Swissness-Gesetz

Marke Schweiz: Kaum Veränderungen in der MEM-Industrie zu erwarten

| Redakteur: Sergio Caré

Marginaler Einfluss beim B2B-Kunden

«Es hat sich gezeigt, dass international tätige KMU Swissness für ihre Produkte verwenden und besonders bei Endkonsumenten (B2C) eine höhere Zahlungsbereitschaft auslösen», fasst Lehmann das Resultat der Studie zusammen. Bei den Business-to-Business Kunden ist die Bereitschaft, für Produkte die in der Schweiz hergestellt werden mehr zu zahlen, geringer. In einer Projektarbeit der drei Masterstudierenden Lisa Bertsch, Nina Haigis und Uwe Herrgott der HTW sind sie der Frage nachgegangen, ob die Marke Schweiz zu einer grösseren Zahlungsbereitschaft im In- und Ausland verhilft. Bei 35 Prozent der national tätigen Unternehmen sitzt das Portemonnaie ihrer B2B-Kunden wegen dem «swiss made» nicht immer lockerer. Gerade mal 15 Prozent der Befragten könnenen wegen Swissness zehn oder mehr Prozent verlangen. Die Swissmem als Auftraggeber der HTW-Studie von Lehmann und Dinner kommt zum gleichen Schluss: «Eine differenzierte Auswertung der Rückmeldungen hat ergeben, dass die Swissness von jenen Unternehmen am häufigsten verwendet wird, die im B2C-Geschäft tätig sind, eine internationale Ausrichtung aufweisen, eine heterogene Kundschaft bedienen und zur Kategorie der KMU zählen», erklärt Ressortleiterin und Rechtsanwältin bei Swissmem, Doris Anthenien. «Entsprechend hat die Swissness für Zulieferer eine geringere Bedeutung. So sprechen sich KMU gegen die Verwendung der Swissness aus, wenn die Kunden die Herkunft bereits kennen.» Die Verwendung der Marke «swiss made» ist also eher eines von vielen Produktmerkmalen, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Aber kein immens wichtiges im B2B-Bereich. Mehr Kunden als ein rotes Wappen mit weissem Kreuz zieht nach wie vor eine kompetitive Preisgestaltung an oder ob das Produkt in puncto Qualität besser ist als die Konkurrenz. Im B2C sieht dies anders aus. Das erklärt auch das Kreuz der Lebensmittelhersteller mit der Swissness-Vorlage. Die Universität St. Gallen kommt in ihrer eigenen Studie «Swissness Worldwide 2016» ebenfalls zu diesem Schluss. Nur bei B2C sind die Befragten bei Luxusuhren bereit, einen Aufschlag von über 100 Prozent für das «swiss made» hin zu blättern. Bei Käse und Kosmetikartikeln über 50 Prozent und für Skiferien sind die Kunden immerhin noch bereit sieben Prozent mehr zu zahlen. Am geringsten ist die Swissness-Prämie bei Fluggesellschaften, im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie sowie wie oben erwähnt im Maschinenbau (B2B).

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