Trends in der Automobilbranche Das Auto der Zukunft

Redakteur: Susanne Reinshagen

Das Auto hat sich seit seiner Entstehung stetig weiter entwickelt. Doch was heute im Rahmen der Digitalisierung angedacht und teilweise schon umgesetzt wird, scheint die Automobilbranche grundlegend zu verändern. Der vorliegende Beitrag zeigt wohin die Reise geht.

Die Entwicklung ökologischer, intelligenter Autos schreitet rasant voran.
Die Entwicklung ökologischer, intelligenter Autos schreitet rasant voran.
(Bild: fotolia.com © Aleksei Demitsev (#59740870))

Seit seiner Entstehung hat das Auto sich stetig weiterentwickelt. Doch gerade im Zuge der Digitalisierung und des zunehmenden Umweltbewusstseins erfindet die Industrie das Auto komplett neu. Der Wandel in der Automobilbranche bringt grundlegende Veränderungen mit sich: Verschiedene Trends kennzeichnen das Auto der Zukunft.

Umweltschonend von A nach B: Das E-Auto im Wandel der Zeit

Das Elektroauto ist inzwischen in unserer Gesellschaft angekommen. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Gleichwohl spielten ganz zu Beginn der Entwicklung des Automobils besonders die elektrisch angetriebenen Kraftfahrzeuge eine wichtigere Rolle als jene mit Verbrennungsmotor. So wurde mit dem Flocken Elektrowagen bereits 1888 der weltweit erste elektrisch angetriebene Personenkraftwagen hergestellt. In den USA waren dann auch um 1900 40 Prozent der Autos dampfbetrieben, 38 Prozent elektrisch angetrieben und nur 22 Prozent mit Benzin. Doch aufgrund der grösseren Reichweite der PKWs mit Verbrennungsmotor waren die Elektroautos auf lange Sicht dem Niedergang geweiht: Ab 1912 wurden sie fast ganz von den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verdrängt. So entwickelten sich die E-Autos zu einem Nischenprodukt, das hauptsächlich ausserhalb des Strassenverkehrs zum Einsatz kam.

Erst in den 1990er Jahren kam es zu einer Renaissance, und die Entwicklung und Produktion der Elektroautos wurde wieder aufgenommen. Auslöser war unter anderem die Ölkrise in den Neunzigern, die ein wachsendes Umweltbewusstsein in der Gesellschaft mit sich brachte. Ab 2003 begannen kleinere, unabhängige Firmen, Elektroautos zu entwickeln, 2006 wurde dann der vollständig elektrisch betriebene Sportwagen Tesla Roadster vorgestellt. Ab 2010 begann General Motors mit der Herstellung von Plug-in-Hybridautos, darunter auch Nissan Leaf, das bis heute meistverkaufte E-Auto weltweit. Mitte 2012 erschien dann das Tesla Model S als erstes Oberklassen-Elektroauto. Ab Ende 2012 zogen dann noch andere Autohersteller nach:

  • Ende 2012 kam Renault ZOE als erstes Kleinwagen-Serienfahrzeug mit Lithiumbatterien auf den Markt.
  • 2013 erschienen zudem der Kia Soul EV, der Ford Focus Electric, der VW E-up! und der BMW i3.
  • 2014 wurden der VW e-Golf und die Mercedes-B-Klasse als Elektroversion vorgestellt.

Seit 2012 ziehen immer mehr Autohersteller nach und bringen Elektro-Autos auf den Markt.
Seit 2012 ziehen immer mehr Autohersteller nach und bringen Elektro-Autos auf den Markt.
(Bild: fotolia.com © janifest (#92411815))

Inzwischen ist das E-Auto also bereits wieder auf dem Weg zu einem Massenprodukt. So wurden bis Januar 2016 weltweit mehr als 200.000 Nissan Leaf verkauft, am 31. März 2016 wurde das Tesla Model 3 vorgestellt. Zwar haben herkömmliche PKWs mit Verbrennungsmotor derzeit noch die Nase vorn, doch das könnte sich laut Zentrum für Technologiefolgenabschätzung ändern: Dieses geht davon aus, dass bereits 2025 jeder zehnte Neuwagen ein Elektroauto sein wird. 2035 könnten dann bereits genauso viele Elektrofahrzeuge wie herkömmlich angetriebene PKWs in Betrieb sein.

Artenvielfalt: Diese Elektroautos gibt es

Dabei gibt es längst nicht mehr das E-Auto. So existieren unterschiedliche Arten elektrisch angetriebener Fahrzeuge auf dem Markt:

(Bild: www.verivox.ch)

Nicht-Plug-in-Hybride dagegen gelten nicht als Elektroautos, obwohl sie über einen Elektromotor mit eigener Batterie verfügen: Denn die Batterie wird ausschliesslich durch den Verbrennungsmotor aufgeladen.

Grundlagen: Produktion, Funktionsweise und Kosten

Im Vergleich zu herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor zeichnen sich E-Autos vor allem durch die Einfachheit der Produktion aus: Vom Energiespeicher einmal abgesehen, können sie deutlich einfacher hergestellt werden, da Bauteile wie Motorsteuerungen, Getriebe und Kupplung entfallen.

Das Aufladen der Lithium-Ionen-Akkumulatoren funktioniert problemlos.

E-Autos sind spätestens nach acht Stunden wieder ganz aufgeladen. Die Umweltfreundlichkeit ist jedoch von der Stromherkunft abhängig.
E-Autos sind spätestens nach acht Stunden wieder ganz aufgeladen. Die Umweltfreundlichkeit ist jedoch von der Stromherkunft abhängig.
(Bild: fotolia.com © Petair (#44656234))

Grundsätzlich dauert der Ladevorgang vier bis acht Stunden, bei Schnellladestationen ist das E-Auto sogar innerhalb von nur zehn Minuten vollständig wieder aufgeladen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Batterie vor dem Aufladen nicht vollständig entladen werden muss. Zudem besitzen die Lithium-Ionen-Akkumulatoren eine Lebensdauer für mindestens 150.000 Kilometer.

Dennoch haben E-Autos auch einige Nachteile. So ist grundsätzlich nur eine Reichweite von maximal 150 Kilometern möglich, was sich durch Klimaanlage, Heizung und Radio noch verringert. Hinzu kommt, dass es zwar schon viele Stromtankstellen mit Schnellladestationen gibt, es jedoch keinen einheitlichen Standardanschluss gibt. Wichtig sind also eine gute Planung und ein Adapter.

Durch die Batteriekosten sind E-Autos teurer in der Anschaffung als PKWs mit Verbrennungsmotor. Allerdings sind die Betriebskosten aus mehreren Gründen geringer:

  • Steuerliche Vorteile: Die Automobilsteuer und die Mineralölsteuer entfallen, zudem sind Elektroautos in mehreren Kantonen von der Motorfahrzeugsteuer befreit.
  • Versicherungsbezogene Vorteile: Bei der Autoversicherung bekommen Fahrer von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen bessere Prämien.
  • Strom ist günstiger als Diesel oder Benzin.
  • Günstigere Wartung: E-Autos haben weniger Verschleissteile und benötigen keine Abgaswartung.

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