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Welche Eigenschaften und Denkstrategien brauchen wir als Führungskraft in Corona-Krisenzeiten? Führen in Krisenzeiten

| Autor / Redakteur: Dr. Oliver Mattmann / Silvano Böni

Die gegenwärtige Krise wirkt sich auf viele Branchen sowie Unternehmen aus. Als Folge dessen herrscht momentan eine angespannte Stimmung in den Betrieben, bei den Führungskräften sowie Mitarbeitenden. Nun ist es umso wichtiger, geeignete Denkstrategien im Arbeitsalltag zu wahren. Insbesondere Führungskräfte können mit einfachen Mitteln einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung der Stimmungslage im Unternehmen leisten.

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Bleiben Sie psoitiv! Eine motivierte Führungskraft ist das Erfolgsgeheimnis in jeder Krisensituation.
Bleiben Sie psoitiv! Eine motivierte Führungskraft ist das Erfolgsgeheimnis in jeder Krisensituation.
(Bild: Pixabay)

Zurzeit fällt es vielen Führungskräften schwer, eine positive Einstellung zu bewahren. Trübe Aussichten dürfen jedoch nicht die Unternehmensleistung hemmen. Grundsätzlich lässt sich nach jeder Krise ein Aufschwung feststellen. Dies zeigte sich auch nach dem «Franken-Schock» Anfang 2015, als die Schweizer Nationalbank ihre Strategie geändert hat. Obwohl dieser Moment eine grosse Herausforderung für viele Betriebe war, hat dies schliesslich dazu geführt, dass diese 2018 und 2019 grossartige Geschäftsjahre mit guten Umsätzen und Renditen verbuchen konnten. Nun gilt es für viele Betriebe, wieder auf diesen Moment hinzuzielen. Geht man in der Zeit zurück, so kann man beobachten, dass Krisen in einem annähernden Zehn-Jahres-Rhythmus auftreten. 2008 und 2009 waren vom «Immobilien-­Bubble» in Amerika geprägt, welches grös­sere Auswirkungen auf den internationalen Gesamtmarkt hatte. Auch das schnelle Wachstum vieler Online-Unternehmen im Rahmen der «Dotcom-­Blase» führte am Anfang der 2000er-Jahre zu einer wirtschaftlichen Aufregung. Für viele Betriebe ist die jetzige «Corona-Krise» nicht das erste Unglück. Aus diesem Grund ist es wichtig, zu realisieren, dass nach jeder Krise ein Aufschwung folgt. Die Frage nach der Krisendauer kann in der Tat nur schwer im Voraus beantwortet werden. Dennoch sollen sich Unternehmen damit beschäftigen, was sie in dieser Situation machen und für die Zukunft mitnehmen möchten. Solche Entscheidungen beruhen auch auf der Unterstützung der Führungskräfte, die mit ihrer persönlichen Einstellung den Unternehmenserfolg steuern können.

Denkstrategie und Eigenschaften in Krisenzeiten

In stürmischen Zeiten zeigt sich wirkliche Führungsleistung eines Vorgesetzten. Die bewusste Kommunikation und das Vertrauen zur Führungskraft in dieser Zeit werden dabei auf die Probe gestellt. Gerade in einer solch angespannten Situation ist es wichtig, dass man sich als eine verantwortungsbewusste Führungskraft sammelt und auch unter den erschwerten Bedingungen sowie negativen Meldungen die Mitarbeitenden ermutigt, vorwärtszugehen. Wie können Führungspersonen sich selbst in dieser schwierigen Ausgangslage motivieren? Um diese Frage zu beantworten, eignet sich die Anwendung der folgenden Praxisempfehlungen:

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1. Alles hat mindestens zwei Seiten

