Gut aufgestellt Georg Fischer: Globale Präsenz ermöglicht Stabilität

Redakteur: Susanne Reinshagen

>> Georg Fischer konnte im Geschäftsjahr 2012 eine robuste Entwicklung verzeichnen. Dank der starken Präsenz in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent konnte der Konzern den Geschäftsrückgang in Europa kompensieren und den Umsatz um 3 Prozent erhöhen.

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CEO Yves Serra, verstärkt die globale Präsenz von Georg Fischer.
CEO Yves Serra, verstärkt die globale Präsenz von Georg Fischer.
(Bild: Georg Fischer)

 Der Georg Fischer Konzern konnte im Geschäftsjahr 2012 seinen Umsatz um 3 Prozent auf CHF 3,6 Mia. gegenüber dem Vorjahr erhöhen. Dabei konnten alle drei Divisionen ihren Umsatz in Aisen und auf dem Amerikanischen Kontinent markant erhöhen. Die Geschäftsentwicklung in Europa war durch eine spürbare Abkühlung gekennzeichnet.

Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde durch die tiefere Auslastung einiger europäischer Standorte negativ beeinflusst und beträgt CHF 221 Mio. gegenüber CHF 233 Mio. im Jahr 2011. Als Folge davon beläuft sich die EBIT-Marge (ROS) auf 6,1 Prozent gegenüber 6,6 Prozent im Geschäftsjahr 2011.

Die Divisionen im einzelnen

Die drei Divisionen von Georg Fischer verzeichneten 2012 unterschiedliche Entwicklungen. Während GF Piping Systems und GF Agie Charmilles ihren Umsatz steigern konnten, verzeichnete GF Automotive einen Umsatzrückgang um 5 Prozent aufgrund des grossen Engagements im europäischen Pkw- und Lkw-Markt.

GF Piping Systems

Zuverlässige Systeme für die Wasserversorgung liegen weltweit im Trend, die Nachfrage danach blieb entsprechend hoch. Der Umsatz von GF Piping Systems erhöhte sich 2012 um 11 Prozent auf CHF 1299 Mio., teilweise dank zweier Akquisitionen in den USA. Im Berichtsjahr erzielte die Division erstmals mehr als 50 Prozent des Umsatzes in Asien, auf dem amerikanischen Kontinent und den Emerging Markets. Das Betriebsergebnis betrug CHF 130 Mio. und die EBIT-Marge (ROS) lag bei 10 Prozent, gegenüber CHF 137 Mio. im Vorjahr. Die tiefere Auslastung in mehreren europäischen Werken, insbesondere in Italien, sowie Abschreibungen im Zusammenhang in den neu erworbenen US-Unternehmen belasteten im Berichtsjahr die Profitabilität.

GF Automotive

Während GF Automotive in Europa einen spürbaren Nachfragerückgang - insbesondere im Lkw- und Kleinwagen-segment - erlebte, erfreute sie sich in China eines starken Wachstums.

Organisch sank der Umsatz um 4 Prozent. Darüber hinaus führte die Devestition von zwei Werken zu einer weiteren Umsatzreduktion von CHF 118 Mio. Der Umsatz belief sich somit auf CHF 1461 Mio. Die tiefere Auslastung in europäischen Giessereien belasteten das Betriebsergebnis (EBIT), das letztlich CHF 54 Mio. mit einer EBIT-Marge (ROS) von 3,7 Prozent (Vorjahr: CHF 69 Mio. bzw. 4,5 %) erreichte.

GF Automotive reagierte auf diese Entwicklung und reduzierte 2012 die Zahl der Temporärkräfte und der Überstunden in allen europäischen Werken. Darüber hinaus wurden die nicht zu den Kernaktivitäten gehörenden Aluminiumsandgusswerke in Garching und Friedrichshafen verkauft und die Geschäftsaktivitäten in Europa weiter auf Eisen- und Aluminium-Druckgussprodukte mit hoher Stückzahl ausgerichtet. In der gleichen Zeit investierte GF Automotive rund CHF 45 Mio. in eine neue und hochmoderne automatische Fertigungsanlage in der Eisengiesserei in Mettmann (Deutschland). Sie erhöht die Produktivität des Standorts und sichert den Kunden bestmögliche Qualität.

GF Agie Charmilles

GF Agie Charmilles steigerte ihren Umsatz trotz schwieriger Marktbedingungen um 5 Prozent auf CHF 842 Mio. Dieses Resultat erzielte sie dank der Entwicklung weniger zyklischer Marktsegmente wie der Mobiltelefonie, der Medizinal- und der Raumfahrttechnik sowie einer ausgewogenen Verteilung der weltweiten Verkäufe.

Die Division steigerte ihre Profitabilität deutlich. Die EBIT-Marge (ROS) stieg von 4,6 Prozent im Geschäftsjahr 2011 auf 5,3 Prozent im 2012. Das EBIT betrug CHF 45 Mio.

Vielversprechende neue Produkte wurden 2012 eingeführt, darunter eine hochpräzise fünfachsige Fräsmaschine im Kleinformat. Sie unterstützt die Kunden in der hochpräzisen Bearbeitung von Miniaturmetallbauteilen. Zudem entwickelten die Werke in China zwei neue Maschinen, mit denen GF Agie Charmilles ihre Angebotspalette in China weiter ausbaut.

Schliesslich wurden die beiden Werke in Beijing und Changzhou (China) modernisiert und das Fräsmaschinenwerk in Nidau (Schweiz), erweitert, inkl. eines neuen Milling Technology Center.

Strategieumsetzung gut auf Kurs

Die Aufwertung des Schweizer Frankens und die wirtschaftliche Abkühlung in der Eurozone erschweren das Erreichen der Rentabilitätsziele. Dennoch bestätigt der Konzern seine Zielsetzungen, da die wichtigsten strategischen Initiativen plangemäss verlaufen.

Zum Ersten richtet Gerog Fischer seine Aktivitäten Schritt für Schritt auf weniger zyklische Endmärkte mit höherer Rentabilität aus: GF Piping Systems akquirierte 2012 gegen CHF 100 Mio. Jahresumsatz, während sich GF Automotive von zwei Werken für Aluminiumsandguss trennte.

Zum Zweiten wächst der Umsatzanteil der amerikanischen und asiatischen Wachstumsmärkte kontinuierlich.

Der grösste Teil des Umsatzes von GF Piping Systems und GF Agie Charmilles wird ausserhalb Europas erzielt. Und schliesslich ist die Fokussierung aller Divisionen auf Produktivität und Innovation in vollem Gang. Die europäischen Werke von GF Piping Systems und GF Automotive werden laufend weiter automatisiert und GF Agie Charmilles bringt mit erhöhter Frequenz neue Produkte auf den Markt.

Für 2013 sind weitere Investitionen, darunter auch Akquisitionen, geplant, um die Präsenz in den globalen Wachstumsmärkten weiter zu stärken und das Portfolio den strategischen Zielsetzungen anzupassen.

Für 2013 rechnet Georg Fischer nicht mit einer grundlegenden Erholung der Nachfrage in Europa. In Europa bleibt deshalb der Schwerpunkt die Steigerung der Produktivität, während die Präsenz in Asien und in den amerikanischen Märkten weiter ausgebaut wird. <<

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