Elektromobilität Fahrspur lädt Elektroautos

Redakteur: Susanne Reinshagen

Eine der Herausforderungen der E-Mobilität ist die Reichweite der Fahrzeuge. Nun hat das australische Unternehmen Talga in Zusammenarbeit mit Heidelberg Cement einen Betonbelag auf Basis von Graphen entwickelt, die wegen ihrer hohen elektrischen Leitfähigkeit das Laden von Elektroautos während der Fahrt möglich machen könnten.

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Der mit Graphen verstärkte Beton könnte zum Laden von Elektroautos eingesetzt werden.
Der mit Graphen verstärkte Beton könnte zum Laden von Elektroautos eingesetzt werden.
(Bild: Talga)

Den gorssen Durchbruch haben die Elektroautos noch nicht geschafft, zwar steigt ihr Absatz jährlich (CH 2017: +40%), dennoch greifen die Konsumenten immer noch lieber zu einem Auto mit Verbrennungsmotor. Der Marktanteil von Elektroautos in der Schweiz betrug 2017 1,5%. Ein Grund dafür liegt in der zu geringen Reichweite und der relativ langen Ladezeiten der Batterie.

Nun hat das australische Unternehmen Talga einen Beton entwickelt der der Elektromobilität einen neue Schub verleihen könnte. Talga ist ein Technologieunternehmen mit eigenen Erzlagerstätten in Nordschweden und spezialisiert auf die Herstellung von hochwertigen Graphen und Nanographit.

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Der neuartige Strassenbelag soll mit Graphen (einlagiger Kohlenstoff) versetzt werden und so seine elektrische Leitfähigkeit erhalten. Das Unternehmen will nun prüfen, wie sich mit Hilfe dieses Betons Autos während der Fahrt oder beim Parken laden lassen. Dabei arbeitet Talga mit dem deutschen Baustoffkonzern Heidelberg Cement zusammen.

Immer warme Füsse

Eine weitere Einsatzmöglichkeit sieht Talga auch als Fussbodenheizung in Gebäuden oder für Strassen. Damit könnte der Einsatz von Schneereäumfahrzeugen überflüssig werden.

"Erste Testergebnisse zeigen, dass der graphenverstärkte Beton von Talga eine so hohe elektrische Leitfähigkeit erreicht, dass er wie das Heizelement eines Elektroherdes wirkt", sagt Talga-Chef Mark Thompson.

Da Graphen sehr stabil sind, könnte bei der Herstellung von Beton etwa die Hälfte an Zement eingespart werden, um einen Beton mit der gleichen Stärke zu erhalten. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Umwelt aus, da bei der Herstellung von Zement viel Kohlendioxid freigesetzt wird. <<

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