Flexible und automatisierte Fertigung Automatisiertes Präzisionsfräsen

Autor / Redakteur: Edgar Grundler / Anne Richter

Mit passgenauen und trotzdem universell-flexibel nutzbaren Hermle-Bearbeitungszentren produziert Fetzer Medical GmbH & Co. KG als OEM-Partner nach Kunden-Spezifikationen unterschiedlichste Chirurgie-Instrumente und Medizintechnik-Bauteile.

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Palettenmagazin mit acht Plätzen; zusammen mit dem Palettenwechsler und der Palettenaufnahme auf dem Tisch des Hermle C 22 U sind insgesamt 11 Paletten im System.
Palettenmagazin mit acht Plätzen; zusammen mit dem Palettenwechsler und der Palettenaufnahme auf dem Tisch des Hermle C 22 U sind insgesamt 11 Paletten im System.
(Bild: Hermle AG)

«Von der Idee zum Fertigprodukt oder: All in one inclusive labeling!» – so lautet das Credo der mittelständischen Firma Fetzer Medical GmbH & Co. KG mit Sitz in Tuttlingen. Fetzer wurde im Jahr 2008 von den Geschwistern Berndt & Peter Fetzer / Gloria Nieder gegründet. Basierend auf einer langen Familientradition in der Entwicklung und Produktion von Chirurgie-Instrumenten und medizintechnischen Geräten, entschied sich die Familie damals zum Schritt nach vorne. Nämlich indem sie konsequent auf Expansion schaltete, um mit der idealen Kombination aus handwerklicher Chirurgie-Mechanik sowie neuen Technologien der anspruchsvollen Medizintechnik-Branche ein industrielles Leistungs- und Lieferprogramm bieten zu können. Mit dem erklärten Ziel, sich ausschliesslich als unabhängiger OEM-Lieferant zu betätigen und dafür alle erforderlichen personellen sowie technischen Voraussetzungen zu schaffen, startete Fetzer Medical ein umfassendes Investitions-, Qualifizierungs- und Zertifizierungs-Programm und stieg noch 2008 auch gleich in die 5-Achsen-Bearbeitung ein. Dipl.-Betriebswirt (DH) Jürgen Stickel, Geschäftsführer der Fetzer Medical GmbH & Co. KG, zur Philosophie des Unternehmens: «Wir verstehen uns als moderner OEM-Lieferant, der die Ideen seiner breiten Kundschaft von der Entwicklung und Konstruktion über die Fertigung und das Labeling in Qualitätsprodukte umsetzt. Wir verfügen über alle mechanischen Bearbeitungstechnologien, ein durchgängiges Qualitätssicherungssystem, haben für alle europäischen und amerikanischen Märkte die notwendigen Qualifizierungen und Zertifizierungen, und wir leben das Ziel, trotz sehr hoher Produkt- und Stückzahl-Varianz, auftragsflexibel und schnell liefern zu können.»

Chirurgie-Instrumente und mehr auftragsflexibel fertigen

Bearbeitet werden inklusive Titan alle relevanten Materialien und von Prototypen/Einzelteilen bis zu in Serien gefertigten Komponenten und Komplettgeräten liefert Fetzer Medical die Kundenteile gebrauchsfertig aus. Dafür nutzt das aktuell 45 hochqualifizierte Fachkräfte zählende Unternehmen u. a. 5-Achsen-Hochleistungs-Bearbeitungszentren, 9-Achsen-Dreh-/Fräszentren, 5-Achsen-Schleifzentren und CNC-Drehmaschinen. Den Löwenanteil betreffen mit 75 % diffizile Fräs-/Bohrbearbeitungen und für diese setzt Fetzer Medical von Anfang an und mehr denn je auf unterschiedliche 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren der Maschinenfabrik Berthold Hermle AG mit Sitz im schwäbischen Gosheim. Bernd Zepf, Fertigungsleiter bei Fetzer Medical, zur Pro-Entscheidung für Hermle-Bearbeitungszentren: «Für die 5-Achsen-Komplettbearbeitung in einer oder zwei Aufspannungen sind die Hermle-Maschinen vom Konzept her mit den drei Achsen im Werkzeug und den zwei Achsen im Werkstück ideal. Ausserdem machten der eine oder andere Mitarbeiter und auch ich mit Hermle-Maschinen, deren Steuerung und Programmierung sowie der vergleichsweise einfachen Bedienung und nicht zuletzt dem reaktionsschnellen und durchweg kompetenten Service schon früher sehr gute Erfahrungen. Schliesslich erleichterten uns diese Erfahrungen den sofortigen Einstieg in die 5-Achsen-Technologie, den wir bereits im Jahr 2008 mit der Beschaffung eines 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentrums vom Typ Hermle C 40 U wagten.» Mit den Jahren und wegen des guten Geschäftsgangs mussten die Kapazitäten erhöht werden und es folgten mehrere, teilweise hochautomatisierte Hermle-Bearbeitungszentren, so dass Fetzer Medical heute auf fünf BAZ eine termingerechte OEM-Produktion sicherstellt.

