Einstieg in die 6-seitige Komplettbearbeitung Dreh-Frässpindel ersetzt Werkzeugrevolver

Redakteur: Anne Richter

Mit der neuen Universaldrehmaschine CLX 450 TC will DMG Mori auf die steigenden Produktionsanforderungen nach grösserer Teilevielfalt und kleineren Losgrössen reagieren. Dafür wurde der traditionelle Werkzeugrevolver durch eine B-Achse mit Compactmaster-Dreh-Frässpindel ersetzt.

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Das Maschinenkonzept mit B-Achse erfordert nur noch ein Werkzeug für Haupt- und Gegenspindel.
Das Maschinenkonzept mit B-Achse erfordert nur noch ein Werkzeug für Haupt- und Gegenspindel.
(Bild: DMG Mori)

Universalmaschinen von DMG Mori sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil im Maschinenpark zahlreicher CNC-Betriebe. Um den steigenden Produktionsanforderungen mit kleineren Stückzahlen und grösserer Teilevielfalt gerecht zu werden, etabliert DMG Mori mit der CLX TC eine neue Baureihe, bei der eine B-Achse mit Compactmaster-Dreh-Frässpindel den traditionellen Werkzeugrevolver ersetzt. Mit an Bord sind ein automatischer Werkzeugwechsler mit Werkzeugmagazin, die gewohnt leistungsfähige Hauptspindel und der Reitstock bzw. eine optionale Gegenspindel. Damit bietet die Neuvorstellung einen Einstieg in die 6-Seiten-Komplettbearbeitung.

B-Achse mit Compactmaster-Dreh-Frässpindel ersetzt Werkzeugrevolver

«Die vergangenen Jahre haben deutlich gezeigt, dass die Dreh-Fräsbearbeitung kontinuierlich an Bedeutung gewinnt», blickt Harry Junger, Geschäftsführer Gildemeister Drehmaschinen, auf die Marktentwicklung. Die Komplexität der Bauteile nehme stetig zu und die Minimierung der Rüstzeiten habe oberste Priorität. «Als Werkzeugmaschinenhersteller reagieren wir auf diesen Trend mit einer höheren Technologieintegration, wie die Weltpremiere der CLX 450 TC anschaulich belegt.» Das zentrale Element der neuen CLX 450 TC ist die B-Achse mit der Compactmaster-Dreh-Frässpindel. Eine Y-Achse erlaubt die exzentrische Bearbeitung bereits im Standard, während das Werkzeugmagazin mit bis zu 60 Plätzen – im Standard sind es 30 – die Fertigung mehrerer unterschiedlicher Bauteile ohne zwischenzeitliches Werkzeugrüsten ermöglicht. Werkzeuge können natürlich hauptzeitparallel be- und entladen werden, sodass die Rüst­zeiten noch einmal deutlich gesenkt werden.

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Flexible Automation für mannlose Schichten möglich

«Das Maschinenkonzept mit B-Achse erfordert nur noch ein Werkzeug für Haupt- und Gegenspindel», erklärt Harry Junger. Zudem sei der Einsatz von Multitools und Schwesterwerkzeugen möglich, sodass einer flexiblen Automation für mannlose Schichten nichts im Wege steht. Ähnliche Vorteile bietet die Compactmaster-Spindel im CNC-Fräsen: Es gibt nur ein Werkzeug für radiales und axiales Fräsen, es sind keine speziellen Winkelköpfe erforderlich und komplexe Bearbeitungen sind mit Standardwerkzeugen möglich. Laut Harry Junger kommt die B-Achse auch der Prozessstabilität zugute: «Sie ermöglicht eine umfassende Vermessung des Werkstücks bereits auf der Werkzeugmaschine. Ausserdem gibt es eine integrierte Werkzeugmesseinrichtung über der Hauptspindel ausserhalb des Arbeitsraums.» Auch die Kollisionsgefahr sei mit einem Werkzeug im Arbeitsraum deutlich geringer. Eine Drehlänge von 1100 mm und 400 mm Drehdurchmesser bietet ausreichend Platz für eine grosse Bauteilvielfalt.

Dialoggeführte Programmierung minimiert potenzielle Fehler

Steuerungsseitig ist die CLX 450 TC mit einer anwenderfreundlichen Siemens 840D solutionline ausgestattet und einem 19" grossen Multi- Touch-Panel. Die exklusiven DMG-Mori-Technologiezyklen für die CNC-Bearbeitung beschleunigen das Handhaben, die Prozessüberwachung und die Programmierung um bis zu 60 Prozent. «Das technologische Know-how ist im Programm gespeichert und die dialoggeführte Programmierung minimiert potenzielle Fehler», fügt Harry Junger an. Er ist sich sicher, dass die CLX 450 TC ein zukunftssicheres Gesamtpaket ist: «Das Dreh-Fräszentrum bringt alles mit, was preisbewusste Anwender in der kommenden Dekade von einer Universaldrehmaschine erwarten dürfen.» -ari- SMM

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