Mapal Pressekonferenz 2016 Mapal will auch 2016 weiter wachsen – Asien im Fokus

Redakteur: Sergio Caré

Der Werkzeughersteller Mapal blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. An der diesjährigen Pressekonferenz in Aalen (D) wurden die Wachstumsziele für das laufende Jahr vorgestellt. Im Zentrum des Familienbetriebes stehen neben der Digitalisierung auch die internationale Strategie.

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Aussenansicht der Mapal-Fertigung in Aalen
Aussenansicht der Mapal-Fertigung in Aalen
(Bild: Mapal)

Wie bereits in den vergangenen Jahren ist Mapal auch im vergangenen Jahr weitergewachsen. Der konsolidierte Gruppenumsatz stieg von 510 Millionen Euro im Jahr 2014 um rund sechs Prozent auf 540 Millionen Euro im Jahr 2015. «Das Ergebnis zeigt, dass wir mit unseren Investitionen und Innovationen auf dem richtigen Weg sind. Das Ziel des weiteren Umsatzzuwachses, das wir uns für 2015 gesteckt hatten, haben wir erreicht», sagt der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Dieter Kress. Mit dem Umsatz ist auch die Zahl der Mitarbeiter von 4500 auf 4800 Mitarbeiter gestiegen. Tendenz steigend.

Konsequent reinvestieren

Das Familienunternehmen will auch darum den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und reinvestiert rund acht Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Auch die Investitionen an den deutschen Standorten der Gruppe gehen weiter. «Neben den laufenden Investitionen in neue Maschinen bauen wir unter anderem das Kompetenzzentrum VHM-​Werkzeuge in Altenstadt weiter aus, um neue Kapazitäten zu schaffen», konkretisiert Kress das klare Bekenntnis zum Standort Deutschland. Optimistisch ist denn auch das Umsatzziel der Gruppe für 2016. Der Seniorchef geht für das laufende Geschäftsjahr von einer Umsatzsteigerung um sieben Prozent auf 580 Millionen Euro aus. Keine Angaben gab es indes von Seite Kress zum Firmengewinn des Unternehmens: «Das sage ich nicht.»

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Umsatzplus in Asien und USA

Deutschland bleibt mit 40 Prozent der wichtigste Markt für den Familienbetrieb, gefolgt vom europäischen Kontinent mit 21 Prozent. Asien und Amerika legen jedoch Jahr für Jahr zu. Vor allem China spielt eine bedeutende Rolle. Hauptproduktionsstandort bleibt mit 70 Prozent indes Deutschland. «Ich bin ein grosser Anhänger der Produktion in Deutschland», sagt Kress. Dennoch wird die Fertigung auch in China weiter ausgebaut. Mapal will dort, laut eigenen Angaben, seine Marktanteile zulasten der Wettbewerber ausbauen. Auch in Südkorea investiert die Gruppe in eine neue Fabrik. Mit Südkorea hat Mapal ausserdem eine Ausbildungskooperation geschlossen. «Die Südkoreaner sind an der dualen Ausbildung interessiert», berichtet Kress.

Mobilität und Medizin

Die Zukunft in der Zerspanung sieht Juniorchef Dr. Jochen Kress, Sohn und Nachfolger von Dieter Kress, in der Luftfahrtindustrie. Bereits wurden Gespräche mit Airbus in Toulouse (F) geführt. «Mapal ist überall dort, wo auch Airbus ist, und das hilft bei den Geschäften», sagt dazu Kress.

Auch in der Medizintechnik will das Unternehmen Fuss fassen. Die Automobilindus­trie wird auch in Zeiten von Elektromobilität wichtig bleiben. Dies vor allem durch die neuen Leichtbaumaterialien, die ganz andere Anforderungen haben an die Bearbeitungswerkzeuge. Zum Beispiel forschen die Aalener an der Zerspanung von aluminiumlegierte UHC-Leitbaustähle (Ultra High Carbon), die 10 Prozent leichter sind als Stahl. Die Herausforderungen bei solchen Materialien liegt dabei in der niedrigen Wärmeleitfähigkeit.

Digitalisierung bei C-Teilen

Neue Chancen sieht Mapal auch in der Digitalisierung. C-Commerce nennen die Aalener dies und wagen sich nun auch als Softwarehersteller. «Durch unsere Plattform sollen Kunden ihre Prozesskosten senken», sagt Kress. Noch heute laufe der Bestellprozess von der Fertigungshalle zum Werkzeughersteller vorwiegend per Hand. Mit C-Commerce soll der Anwender mit dem Hersteller direkt und digital kommunizieren. Damit die Einkauf- und Lieferprozesse von C-Teilen vereinfacht werden, müssen die Werkzeughersteller die Bedürfnisse und Verbrauchsgewohnheiten der Kunden kennen. Diese Informationen sind in elektronischer Form noch nicht vorhanden. Dennoch sieht Mapal ein grosses Potential, denn das Interesse an der Dienstleistung ist laut Kress gross. Nächstes Jahr wollen die Aalener mit ihrer Plattform an den Markt gehen. Ins Detail gehen will der Werkzeughersteller aber erst an der AMB-Messe in Stuttgart, die vom 13. bis 17. September stattfinden wird. -sc- SMM

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