50 Jahre Maxon Motor AG - erfolgreich mit den kleinsten Motoren

| Redakteur: Susanne Reinshagen

Der Sitz der Maxon Motor AG in Sachseln bietet über tausend Arbeitsplätze (Bild: Maxon)
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Der Sitz der Maxon Motor AG in Sachseln bietet über tausend Arbeitsplätze (Bild: Maxon)

>> Spätestens seit 1997, der ersten Marslandung, als Bilder des Marsmobils – ausgerüstet mit Micromotoren der Maxon Motor AG – um die Welt gingen kennt man das innovative Unternehmen aus Sachseln auf allen Kontinenten.

1961 als Interelectric Sachseln AG gegründet, hat sich die Firma Ende der 60er Jahre auf Kleinstmotoren spezialisiert. Die Maxon Motor AG, mit Hauptsitz in Sachseln, OW und Vertriebsgesellschaften in mehr als 30 Ländern, beschäftigt heute über 1800 Mitarbeitende, davon 1050 am Hauptsitz, wo auch gegen 40 Lehrlinge ausgebildet werden. Das Unternehmen produziert in Sachseln sowie in Deutschland und Ungarn.

Zunächst hatte das Unternehmen galvanoplastische Produkte für Braun-Rasierapparate hergestellt und schrittweise eine Entwicklungsabteilung für elektromechanische Geräte aufgebaut. Der wohl wichtigste Meilenstein des Unternehmens: 1968 erfolgte der Start für das erfolgreiche Maxon-Programm mit Kleinstmotoren mit eisenlosem Rotor.

Mittlerweile ist Maxon Motor mit über 40 Jahren Erfahrung weltweit der führende Anbieter von hochpräzisen Antriebssystemen. Das Produktionsprogramm ist im Baukastensystem aufgebaut und umfasst Gleichstrommotoren, Planeten-, Stirnrad- und Spezialgetriebe, Istwertgeber, Servoverstärker, Positioniersteuerungen sowie Hightech CIM- (Ceramic Injection Molding) und MIM- (Metall Injection Molding) Komponenten.

Maxon-Gleichstrommotoren sind weltweit patentiert und zeichnen sich durch ihre bürstenlosen und bürstenbehafteten Ausführungen mit eisenlosen Wicklungen aus, die Flachmotoren durch Eisenkerne. Die Stärke der ab 6 mm Durchmesser kleinen Motoren: Hohe Leistungen werden auf kleinstem Raum ohne Verlust an Effizienz und Zuverlässigkeit untergebracht.

DC-Motor, Getriebe und Steuerelektronik: Gesamtlösungen werden nach Kundenwunsch zu einem intelligenten komplexen Antriebsystem kombiniert. Rund 80% der Produkte werden exportiert, was die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und des Werkplatzes Schweiz unterstreicht.

Driven by precision: Firmenrundgang

Wickeln, ausgiessen, feinstdrehen, fräsen, justieren, kontrollieren, Probeläufe durchführen, Getriebe und Encoder montieren, bei Endmontage individuelle Anschlüsse anbringen usw.: Im Fertigungsbereich stehen Hunderte moderne selbstentwickelte Maschinen und Produktionsstrassen. Der Vorteil für die Kunden: effiziente und schnelle Fertigung ihrer Produkte, – ob für Klein- oder Grossserien. Was von den Konstrukteuren in Sachseln nach Kunden-Bedürfnissen entwickelt wurde, wird hier in den hellen freundlichen Vorzeigeräumen produziert. Laufende Kontrollen und die jeweilige Qualitätssicherung haben einen überdurchschnittlich grossen Stellenwert.

Im Herzen der Fertigung werden die selbsttragenden Wicklungen nach einem geheim gehaltenen Verfahren hergestellt. Da Maxon-Motoren ohne Eisen auskommen, zeichnen sie sich durch ihr leichtes Gewicht und – infolge fehlendem Rastmoment – durch einen rund doppelt so grossen Wirkungsgrad wie herkömmliche Wicklungen aus.

