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Zusätzliche Kapazitäten Kompetenz im Sondermaschinenbau

| Autor / Redakteur: Klaus Vollrath / Anne Richter

Lohnbearbeitung umfasst heute neben Bohren, Fräsen, Drehen und Schweissen auch die Montage grösserer Baugruppen oder die Komplettierung zu mehr oder weniger vollständigen Maschinen bzw. Anlagen. Bunorm hat deshalb seine Bearbeitungskapazitäten signifikant aufgestockt.

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Apparateträger für eine Medizintechnik-Anlage. Bunorm kann Baugruppen mit Längen bis zu 18 m und Gewichten bis zu 60 t herstellen.
Apparateträger für eine Medizintechnik-Anlage. Bunorm kann Baugruppen mit Längen bis zu 18 m und Gewichten bis zu 60 t herstellen.
(Bild: Klaus Vollrath)

«Als versierter Lohnfertiger mit Erfahrung aus Projekten für verschiedenste Branchen erfüllen wir häufig auch Wünsche unserer Kunden nach erweiterten Leistungen bis hin zur komplett einsatzfähigen Maschine», erläutert Masch.-Ing. HTL Urs Morgenthaler, Geschäftsführer der Bunorm AG in Aarwangen. Das 1965 gegründete, inhabergeführte Familienunternehmen hat derzeit 75 Mitarbeiter. In seinem Kerngebiet hat es sich vor allem auf die Herstellung von Maschinenbauteilen – von Streichholzschachtelgrösse bis zu sehr grossen Abmessungen – spezialisiert und verfügt über die entsprechende Ausstattung. Dazu gehören zahlreiche Portalbearbeitungszentren mit Arbeitsraumgrössen bis zu 18 000 x 3500 x 3000 mm, Fräs-Drehbearbeitungszentren für Durchmesser bis zu 2000 mm bei Bauteillängen bis zu 6000 mm sowie zahlreiche weitere Werkzeugmaschinen verschiedenster Grössen, ergänzt um Messtechnologie und Lackierkabinen. Die Krankapazität von 60 t reicht aus, um auch grös­sere Baugruppen problemlos bewegen zu können. Auch im Bereich Schweisstechnik gibt es bei Bu­norm die für solche Grössenordnungen erforderliche Bandbreite an Verfahren und Ausrüstungen.

Komplettlieferung bis zur einsatzbereiten Anlage

«Wir können unsere Wertschöpfungstiefe ganz nach dem Wunsch des Kunden von der reinen Bauteilfertigung über die Komplettierung mit Anbauteilen bis zur einsatzbereiten Anlage anpassen», ergänzt Stefan Gygax, Leiter Konstruktion und Montage bei Bunorm. Im Bereich der mechanischen Bearbeitung könne man nahezu alle Aufgabenstellungen entweder selbst bewältigen oder in Eigenverantwortung beschaffen. Grosse Erfahrung habe man auch in den Bereichen Hydraulik und Elektrotechnik bis hin zur Verrohrung bzw. Verdrahtung und der Bestückung mit Sensoren, Aktuatoren sowie Steuerungen. Somit könne sich der Abnehmer je nach Ausrichtung seines eigenen Geschäftsmodells von weniger produktiven Bereichen freistellen und sich auf die eigenen Kernkompetenzen konzentrieren. Bunorm kümmere sich um alles, was erforderlich sei, um sich mit der Wertschöpfungskette des jeweiligen Kunden möglichst nahtlos zu verzahnen. Dabei übernehme man die Gesamtverantwortung, sodass der Geschäftspartner nur einen einzigen Ansprechpartner habe, der zentral für alle Klärungen und Rückfragen zuständig ist.

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Entwicklungspartnerschaft schon im Vorfeld

«Zu dieser Anpassung an das Geschäftsmodell des Kunden kann auch die Zusammenarbeit beim Engineering schon im Vorfeld einer Entwicklung gehören», präzisiert U. Morgenthaler. Zwischen dem Entwurf der Konturen und Eigenschaften eines Bauteils und der prozessgerechten Detaillierung der entsprechenden Schweisskonstruktion nebst Bearbeitungstechnologie liegen etliche zusätzliche Arbeitsgänge. Manche Konstrukteure, deren Arbeitsgebiet sich um die Funktion der fertigen Anlage oder Maschine herum zentriere, täten sich schwer damit, ihre Entwürfe kostenoptimal als Schweisskonstruktion auszulegen. Nicht alles, was gezeichnet werden könne, lasse sich schweisstechnisch ohne Probleme umsetzen, beispielsweise bei mehr oder weniger geschlossenen Kastenstrukturen. Dort sei die Zugänglichkeit für das Legen von Innenschweissnähten nicht immer in wünschenswerter Weise möglich. Auf diesem Gebiet verfügten die Fachleute bei Bunorm über umfassende Erfahrung sowie leistungsfähige Konstruktions- und CAM-Software. Dieses Know-how gäben sie in gemeinsamen Projektgesprächen gerne an ihre Partner weiter. Je früher im Verlauf eines Entwicklungsprojekts diese Zusammenarbeit beginne, desto nutzbringender sei sie für beide Seiten. Es sei daher besser, in solche Projektgespräche mit einem Pflichtenheft einzusteigen statt mit einem Satz bereits fertig detaillierter Zeichnungen.