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Von der manuellen Einzelteil-Fertigung zur industriellen Produktion

Mittels des zuerst beschafften 5-Achsen-BAZ C 40 U wurde zunächst die eigene Fertigungs-Kompetenz erhalten bzw. erweitertes Know-how aufgebaut. Heute kommt die Maschine vorwiegend für die Vorfertigung sowie zur Prototypen-, Muster- und Kleinserien-Bearbeitung zum Einsatz. Zwei 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-Bearbeitungszentren vom Typ C 22 U sind mit 11-fach-Palettenwechslern/Palettenmagazinen vom Typ PW 150 ausgestattet und werden für die flexible Fertigung unterschiedlichster Bauteile in Serien bzw. Chargen bis 300 Stück genutzt. Ein weiteres 5-Achsen-CNC-Hochleistungs-BAZ vom Typ C 12 U ist mit einer Roboterzelle RS 05 kombiniert und darauf wird eine als Modular-Baukasten konstruierte Scheren-Produktfamilie gefertigt. Ergänzend wurde zudem ein CNC-Bearbeitungszentrum vom Typ C 800 V angeschafft, das für flexible Arbeiten im Bereich Fertigungs-Vorbereitung wie z. B. Herstellung von Referenzflächen und für den Vorrichtungsbau Verwendung findet. Da alle hier installierten Hermle-Bearbeitungszentren im Prinzip auf ein und demselben Konzept sowie ein und derselben Steuerungs- und Bedien-Philosophie basieren, ergibt sich für die Bediener ein sehr hoher Wiedererkennungs-, Erfahrungs- sowie Sicherheits- und damit auch Akzeptanz-Faktor. Das ist zum einen von Vorteil für die produktive Nutzung der Maschinen, die grundsätzlich im Einschichtbetrieb bedient und genutzt werden, wobei die erwähnten BAZ mit den Paletten bzw. dem Robotersystem zur automatischen Beladung der Maschine als mannlose Anlagen in die Nacht bzw. ins Wochenende hinein arbeiten. Zum anderen gestaltete sich der Aufstieg von der 5-Achsen-/5-Seiten-Komplett-/Simultanbearbeitung mit dem BAZ C 40 U zur hoch automatisierten Fertigung mit den BAZ C 22 U mit 11-fachem Palettenwechsler sowie dem C 12 U mit Roboterzelle RS 05 als absolut beherrschbar und diese Anlagen sorgten für einen ordentlichen Push in Produktivität und Ausstoss.

Validiert und zertifiziert: Fertigungsprozesse auf Hermle-Bearbeitungszentren

Doch zu diesen «Hard-Facts», wie Sascha Riesinger, Sales Manager bei Fetzer Medical, die Vorzüge der High-End-Fertigungstechnik auf den Herme-Bearbeitungszentren auf den Punkt bringt, kommen noch «Soft-Facts», die in der hochanspruchsvollen Fertigung von einfacheren bis komplexen Chirurgie-Instrumenten und Medizintechnik-Geräten eine entscheidende Rolle spielen: «Da u. a. auch unser gesamtes Fertigungs- und Qualitätssicherungs-Equipment nach den Vorgaben der einschlägigen EU- und US-Institutionen durchgängig validiert und zertifiziert sein muss, ist es bezüglich der US-Zertifizierungen von grossem Vorteil, dass viele amerikanische Medizintechnik-Unternehmen ebenfalls mit in dem Fall validierten Hermle-Bearbeitungszentren produzieren. Wenn ein Unternehmen wie wir in relativ kurzer Zeit von 0 auf 3600 m² ein komplett neues Produktionszentrum auf die Beine stellt und mit Fertigungs-Equipment ausrüstet und wenn parallel dazu Qualifizierungs-Massnahmen für Validierungen und Zertifizierungen anstehen, ist es schon sehr hilfreich, auf Erfahrungen aus dem betreffenden Bereich zurückgreifen zu können. Das macht für uns die Validierungen viel einfacher und schneller und wir können für unsere Kunden ein schnelleres Time-to-Market realisieren.» SMM

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