An mehreren Stationen erfolgt das automatisierte Ausgiessen von Rotoren die dann einem Durchlaufofen zum Aushärten zugeführt werden. Albert Bucheli, Dipl. Ing HTL, Leiter Marketingsupport, erklärt die einzelnen Prozesse und das Auswuchten, wo kleinste Toleranzen ausgeglichen werden, sowie das dynamische elektrische und mechanische Prüfen der Rotoren.

Feinstdrehstationen: Winzige, versilbert angelieferte Kollektoren erhalten hier den letzten Schliff, von einer Kamera auf einen Bildschirm übertragen, von Mitarbeitern permanent überwacht.

Bucheli kennt die Produkte bis ins letzte Detail. Begeistert, nicht ohne Stolz, weist er auch jeweils auf ihre Verwendung hin. Problemlösungen für die Medizintechnik dominieren.

Viele der Maschinen und Anlagen werden vollautomatisch betrieben, besonders bei den halbautomatischen Prozessen läuft nichts ohne das qualifizierte Personal, was die vielen laufend ausgebauten Arbeitsplätze in Sachseln erklärt. Modernste Messverfahren garantieren grösste Masshaltigkeit. Für besondere Anforderungen, vor allem bei kleinen Komponenten, erfolgt die Montage im staubpartikelfreien Reinraum, wo der Zugang zum Montagebereich nur über eine Umkleideschleuse erfolgt.

Im Musterbau können neue Lösungen umgehend in der Praxis erprobt und verbessert werden. Die Fertigung in diesem Bereich erlaubt den frühen Einsatz in Prototypen der Endanwendung. Eine weitere Dienstleistung: Lösungsvorschläge können in umfangreichen Simulationsmodellen geprüft werden. Mechanische Langzeittests zeigen Schwächen unter Belastung und lassen sich somit frühzeitig beheben.

Kleiner, leistungsfähiger, zuverlässiger, intelligenter: Die Zukunft für Produkte der Maxon Motor beginnt täglich. Denn für neue Innovationen in der Medizintechnik, zur Industrieautomation, für die Mess- und Prozesstechnik, Kommunikation, Luft und Raumfahrt usw. kommt man kaum ohne die spezialisierten Kleinstmotoren aus.

Attraktiver Arbetigeber

Das Personalrestaurant mit seiner Dachterrasse, hoch über dem idyllischen Sarnersee, erinnert an ein trendiges Ausflugslokal. Beeindruckend sind auch die Kindergrippe und der Fitnessraum mit Whirlpool. Gegen 65% der Mitarbeitenden wohnen hier, im Kanton Obwalden. Man weiss die attraktiven Arbeitsplätze zu schätzen.

Maxon-Motoren sind auch in Zukunft im All

1997, im Marsmobil «Sojourner», waren für Radantriebe, Lenkung und Spektrometer elf Maxon-Motoren eingesetzt worden. – Nach einem strengen weltweiten Auswahlverfahren hatte sich die NASA für das High-Tech-Unternehmen in Sachseln entschieden.

Die NASA Rover «Spirit» und «Opportunity» werden seit 2004 von je 39 Maxon-Motoren angetrieben. Für einen Einsatz von 90 Tagen konzipiert, laufen die Motoren auch heute, sieben Jahren später, noch. Die Erfolgsgeschichte wird weitergeschrieben, denn auch beim heute von der ESA geleiteten Mars-Mobil-Programm ist Maxon Motor federführend am Ball.

Maxon academy vermittelt Praxiswissen

Mit der Weiterbildungsplattform «maxon academy» hat das Unternehmen einen wichtigen Schritt in der Wissensvermittlung ihrer Kunden unternommen. In Form von gedruckten Veröffentlichungen, eLearning-Modulen sowie Seminaren geht es vor allem um die Themen «Antriebstechnik» und «Motion Control». Intelligente Antriebstechnik, sei es für Geräte oder im Anlagenbau, wird im Kontext der Mechatronik vor allem Konstrukteuren, Entwicklern und Hochschulen praxisnah näher gebracht.<<

Autor

Rolf Dorner, Fachjournalist BR/SFJ

Mitarbeiter des SMM

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