Biglia-Doppelspindler mit schnellem LR Mate automatisiert

Fertigung nur mit Auftrag

| Redakteur: Silvano Böni

Know-how in Praxis umsetzen

«Flexibilität bei Losgrössen von einem bis einigen hundert Teilen bei kurzen Durchlaufzeiten» stand ganz oben auf der Liste der Auswahlkriterien für die Bearbeitungsmaschine. Am besten erfüllte die Biglia B 465 T3Y3 das Profil. Ausgerüstet mit einer FANUC-CNC Series 31i Model B arbeitet die Maschine mit Doppelspindel und drei Revolvern.

Wie eine solche Konzeption aussehen kann, ist in weiten Teilen auch der Anspruch, der an einen Systemintegrator gestellt wird. Roland Egli, Geschäftsführer des Systemintegrators Robofact, Gossau, sieht sein Unternehmen da in der Verantwortung: «Wir müssen in der Lage sein, solche kompletten Lösungen wie bei Seitz in der geforderten Zeit und in der erwarteten Qualität anbieten zu können.» Als Automationspartner, so sein Credo, müsse man diese kompletten Lösungen aber auch im Detail abbilden können. «Dazu gehört beispielsweise auch, Bauteile schlank in eine Zelle ein- und auszuschleusen. Das muss funktionieren.»

Beim Einschleusen der Teile in die Maschine legt der Roboter das Werkstück lediglich in einen «Teilefänger», von dem aus das Werkstück ins Futter gespannt wird. Wie kompromisslos bei der Zelle auf Verfügbarkeit gesetzt wurde, erläutert Egli am Beispiel der Übergabestation: «Für uns war es wichtig, dass der Bediener beim Öffnen der Maschinentür möglichst viel Spielraum hat und eventuell notwendige Eingriffe schnell erledigt werden können.» Das hiess aber auch, Elemente wie Teile der Hydraulikversorgung sehr kompakt im restlichen Maschinenraum unterzubringen. Das Handling, ohnehin automatisiert, kommt damit jedenfalls aus.

Erleichterte Fertigungsplanung

Brauchte man früher für runde und kubische Werkstücke mehrere Maschinen, deckt das Biglia-Dreh-Fräszentrum jetzt den gesamten Bedarf ab – und das bei mehreren Teilefamilien mit Durchschnitten resp. Querschnitten von 50 x 50 mm bis 80 x 80 mm. Bei gleichen Aussenabmessungen innerhalb einer Teilefamilie unterschieden sich die Werkstücke beispielsweise durch unterschiedliche Bohrungen oder funktionsbedingte Merkmale. Arnold Camenisch: «Der Vorteil ist, dass wir eigene Produkte haben und nicht unbekannte Fremdprodukte mit wechselnden Abmessungen.» Das erleichtere die Fertigungsplanung ungemein.

Alle Bearbeitungsprogramme sind in der Maschinensteuerung hinterlegt. Die Bearbeitungszeiten liegen zwischen etwa zwei und sieben Minuten, durchschnittlich viereinhalb Minuten. Da bei den doppelspindligen Maschinen mit drei Revolvern auch tatsächlich drei Werkzeuge gleichzeitig im Eingriff sind, konnte man die Durchlaufzeiten entscheidend verkürzen.

Bei der Auswahl des Roboters vertraute Seitz auf den Robofact-Vorschlag: «Es ist ja auch sinnvoll, alles aus einer Hand zu nehmen.» Denn nicht nur, dass der Gossauer Systemintegrator die Fertigungszelle praktisch schlüsselfertig geliefert hat, auch innerhalb der Zelle passt es prima, dass die Steuerung der Werkzeugmaschine und der Roboter von FANUC stammen. Eingesetzt wird ein LR Mate 200iC mit 5 kg Traglast in der Langarmausführung. Und dieser Roboter versteht sich einfach prächtig mit der CNC. Daniel Bührer, Geschäftsführer der BWB Werkzeugmaschinen, praktischerweise ebenfalls in Wetzikon ansässig: «Biglia hat auf allen Maschinentypen eine FANUC-Steuerung.» Damit ist auch der Datenaustausch zwischen CNC der Werkzeugmaschine und Robotersteuerung sehr einfach. Die Kopplung erfolgt über ein einfaches Profibuskabel.

Der Clou der Fertigungsinsel ist die Bedienung über ein Touchpanel. Auf dieser Bedieneinheit werden die Zelle dargestellt und die für den Prozess wichtigen Bedienelemente angezeigt. Durch Berühren einzelner Anlagenteile auf dem Touchpanel kann sich der Bediener Details beispielsweise zur Roboterzelle oder zum Palettenturm anzeigen lassen. Er kann sich über alle Details informieren, Prozessparameter abrufen und kontrollieren, aber keine Eingriffe in den Programmablauf vornehmen. Auch dieses Touchpanel ist eine Kreation von Robofact. Roland Egli: «Der Betriebsalltag muss für den Anwender so unkompliziert und sicher wie möglich sein.» <<

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