfahrens vertraut. Umberto Palermo: «Es ist sehr ungewohnt, plötzlich nahezu jede Geometrie wählen zu können. Für einen Designer ist das natürlich eine gewaltige Chance, Dinge von so hohem ästhetischem Niveau zu entwerfen. Die Freiheiten des Designs, die das Laserschmelzen mit Metallen ermöglicht, haben mich zuerst verblüfft und dann richtig begeistert», schildert Palermo seine Eindrücke. Die fünf kompletten Uhrengehäuse (bestehend aus einem Ober- und Unterteil) der Kollektion Watch-up wurden in einem einzigen Fertigungsschritt auf einer «M1 Cusing-Anlage» bei Concept Laser, einem Unternehmen im Verbund der Hofmann Innovation Group, in D-Lichtenfels gebaut. Ridix, italienischer Vertriebspartner von Concept Laser aus der Nähe von Turin, unterstützte den technologischen Brückenschlag von Deutschland nach Italien.

Härte trifft auf Weichheit

Der Vorteil des Verfahrens lag für Up Design zum einen darin, am gefertigten Modell bei Bedarf schnell Anpassungen des Designs vornehmen zu können. Zum anderen konnte durch Anwendung der generativen Laserschmelz-Technologie ohne grossen Zusatzaufwand die gewünschte Oberflächenstruktur erzielt werden, die mit einem konventionellen Verfahren nur sehr aufwändig hätte hergestellt werden können. «Die Oberfläche vermittelt eine Anmutung von Leder und Stoff, die am Handgelenk als Symbol der Einzigartigkeit steht. Es hat für mich eine sehr markante und zeitlose Ästhetik, wenn die Härte und die Werkstoffeigenschaften von Metall – bildlich gesprochen – sich mit der Weichheit aus den Gerbereien von Florenz vereinen», erläutert der Designer seine Idee. Für andere Projekte von Objekten in Metall sieht Palermo künftig noch reichlich Potential, um ungewöhnliche Dinge aus Pulver mittels Laser-Cusing zu kreieren.

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