STM: Blech mit Wasserstrahl schneiden Mit Wasserstrahl flexibler und kreativer

Autor / Redakteur: Norbert Novotny / Konrad Mücke

Die für Schirmbars und Terrassenüberdachungen benötigten Blechzuschnitte bearbeitet der Hersteller Meissl Open-Air Solutions GmbH im österreichischen Pfarrwerfen seit mehr als vier Jahren zuverlässig auf einer Wasserstrahlschneidmaschine von STM.

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Gut investiert: Die eigene Wasserstrahl-Schneidanlage schafft beim Schirmbar-Hersteller Meissl eine hohe Flexibilität und sorgt für kreativere Konstruktionen.
Gut investiert: Die eigene Wasserstrahl-Schneidanlage schafft beim Schirmbar-Hersteller Meissl eine hohe Flexibilität und sorgt für kreativere Konstruktionen.
(Bild: x-technik)

Die Meissl Open-Air Solutions GmbH schafft seit über 40 Jahren mit ihren Grossschirmen, Schirmbars und Windschutzlösungen die besten Voraussetzungen dafür, dass sich Menschen unabhängig vom Wetter im Freien treffen, lachen, leben und geniessen können. «Mit immer neuen Produktideen und -lösungen wurde aus unserer anfänglichen Schirmbar, bestehend aus einer Bar mit stabilem Grossschirm, eine sehr breite Produktpalette bis hin zu individuellen Grossflächenüberdachungen und mobilen Windschutzwänden», erläutert Hermine Meissl. Sie ist seit dem Jahr 1989 im Unternehmen tätig. Im Jahr 2001 hat sie die Geschäftsführung von ihrem Vater und Firmengründer übernommen.

Individuell konzipiert

«Jede von uns hergestellte Überdachung ist ein Unikat und exakt auf den individuellen Bedarf des Kunden zugeschnitten – egal wie extrem der Standort und die Belastung auch sind», berichtet die Geschäftsführerin. Martin Eltbogen, Geschäftsführer der Meissl Forschungs- und Entwicklungs GmbH, die für die Produktentwicklung der Meissl-Produkte verantwortlich ist, ergänzt: «Zu den Erfolgsfaktoren beispielsweise unserer Schirmbars gehören Funktionalität, Zuverlässigkeit und ergonomische Planung. Zapfhähne, Kühlungen, Musikanlage, Lichtsteuerung – alles ist an seinem Platz und funktioniert auch unter herausfordernden Bedingungen.» Effektbeleuchtung, Heizstrahler, Design oder Sound tragen zur besonderen Atmosphäre einer Schirmbar bei. So wird der Besuch zu einem aus­sergewöhnlichen Erlebnis.

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Regional produziert

Um hohen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden, vertraut Meissl Open-Air Solutions am Standort Pfarrwerfen nahe Salzburg (50 Mitarbeiter, 8500 m2 Betriebsfläche) auf eine rein österreichische Wertschöpfungskette. Dies gilt für Rohstoffe und Halbzeuge, wie Stahl, Edelstahl, Aluminium, Textilien und Holz, sowie für extern beschaffte Komponenten. So fertigt das Unternehmen auch Blechzuschnitte selbst. Seit mehr als vier Jahren verfügt es über eine Wasserstrahlschneidmaschine des österreichischen Herstellers STM. «Zuvor waren wir lediglich mit einer Schlagschere ausgestattet und mussten daher einen Grossteil unserer Blechzuschnitte extern zukaufen. Da wir bei unserem damaligen Schneidpartner immer wieder mit Lieferverzögerungen und Mängeln bei der Qualität zu kämpfen hatten, entschieden wir uns für eine Investition in eine Maschine», erinnert sich Martin Eltbogen. Aufgrund des zu bearbeitenden Spektrums an Werkstoffen entschieden sich die Pfarrwerfener für die Wasserstrahlschneidtechnologie. «Bei unseren Investitionen oder auch beim Einkauf legen wir besonderes Augenmerk darauf, österreichische, wenn möglich sogar Betriebe aus der Region zu stärken», verdeutlicht Hermine Meissl. Im nicht einmal 20 km entfernten Eben in Pongau fand man mit STM einen der führenden Anbieter von Wasserstrahlschneidsystemen. Man entschied sich für eine Maschine dieses Herstellers. «Diese Entscheidung im Jahr 2016 war goldrichtig. Die Maschine überzeugt mit höchster Qualität der geschnittenen Bauteile, Wirtschaftlichkeit und komfortabler Bedienung. Auch der Service von STM ist hinsichtlich der Reaktionszeit und der Kompetenz der Fachkräfte vorbildlich», betont die Geschäftsführerin.

