Lander Philae ist wach: „Hallo Erde – kannst Du mich hören?“

14.06.2015

Endlich ein Lebenszeichen: Nach sieben Monaten Funkstille hat sich die ESA-Landesonde Philae wieder gemeldet. 85 Sekunden lang sendete sie Daten von der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, genannt Tschuri. Im November 2014 musste der Lander aus Energiemangel heru...

Endlich ein Lebenszeichen: Nach sieben Monaten Funkstille hat sich die ESA-Landesonde Philae wieder gemeldet. 85 Sekunden lang sendete sie Daten von der Oberfläche des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko, genannt Tschuri. Im November 2014 musste der Lander aus Energiemangel herunterfahren, jetzt liefert die zunehmende Sonneneinstrahlung seinen Solarzellen offenbar genügend Energie.

Wie ESA und DLR mitteilten, hatte sich Philae am 13. Juni 2015 um 22.28 Uhr wieder aus seinem Winterschlaf zurückgemeldet und die ersten Daten zur Erde gesandt. Die über 300 Datenpakete enthalten unter anderem Angaben zum Status der Sonde. "Philae geht es sehr gut: Er hat eine Betriebstemperatur von minus 35 Grad Celsius und verfügt über 24 Watt", bestätigt DLR-Philae-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec. Damit sei der Lander betriebsbereit.

Die erste Auswertung seiner Statusdaten ergab, dass Philae auch zuvor schon wach gewesen sein muss: "Wir haben auch historische Daten erhalten - bisher war es dem Lander allerdings noch nicht gelungen, mit uns Kontakt aufzunehmen." Nun erwarten die Wissenschaftler den nächsten Kontakt. Philaes Speichermedien enthalten noch weitere 8000 Datenpakete, von denen sich das DLR-Team Hinweise erhofft, wie es Philae in den vergangenen Monaten auf Komet Churyumov-Gerasimenko ergangen ist.

Philae war am 12. November 2014 auf Tschuri gelandet und hatte sich am 15. November um 1.15 Uhr abgeschaltet, nach dem er etwa 60 Stunden auf dem Kometen in Betrieb war. Seit dem 12. März 2015 war über die Kommunikationseinheit auf dem Orbiter Rosetta immer wieder versucht worden, Kontakt mit dem Lander herzustellen. Die 14 FAULHABER Antriebssysteme an Bord von Philae helfen mit, die Oberfläche des Kometen wissenschaftlich zu untersuchen.

Die Mission

Die Mission Rosetta der europäischen Weltraumorganisation ESA soll die Entstehungsgeschichte unseres Sonnensystems erforschen, indem sie einen der ältesten und ursprünglichsten Himmelskörper, einen Kometen, untersucht. Die Mission besteht aus einem Orbiter und der Landeeinheit Philae. Das DLR hatte wesentliche Anteile beim Bau des Landers und betreibt das Lander-Kontrollzentrum, das die schwierige und bisher noch nie gewagte Landung auf dem Kometen am 12. November um 17:03 Uhr MEZ vorbereitet und betreut hat.

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