Prozessoptimierung KVP im Mittelstand – so funktioniert’s

Redakteur: Jürgen Schreier

Vor sieben Jahren hat Mink Bürsten ihr KVP-Projekt gestartet. Heute erntet der Spezialist für Fasertechnologie die Früchte: stetiges Wachstum, eine Reklamationsquote nahe Null und zufriedene Kunden in aller Welt. Peter Zimmermann, geschäftsführender Gesellschafter, erläutert, wie das Projekt umgesetzt wurde.

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Peter Zimmermann: „Ich behaupte, dass wir etwa 50 % der Tätigkeiten in der Industrie für Dinge aufwenden, die faktisch sinnlos sind.“
Peter Zimmermann: „Ich behaupte, dass wir etwa 50 % der Tätigkeiten in der Industrie für Dinge aufwenden, die faktisch sinnlos sind.“
(Bild: Mink Bürsten)

Nähert man sich von der A 8 her kommend Göppingen, wird sofort augenfällig: Bei Mink wird gebaut...

Zimmermann: Ja, wir erweitern unser Werk 3 im Gewerbegebiet Jebenhausen um 3500 auf 10.000 m². Wenn Sie in einem Jahr wieder kämen, dann könnten wir Ihnen ein schönes neues Verwaltungsgebäude mit größerem Casino und Parkhaus präsentieren. Im Laufe der nächsten 12 Monate werden wir insgesamt 10 Mio. Euro in die Erweiterung des Standorts investieren.

Während andere Unternehmen in Deutschland derzeit ihre Investitionen zurückfahren, tut Mink das Gegenteil. Herr Zimmermann, woher nehmen Sie Ihren Optimismus?

Zimmermann: Wir vertrauen in uns, denn wir sind von uns und unserem Produkt überzeugt, auch wenn es - in Anführungszeichen - immer wieder nur eine technische Bürste ist. Mit was wir uns befassen, ist eigentlich Fasertechnologie. Und diese Fasertechnologie fasziniert uns selbst tagtäglich, denn ihre Anwendungsmöglichkeiten sind unbegrenzt. Viele Anwendungen, die wir heute verkaufen, gab es vor zwei, fünf, oder 15 Jahren noch gar nicht.

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Vom aktuellen Konjunkturabschwung - etwa im Süden Europas - merken Sie also gar nichts?

Zimmermann: Nein. Bei uns geht es nach oben. Dafür gibt es natürlich Gründe. So profitieren wir zum Beispiel stark von der sogenannten Energiewende. Wenn heute Windräder gebaut werden, sind wir mit Abdichtungsbürsten dabei. Wir dichten diese Anlagen ab gegen Stäube, Wasser oder Schnee. Auch im Solarbereich sind wir mit unseren Produkten vertreten, vor allem bei der Pflege. Wenn Sie große Solarparks haben, dann müssen die Oberflächen der Paneele gereinigt werden, um eine optimale Energieausbeute zu erreichen. Auch in zahlreichen anderen Branchen kommen unsere Bürsten zum Einsatz, etwa in der Pharmazie- und Medizintechnik, in Baumaschinen oder im Landmaschinenbereich - in Sämaschinen oder Erntemaschinen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Viele Hersteller von Maschinen und Anlagen konnten wir davon überzeugen, dass die Flexibilität einer Bürste, ihre Nachgiebigkeit, Anpassungsfähigkeit und Geschmeidigkeit, das Entscheidende beim Lösen technischer Probleme ist.

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