„Smart Factory 2020“

02.11.2015

Industrie 4.0 wird die Arbeitswelt konsequent verändern. Die neuen Technolo-gien, wie Internet der Dienste oder das Internet der Dinge erlauben Unterneh-men umfassend neue Möglichkeiten der innerbetrieblichen Zusammenarbeit und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

 

Industrie 4.0 wird die Arbeitswelt konsequent verändern. Die neuen Technologien, wie Internet der Dienste oder das Internet der Dinge erlauben Unternehmen umfassend neue Möglichkeiten der innerbetrieblichen Zusammenarbeit und die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Bereits 2013 hat man bei SEW-EURODRIVE (SEW) mit der Weichenstellung für Industrie 4.0 begonnen und einzelne Fertigungsinseln zu „small factory units“ zusammengefasst. Johann Soder, Geschäftsführer Technik SEW und Dr. Hans Krattenmacher, Leiter Entwicklung Elektronik SEW stellten anlässlich des Alfred Imhof Forums 2015 in Münchenstein vor rund 75 begeisterten Kunden die Realisierung der Vision „Smart Factory 2020“ vor. Diese soll mit höchster Perfektion Mensch und Technik verknüpfen, um auch in Zukunft erfolgreich zu produzieren.
Text und Bilder: TextConceptions.ch

Zum „Forum 2015“ begrüsste Lorenz Imhof, Geschäftsleiter Bereich Produktion Alfred Imhof AG, mit seinem Team die wieder zahlreich erschienenen Gäste am Stammsitz in Münchenstein. Für dieses Mal hatte die Alfred Imhof AG die hochkarätigen Referenten Johann Soder, Geschäftsführer Technik SEW, Dr. Hans Krattenmacher, Leiter Entwicklung Elektronik SEW sowie Professor Heinz Domeisen, Mitglied der Plattform „Industrie 2025“ eingeladen.
Johann Soder gab den gespannten Teilnehmern als Auftakt einen kurzen Abriss über die Unternehmensgeschichte der SEW (1931 als Süddeutsche Elektromotorenwerke in Bruchsal gegründet) und wie im Unternehmen bereits heute viele Aspekte der neuen industriellen Revolution in der Praxis umsetzt werden. Der strategische Unternehmensgrundsatz von Ernst Blickle, der das Unternehmen ab 1945 entscheidend vorantrieb, lautete: „Kreative Vielfalt durch Produktbaukästen“ und die konsequente Ausrichtung des Unternehmens an die Bedürfnisse am Markt. Dies hat sich bis heute als roter Faden des Unternehmenserfolges mit der Realisierung einer „verschwendungsfreien, hochflexiblen Fabrik mit hundertprozentig stabilen Prozessen“ bis hin zur aktuellen Strategieausrichtung mit „Smart Factory 2020“ bewährt, um höchstmögliche Effizienz zu erzielen.

Industrie 4.0 oder „Smart Factory 2020“ - Direkt vernetzt mit der Zukunft
An der eigenen Flexibilität und Effizienz zu arbeiten, ist dabei jedoch die zentrale Herausforderung für Unternehmen. Industrie 4.0 ist dazu die Lösung. Denn für Soder ist es die konsequente Weiterführung mit einem wertorientierten Arbeiten, welches Innovation, Wachstum und Wirtschaftlichkeit im Auge behalten muss: „Mach es einfach, intelligent und fehlerfrei“ ist eine seiner Kernaussagen. Darauf baut die Basis dieser neuen Evolution dank „Lean in der höchsten Perfektion auf, die Mensch und Technik verknüpft“ betonte er weiter. Denn daran führe kein Weg vorbei: „Mit dem Internet der Dinge und der Dienste erhalten die Objekte – ob Werkstück, fertiger Antrieb oder komplettes System – ihre eigene Identität mit eigener IP-Adresse. Daher werden wir mit dieser Vision der „Smart Factory 2020“ in neue Dimensionen vorstossen, indem wir Produkte intelligent machen“. Die Vernetzung von A bis Z spielt dabei eine entscheidende Schlüsselrolle. Durch die wandelbare und flexible Produktion und Logistik werden Unternehmen  in der Lage sein, eine höhere Anzahl von Produktvarianten zu verarbeiten, man steigert die Wertschöpfung und Effizienz und kann so schneller auch auf Veränderungen reagieren.
Die zentralen Themenfelder und Handlungsstrategien, die SEW im Auge hat, sind nach Soder neben Sm@rt Products, Sm@rt Factory, Sm@rt Logistics auch die  vernetzte Wertschöpfung,  Intelligentes Datenmanagement, Safety & Security, Condition Monitoring, sowie modernste Web-Dienstleistungen. Die Sm@rt Factory spielt dabei als intelligente Fabrik eine „zentrale Rolle, die sich durch Wandlungsfähigkeit, Ressourceneffizienz und Ergonomie sowie die Integration von Kunden und Geschäftspartnern in Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse auszeichnet“.

