Fertigungstechnik

Diversifizierung bringt Erfolg

| Redakteur: Matthias Böhm

Urs W. Berner, Inhaber Urma AG: «In der Schweiz müssen wir in automatisierte Prozesse investieren, sonst sind wir langfristig nicht mehr konkurrenzfähig.»
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Urs W. Berner, Inhaber Urma AG: «In der Schweiz müssen wir in automatisierte Prozesse investieren, sonst sind wir langfristig nicht mehr konkurrenzfähig.» (Bild: M. Böhm, SMM)

>> Die Urma AG ist mit 60 Mitarbeitern ein typischer KMU-Vertreter im Schweizer Fertigungssektor. Ursprünglich auf die Herstellung von Feinbohr-Werkzeugen zur Bohrungsbearbeitung spezialisiert, hat sich das Unternehmen mit völlig neuen Produktlinien in Pole-Position gebracht. Darüber hinaus hat das Unternehmen in 2003 ein neues Geschäftsfeld aufgebaut: Vertrieb der US-amerikanischen WZM Haas im Franchising-System. Eine Diversifizierung, die zum Erfolg führte.

Bis 2002 verfügte die Urma AG über ein Standbein: Herstellung und weltweiter Vertrieb von Feinbohrwerkzeugen in höchster Präzision. In 2003 wurde ein komplett neues Geschäftsfeld – Vertrieb von Werkzeugmaschinen – aufgebaut und wenige Jahre später mit einer weiteren Werkzeuggattung – Reibahlensysteme – die Kompetenz im Feinbohrbereich ausgeweitet. Die Reibahlensysteme haben derart am Markt überzeugt, dass selbst Formel-1-Teams ihre Kurbelwellenbohrungen mit ihnen fertigen. Doch jetzt der Reihe nach.

Urs W. Berner: «Erfolg ist, wenn …»

Urs W. Berner, Inhaber und Geschäftsführer der Urma AG definiert Erfolg auf seine Art: «Für mich als KMU-Vertreter sind Erfolgsfaktoren Internationalisierung, starke Marktpräsenz in unseren Schlüsselmärkten und sehr innovative Produkte. Speziell in unserem Fall verfügen wir über neue, junge Produktlinien, mit denen wir solide Erträge erwirtschaften können. Dass es letztlich auch wirtschaftlich gut laufen muss, versteht sich von selbst.»

Internationalisierung: strategische Ansätze entscheidend

Für eine erfolgreiche Internationalisierung sind nach Aussage von U. W. Berner einige strategische Ansätze entscheidend. Die für uns wichtigsten Industriemärkte – Deutschland, USA, China und Japan – müssen direkt vor Ort betreut werden. Beginnen wir mit den klassischen Märkten Deutschland und USA.

Bei dem Schweizer Feinbohrspezialisten spielt seit langem der süddeutsche Markt eine ganz entscheidende Rolle und es wurde entsprechend der Bedeutung früh eine Niederlassung mit Direktvertrieb gegründet (1996). U. W. Berner: «Deutschland verfügt im Werkzeug- und Werkzeugmaschinenbau weltweit über eine Spitzenstellung. Entsprechend dieser Positionierung ist Deutschland für uns als Präzisionswerkzeughersteller ein strategischer Schlüssel- und Testmarkt. Wenn wir als Schweizer in diesen Markt eindringen wollen, müssen wir allerdings gegen extrem starke und ausgezeichnet vernetzte deutsche Mitbewerber antreten. Das ist alles andere als einfach, aber für einen weltweiten Erfolg massgebend.

In den USA vertreiben wir unsere Systeme seit vielen Jahren mit unserem Partner Command Tooling Systems, LLC. Ein Teil unserer Produkte für den US-Markt wird direkt in den USA produziert. Das ist in den USA Voraussetzung, um in diesem Markt erfolgreich zu sein.»

Ergänzendes zum Thema
 
Gut ausgebildetes Personal entscheidend

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