Auch eine scheinbar unüberwindbare Situation lässt sich aus mehreren Blickwinkeln betrachten. Die jetzige Krise führt dazu, dass viele Führungskräfte all ihre Ressourcen nutzen, um sich auf die eher unsichere Gegenwart zu fokussieren. Dadurch vernachlässigen sie jedoch ihre zukunftsorientierte Denkweise, die besonders in dieser Zeit gefragt ist. Der reflektierte Umgang mit den Konsequenzen und Schwierigkeiten der aktuellen Lage kann das Unternehmen für die Zukunft stärken. Sollten die Unternehmensprozesse und Organisationen unter erschwerten Bedingungen zerfallen, so ist dies ein idealer Moment, um die bestehenden Strukturen zu hinterfragen: Sind die laufenden Prozesse effizient? Eignet sich die aktuelle Strategie, um die gewünschten Ziele zu erreichen? Alles hat mindestens zwei Seiten. Infolge der Krise erhalten auch neue Aspekte eine viel höhere Gewichtung. So steigert sich die virtuelle Zusammenarbeit aufgrund der jetzigen Situation und führt zur Aneignung neuer Kompetenzen, die man ansonsten nicht zwingend erlernt hätte.

2. Denken in Alternativen, Optionen und Chancen

Oftmals ist es schwer, die Alternativen, Optionen und Chancen in einer besorgniserregenden Situation zu erkennen. Auch wenn die aktuelle Situation das Gefühl vermittelt, dass alles scheinbar stillsteht, dürfen sich vorbildliche Führungskräfte nicht von dieser Vorstellung entmutigen lassen. Das Denken in Alternativen ergibt geistige Freiheit und Sicherheit. Dafür braucht es besonders viel Kreativität. Um die Weiterentwicklung und das Wachstum des Unternehmens in dieser Zeit zu fördern, ist die Auseinandersetzung mit erfinderischen Ideen unabdingbar. So können neue Geschäftsmöglichkeiten entdeckt werden, die sich längerfristig bewähren können. Aktuell erhalten Onlinemärkte aufgrund der Krisensituation einen immensen Schub. Dies ist gleichzeitig eine grosse Chance für die Unternehmen, die ihre Produkte und Dienstleistungen schon länger im Internet vertreiben möchten.

3. Fröhlichkeit als In- und Output

Eine motivierte Führungskraft ist das Erfolgs­geheimnis in jeder Krisensituation. Jedoch gibt es Momente, in denen sich auch Vorgesetzte hilflos fühlen. Kommt ein Vorgesetzter mit muffiger
Stimmung und Laune ins Unternehmen, passen sich plötzlich die Mitarbeitenden um ihn herum an, und die Stimmung sinkt weiter. Um diesem Gefühl und der Stimmungslage entgegenzuwirken, ist
die Beantwortung dieser Frage empfehlenswert:
Warum freue ich mich? Durch das Notieren von mindestens drei Gründen wird man innerhalb kürzester Zeit positiv gestimmt. In Krisenzeiten brauchen Führungskräfte eine erhebliche Portion Motivation und vergessen dabei häufig, dass man sich auch an Kleinigkeiten freuen kann. Besonders in bedenklichen Zeiten ist ein zuversichtliches und kreatives Team die beste Unterstützung für jeden Vorgesetzten.

Fazit

Vor der Krise ist nach der Krise. So unklar die Zukunft auch sein mag, ist es nicht zu früh, um an Fortschritt, Weiterentwicklung und Innovation zu denken und dies auch im Unternehmen umzu­setzen. Auch wenn vieles rund um den Betrieb stagniert oder sogar herunterfällt, ist dies kein plausibler Grund für die Annahme einer ängstlichen oder zurückhaltenden Einstellung. Unsere Vorstellung der Zukunft bestimmt schlussendlich unser Verhalten und Handeln in der Gegenwart. Insbesondere Führungskräfte können das Unternehmen sowie die Mitarbeitenden aktivieren, indem sie mutig, zu­versichtlich und kreativ für und in die Zukunft denken. SMM

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