Preisklarheit und Termintreue von Anfang an

«Aufgrund unserer Erfahrung sowie unserer umfassenden maschinellen Ausstattung können wir auf Anfragen kurzfristig reagieren und wickeln Aufträge innerhalb des vereinbarten Budgets ab», weiss S. Gygax. Wichtiger Grund hierfür seien zunächst die guten Kontakte zwischen den Konstrukteuren und der Fertigung, sodass es dort quasi keine Schnittstellenverluste gebe. Hilfreich sei auch die Erfahrung der Mitarbeiter aufgrund der sehr grossen Bandbreite an unterschiedlichsten Projekten, die im Laufe der Jahre von Bunorm ausgeführt wurden. Sie umfassten unterschiedlichste Branchen vom Maschinenbau über den Industrieanlagenbau bis zur Medizintechnik und zudem alle möglichen Grössenordnungen von den Abmessungen einer Scheckkarte bis zu 200-Tonnen-Anlagen. Wer schon so viele unterschiedliche Projekte realisiert habe, erkenne auch bei neuen Aufgaben schnell Ähnlichkeiten mit bereits ausgeführten Tätigkeiten oder Problemen. Man brauche dann nicht bei null zu starten und komme so schneller und rationeller zu zweckmässigen Lösungen als jemand, der mit einer gegebenen Aufgabenstellung erstmalig konfrontiert ist. Bunorm habe schon zahlreiche Aufträge ausgeführt, die mit Fug und Recht als Sondermaschinenbau gewertet werden könnten. Infolgedessen sei das entsprechende Auftragsvolumen immer weiter angestiegen und umfasse zudem auch zunehmend Konstruktionen aus Aluminium.

Kapazitätserweiterung 1: Bearbeitungszentrum DMU 340 G

«Um diesen wachsenden Bedarf besser abdecken zu können, haben wir in letzter Zeit erheblich in unsere Bearbeitungskapazitäten investiert», sagt U. Morgenthaler. Dazu gehört die neue DMU 340 G von DMG Mori, derzeit die erste Anlage dieses Typs in der Schweiz. Es handelt sich um ein grossformatiges Bearbeitungszentrum in Portalbauweise mit einem Arbeitsraum von 6000 x 2800 x 1200 mm. Die Anlage hat einen oben geführten Portalbalken mit der 4. und 5. Achse im Bearbeitungskopf. Das Werkstück muss nicht verfahren werden. Dies verringert die zu bewegenden Massen und ermöglicht hohe Achsgeschwindigkeiten. Damit und dank einer 12 000-UPM-Spindel mit HSK-100-Schnittstelle eignet sie sich für mittlere ebenso wie für schwere Bearbeitungsaufgaben an Materialien vom Aluminium bis hin zum Formenbaustahl. Die hohe Achsdynamik ist auch hilfreich bei speziellen Aufgabenstellungen wie dem Interpolationsdrehen. Diese Art der Bearbeitung eignet sich insbesondere für die Herstellung von Dichtflächen an grossformatigen Teilen bei erhöhten Anforderungen. Um hohe Genauigkeiten am Werkstück zu gewährleisten, sind die Werkshallen klimatisiert. Zusätzlich verfügt die Maschine über ein ausgefeiltes Temperaturmanagement mithilfe eines Temperiermediums, das durch Kanäle in allen wesentlichen Maschinenkomponenten zirkuliert.

Kapazitätserweiterung 2: Universalbearbeitungsmaschine DMC 80 U

«Darüber hinaus haben wir auch ein Dreh-Fräszentrum DMC 80 FD beschafft, mit dem wir vor allem anspruchsvolle Rotationsteile mit bis zu 600 mm Ø bearbeiten», verrät S. Gygax. Die Maschine schliesst nicht zuletzt dank ihres Palettenwechslers, der hauptzeitparalleles Rüsten ermöglicht, in diesem Bereich eine schmerzliche Kapazitätslücke. Der vertikale Drehteller ermöglicht Drehbearbeitungen mit bis zu 800 UPM. Die zusätzliche Ausstattung mit einer Fräsbearbeitungseinheit macht aus der Anlage ein Universalbearbeitungszentrum, mit dem auch sehr aufwendige 5-Achs-Fertigungsaufgaben in einer Aufspannung erledigt werden können. Auch hier sorgt ein ausgefeiltes Temperaturmanagement für hohe Genauigkeit der Bearbeitungsergebnisse.

«Diese beiden neuen Bearbeitungszentren ermöglichen es uns, unsere Aufgaben sowohl im Lohnbearbeitungs- als auch im Maschinenbaubereich schneller und effizienter als bisher zu lösen», bilanziert U. Morgenthaler. SMM

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