>> Frankenhoch hemmt Wirtschaftswachstum

| Redakteur: Susanne Reinshagen

Die Schweizer Exportindustrie leidet unter dem starken Franken. (Bild: PHOTOPRESS/Martin Ruetschi)
Die Schweizer Exportindustrie leidet unter dem starken Franken. (Bild: PHOTOPRESS/Martin Ruetschi)

Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes hat ihre Konjunkturprognosen für 2011/2012 bekanntgegeben. Obwohl die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz im bisherigen Jahresverlauf immer noch solide verläuft hat sich die Situation bei der Exportwirtschaft wegen der schwierigen Währungssituation weiter zugespitzt.

Aufgrund der sehr ausgeprägten Frankenstärke müsse davon ausgegangen werden, dass der Konjunkturaufschwung in der Schweiz - trotz voraussichtlich weiterhin robuster Inlandkonjunktur insbesondere im Baubereich - vorübergehend ins Stottern geraten werde, meint die Expertengruppe. Sie erwartet für 2011 ein BIP-Wachstum von 2,1% und für 2012 eine Abschwächung auf 1,5%. Damit könnte die Arbeitslosigkeit im Verlauf von 2012 erstmals wieder leicht ansteigen.

Internationale Konjunktur

Die Aussichten für die internationale Konjunktur präsentieren sich durchwachsen. In vielen OECD-Ländern dürfte der Aufschwung weiterhin nur langsame Fortschritte machen, wie es in der Vergangenheit oftmals nach Immobilien- und/oder Finanzkrisen zu beobachten war. In den USA wird die wirtschaftliche Erholung wohl noch längere Zeit unstetig verlaufen und durch die Schwäche des Immobilienmarktes sowie eine für amerikanische Verhältnisse ungewohnt hohe Arbeitslosigkeit belastet werden. Der moderate Aufschwung im Euroraum bleibt weiterhin durch starke Länderdivergenzen zwischen Kern- und Peripherieländern geprägt: Während in Deutschland mittlerweile auch die jahrelang schwache Inlandnachfrage in Schwung gekommen ist und sich auch für 2011 ein kräftiges Wirtschaftswachstum von über 3% abzeichnet, dürften sich die von der Staatschuldenkrise hauptbetroffenen Länder Griechenland, Portugal und Irland bis 2012 nur langsam aus der Rezession lösen können. Auch die japanische Wirtschaft ist im Zuge der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe und den daraus resultierenden Einbrüchen bei der Produktion wieder in die Rezession zurückgeworfen worden. Diese dürfte allerdings spätestens 2012 durch eine wiederaufbaubedingte Erholung abgelöst werden, und die negativen Effekte auf die Weltwirtschaft werden aller Voraussicht nach kaum spürbar sein.

Positive Impulse für die Weltwirtschaft werden weiterhin aus den wachstumsstarken Schwellenländern erwartet, allerdings in nachlassendem Ausmass. In vielen dieser Länder wird nämlich die Geldpolitik bereits seit geraumer Zeit gestrafft, um den gestiegenen Überhitzungs- und Inflationsrisiken entgegenzuwirken. Als Folge dürfte sich die Wachstumsdynamik in den Schwellenländern 2011 und 2012 etwas abkühlen, was etwa in China ansatzweise bereits erkennbar ist.

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