Flexibler und kreativer

Investiert hat man in eine Schneidanlage PremiumCut 4020 mit 2D-Schneidkopf. Sie kann auch grossformatige Bleche bearbeiten. Dazu sagt Jürgen Moser, Geschäftsführer der STM waterjet GmbH: «Unsere Wasserstrahl-Schneidsysteme der Reihe PremiumCut sind Hochleistungssysteme, die keine Wünsche offenlassen. Sie sind für Schneidaufgaben mit strengen Forderungen an die Genauigkeit bei hohen Geschwindigkeiten ideal geeignet. Die Anlagen arbeiten ressourcenschonend und zeichnen sich durch einen äusserst niedrigen Strom-, Wasser- und Luftverbrauch aus. Alle konstruktiven Bauteile und Schrauben bestehen aus verschleissfestem Edelstahl oder Aluminium.» Im Fertigungsbetrieb in Pfarrwerfen werden bis 30 mm dicke Bleche aus Stahl, Aluminium und Edelstahl geschnitten. «Da wir uns mit der Maschine den Blechzuschnitt ins Haus geholt haben, sind wir unabhängig von externen Partnern. Dadurch haben wir enorm an Flexibilität gewonnen», betont Martin Eltbogen und ergänzt: «Zudem können wir in der Konstruktion unserer Überdachungen und Anlagen wesentlich kreativer agieren. Wir haben nun Gestaltungsmöglichkeiten, die zuvor einfach nicht denkbar waren. Beispielsweise schneiden wir Schriftzüge, Logos und Bilder oder fertigen attraktive Barverkleidungen.» Einen weiteren Vorteil des Schneidens mit Wasserstrahl sieht er darin, dass die Zuschnitte keinerlei Aufhärtung aufweisen und somit kein Nachbearbeiten der Bauteile erfordert.

Umwelt und Ressourcen schonen

Für den umweltbewussten und ressourcenschonenden Betrieb bietet STM auch Systeme zum Aufbereiten des verbrauchten Wassers. «Die meist mehrstufigen Systeme ermöglichen das Reinigen des Abwassers bis zur Nachweisgrenze von Feststoffen und gelösten Stoffen. Das gefilterte Wasser kann entweder in den örtlichen Kanal eingeleitet oder bei Bedarf in den Kreislauf rückgeführt werden», erläutert Jürgen Moser die technische Ausstattung. In Pfarrwerfen ist die Maschine mit einem mehrstufigen System zum Austragen der Abrasivstoffe ausgestattet. Das verbrauchte Abrasiv wird dabei mit dem automatischen Abrasiv-Spülsystem aus dem Schneidbecken ausgespült. «Alle Komponenten des Systems, die mit Abrasiv in Berührung kommen, sind ausserhalb des Schneidbeckens angeordnet. Das verkürzt Stillstandzeiten bei Wartungsarbeiten und vermindert die wiederholt anfallenden Kosten, die die Abrasivmittel-Abscheidung verursacht», berichtet Jürgen Moser.

Eine mit Keramik beschichtete Hochleistungspumpe saugt das Wasser-Abrasiv-Gemisch aus dem Schneidbecken über den Ansaugfilter ab. Das Abrasiv setzt sich dabei in einem Behälter ab. Die zweite Hochleistungspumpe befördert wiederum das vom Abrasiv getrennte Wasser über zwei Spülköpfe in das Schneidbecken zurück. «Der Ablauf wird von einer SPS gesteuert. Das automatische Abrasiv-Spülsystem schaltet sich zudem beim Schneiden mit Abrasiv automatisch ein und nach dem Schneidvorgang am Ende einer kurzen Nachlaufzeit wieder aus. Das Abrasiv kann dann trocken entsorgt oder dem Hersteller der Abrasive zur Wiederaufbereitung übergeben werden», führt Jürgen Moser aus. Darüber hinaus wird durch die Integration eines Hydrofilters das Prozesswasser so aufbereitet, dass es über den Druckbeutelfilter in den Kanal geleitet werden kann.

Funktional und bedienerfreundlich

Um das Potenzial des Wasserstrahls voll auszuschöpfen, verfügt die Wasserstrahl-Schneidanlage über eine Software, mit der die Bediener Programme erstellen, Zeichnungen importieren und die verfahrensspezifischen Schneidparameter einstellen. Das intuitive Benutzer-Interface und die von der Software vorgeschlagenen Strategien vereinfachen das Programmieren und Bedienen. Die Möglichkeit einer Simulation des jeweiligen Schneidauftrags sorgt für hohe Prozesssicherheit. Dazu erläutert Martin Eltbogen: «Unsere Konstrukteure generieren in der Arbeitsvorbereitung die Schnittbilder, senden sie zur Maschine, und der Bediener muss nur noch die Starttaste drücken.» Somit sei man bei Meissl in der Lage, die Maschine bei Bedarf auch mannlos bis in die Nacht schneiden zu lassen.

Zukunftssicher dank Digitalisierung

Um sich für die Zukunft bestmöglich aufzustellen, will Meissl Open-Air Solutions generell vermehrt digitalisieren. «Durch eine umfassende digitale Vernetzung können wir unsere Produktion transparenter gestalten, besser steuern und unsere Prozesse kontinuierlich optimieren», sagt dazu Martin Eltbogen. Hermine Meissl ergänzt: «Unser Erfolgsrezept war schon immer, gesund und nachhaltig zu wachsen. Dafür müssen wir mit Verstand stets die nötigen Rahmenbedingungen und Strukturen schaffen. Nur so können unsere Mitarbeiter ihr Potenzial bestmöglich entfalten. Wir wollen nicht unbedingt grösser, aber permanent besser werden. Mit zuverlässigen, kompetenten Partnern und Technologien wie dem Wasserstahlschneiden sind wir für die Zukunft bestens gerüstet.» SMM

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