Vernetzung ist Voraussetzung für kontinuierlichen Datenaustausch

Neben detaillierten Umsetzungsszenarien am Beispiel der SEW-Schaufensterfabrik in D-Graben zeigte auch Dr. Hans Krattenmacher, Leiter Entwicklung Elektronik SEW-Eurodrive, konkrete Anwendungen und wie diese bei SEW realisiert werden. Die Vernetzung schafft die Voraussetzung für den kontinuierlichen Austausch von Daten, aus denen automatisch situationsgerechte Prozessanpassungen abgeleitet werden. Für Krattenmacher steht dazu fest: „Die bisherige Programmierung wird sich dramatisch ändern und der klassische SPS-Programmierer wird nicht mehr gefragt sein. Das dient der Beherrschung der Komplexität.“ Denn die grosse Themenvielfalt, wie Energie-Management, funktionale Sicherheit oder neue Anforderungen an die gesamten Produktions- und Logistikabläufe sind „mit den heutigen Programmiertechnologien nicht mehr zu bewältigen. Das ist gerade für die kleinen KMU die grösste Herausforderung. Da werden sie Partner finden müssen, die möglichst viele Software-Module anbieten, die man in der Prozessindustrie 4.0 braucht.“

Von der Grillparty zur „Industrie 2025“

Nach dem grossen Themenblock rund um viele wertvolle, konkrete Ratschläge für die Teilnehmer ging es erst einmal für rund eineinhalb Stunden in den Innenhof, um bei einem grossen Grillbuffet und edlen Tropfen den Hunger zu stillen und das Networking zu pflegen. Danach gab es individuelle Führungen durch den gesamten Betrieb der Alfred Imhof AG, bei dem die Teilnehmer den neuen SEW-Logistikassistenten bestaunen konnten, sowie detaillierte Einblicke in interne Produktionsabläufe und umfangreichen Handgriffe hinter den Kulissen erhielten, bis ein Antrieb zum Kunden ausgeliefert wird. Nach dem Praxisteil widmete sich der dritte Referent, Prof. Heinz Domeisen, Mitglied der Plattform „Industrie 2025“ diesem Thema und was es für Schweizer Firmen bedeutet, dabei zu sein. Dazu zeigte er konkret auf, wie der Werkplatz Schweiz von dieser zukunftsträchtigen Entwicklung rund um Industrie 4.0 profitieren kann und was Schweizer Anbieter unternehmen müssten, um langfristige Wettbewerbsvorteile zu generieren. Laut Domeisen ist es dazu besonders „wichtig zu verstehen, welche Hilfsmittel und Werkzeuge man einsetzen sollte, um bei der Automatisierung mögliche Probleme im Vorfeld berücksichtigen zu können, damit die Vision reibungslos umgesetzt werden kann.“ Die Bildung und das Know-how der Mitarbeiter in den Unternehmen ist dazu die Basis. Dafür stehen er und das Beraternetzwerk allen Interessierten Kunden für Beratungen zur Verfügung.
Bei der anschliessenden Podiumsdiskussion nutzten zahlreiche Anwesende, ihre konkreten Fragen oder Anliegen von den drei Referenten und Experten auf diesem Gebiet kompetent beantwortet zu bekommen.

Begeisterte Kundenstatements zur Weichenstellung in die Zukunft


Roger Brunold, Verkauf/Projektierung Graber AG aus 5615 Fahrwangen (www.graber.ch) sagte zum gelungenen Event: „Die Atmosphäre hier bei der Alfred Imhof AG ist immer sehr familiär und man ist herzlich willkommen. Ich war sehr beeindruckt von den Referenten. Das Thema der Vorträge am Morgen zur „Smart Factory 2020“ hat uns sehr interessiert, weil wir gerade ein Innovations-Management in unserem Unternehmen durchführen, bei dem wir verschiedene Zukunftsthemen angehen. Daher ist natürlich Industrie 4.0 für uns ein wichtiges Thema.

Wir haben dabei gesehen, dass eine grosse Firma wie SEW natürlich ganz andere Möglichkeiten und Mittel zur Verfügung hat, als zum Beispiel ein KMU mit 65 Mitarbeitern, wie wir es sind. Es hat uns jedoch gezeigt, dass wir in Zukunft noch innovativer sein müssen. Alfred Imhof/SEW Eurodrive ist mit den vorgestellten Produkten sicher auf dem richtigen Weg.“

 

202 2015-09-22 Imhof FORUM 2015 by TextConceptions.ch

René Thommen, Geschäftsführer der Im-Hof + Cie AG aus 4106 Therwil (www.im-hof.ch) betonte: „Unsere Erwartungen an diese Tagung wurden mehr als erfüllt, weil hier ein richtiger Wissenstransfer rund um Industrie 4.0 stattfand, was ich hoch spannend fand. Ganz besonders auch das praktische Beispiel von und bei der Firma SEW Eurodrive. Industrie 4.0 ist auch ein Thema in unserem Unternehmen, wenngleich wir es nicht so nennen. Die Unternehmen sind im Wandel - auch wir sind im Wandel: wir sind Servicepartner im Bereich von Förderanlagen und im Moment damit beschäftigt, unser Angebot in der Informatik auszubauen, um letztlich dem Kunden noch mehr Nutzen bieten zu können. Wir nehmen von dieser Tagung viele Inputs und Betrachtungsweisen mit: beispielsweise, wie mit solchen Projekten umzugehen ist, oder wie das Angebot für den Kunden aussehen soll. Auch, dass es nicht mehr um einen Produktverkauf allein geht, sondern dass dem Kunden eine Kombination von Produkt, Leistung und Dienstleistung transportiert wird und er daraus einen noch grösseren Nutzen zieht.“

 

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Auch Adrian Schmidlin, Stv. Geschäftsführer & Software Engineer, DD Automation GmbH (www.dd-automation.ch) aus 4147 Aesch war zufrieden für die umfangreichen Informationen: „DD Automation setzt die Antriebstechnik von Alfred Imhof/SEW Eurodrive seit langem sehr erfolgreich ein. Daher kommen wir immer gern zu dieser Tagung, um die neuesten Präsentationen zu sehen und auch um zu erfahren, wo die Zukunft hingeht. Industrie 4.0 ist noch sehr abstrakt für uns, aber wir müssen darüber reden. Bisher haben wir sozusagen einfach Industrie-Steuerungen gebaut. Jetzt hat uns SEW aufgezeigt, dass wir das in Zukunft in optimaler Weise nicht mehr einfach so wie bisher, sondern auf eine andere Art und Weise machen sollten. Das war schon ein bisschen überraschend für mich. Ich denke dazu, dass wir noch besser im Programmieren werden müssen, vielleicht auch nicht mehr (nur) mit SPS, sondern mit anderen Hochsprachen oder Software-Lösungen, weil die Entwicklung anscheinend dort hingeht. Es muss dazu auch alles noch besser dokumentiert werden und unsere Mitarbeiter müssen sich noch mehr weiterbilden. Und einfach offen für Neues sein!“

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Stellen Sie daher jetzt die Weichen für die Zukunft: Gemeinsam mit Alfred Imhof AG und SEW Eurodrive sind Sie gut vorbereitet, wenn sich für die Antriebs- und Automatisierungstechnik die Standards und Normen festigen und durchsetzen und Sie sich mit ihrem Unternehmen ebenfalls auf der Spur für Effizienz und Produktivität zur Industrie 4.0 oder „Smart Factory 2020“ einreihen können, um den Werkplatz Schweiz zu stärken und zu sichern.

Alfred Imhof AG
Jurastrasse 10
4142 Münchenstein
Tel.: 061 417 17 17
www.imhof-sew.ch


www.sew-eurodrive.de
www.industrie2025.ch