Leadership - hybride Arbeitswelt New Normal - Welche Kompetenzen brauchen Führungskräfte in der hybriden Arbeitswelt?

Autor / Redakteur: Kathrin Renée Schüpbach-Schäfer, Führungscoach und Inhaber der QueensRanchAcacemy / Susanne Reinshagen

Die Corona-Pandemie hat den Arbeitsalltag in vielen Unternehmen verändert. Wer konnte, fand sich plötzlich im Homeoffice wieder. Nun beginnt die Rückkehr ins Büro, vollzeit, teilzeit oder man bleibt im Homeoffice. Was diese hybride Arbeitswelt für Führungskräfte bedeutet, erläutert Kathrin Renée Schüpbach-Schäfer, Führungscoach und Inhaber der QueensRanchAcacemy.

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Das Homeoffice fordert auch Führungskräfte in ihrer Funktion.
Das Homeoffice fordert auch Führungskräfte in ihrer Funktion.
(Bild: gemeinfrei/Bellahu 123 / Pixabay )

Die Corona-Krise hat den Arbeitsalltag in vielen Unternehmen deutlich verändert. Anstatt, dass alle Mitarbeiter im Büro aufeinander treffen, ist ein Teil der Belegschaft inzwischen im Homeoffice tätig. Klar ist, dass dieses hybride Arbeiten auch nach dem Ende der Pandemie Bestand haben wird, weil die Einsätze zuhause viele Vorteile bieten.

Die Mitarbeiter verlieren keine unnötige Zeit mit langen An- und Abfahrten, können sich oft besser konzentrieren und sind nicht zuletzt häufig in der Lage, ihre Arbeitszeiten etwas flexibler zu gestalten. Ein klarer Pluspunkt ist, dass sie mehr Zeit für sich und ihre Familien haben. Verschiedene Studien (zum Beispiel von der Fachhochschule Nordwestschweiz, Anm.d.Red).belegen, dass das Homeoffice zu zufriedeneren und daher höher motivierten Arbeitskräften führen kann.

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Das Wechselmodell wird bevorzugt

Allerdings gibt es auch Nachteile gegenüber der Arbeit im Büro, und so bevorzugen viele Arbeitnehmer ein Wechselmodell: Sie möchten an bestimmten Tagen zuhause arbeiten, an anderen in der Firma. Diese hybride Arbeitsweise stellt nicht nur die einzelnen Arbeitnehmer vor neue Herausforderungen, sondern auch die Führungskräfte. Wie diese am besten mit den neuen Bedingungen umgehen sollten, weiss Kathrin Renée Schüpbach-Schäfer, die als Führungscoach seit vielen Jahren in der Schweiz tätig ist. Hier listet sie sieben wichtige Kompetenzen auf, die Führungskräfte unter den aktuellen Bedingungen mitbringen oder sich aneignen sollten.

1. Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitern

Viele Führungskräfte begehen den Fehler, dass Sie Ihren Mitarbeitern misstrauen. Sie denken, dass diese mit den gewonnenen Freiheiten nicht richtig umgehen können und die Arbeit vernachlässigen. In den allermeisten Fällen ist dies aber ein Trugschluss. Das Gros der Mitarbeiter im Homeoffice ist definitiv in der Lage, sich auch zuhause zu organisieren und der Arbeit gewissenhaft nachzugehen. Führungskräfte sollten immer bedenken, dass das Wichtigste ist, dass die Mitarbeiter die ihnen zugedachte Arbeit zuverlässig erledigen. Dabei kommt es nicht zwingend darauf an, ob sie diese in acht oder sieben Stunden fertigstellen. Am Ende zählt schliesslich nur das Resultat.

2. Seien Sie selbst ein gutes Vorbild

Wenn Sie möchten, dass Ihre Mitarbeiter im Homeoffice ihre Arbeitszeit nicht für private Dinge missbrauchen, sollten Sie immer mit gutem Beispiel vorangehen und im Homeoffice ebenfalls überzeugen. Am besten können Sie dies belegen, indem Sie immer gut erreichbar sind. Das heisst nicht, dass Sie sofort jedes Telefonat annehmen oder jede E-Mail beantworten müssen. Achten Sie aber darauf, dass Sie sich möglichst zeitnah zurückmelden.

3. Motivieren und loben Sie

Ein Nachteil im Homeoffice ist, dass die direkten Kontakte abnehmen. Versäumen Sie es dennoch nicht, Ihre Mitarbeiter regelmässig zu motivieren und bei gegebenem Anlass auch zu loben. Wer seinen Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringt, der steigert dessen Effizienz erheblich. Und dies führt wiederum zu besseren Arbeitsergebnissen.

4. Vernetzten Sie sich regelmässig

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter nicht alleine. Melden Sie sich regelmässig bei Ihnen. Sie können Sie per Telefon, E-Mail oder Videochat ansprechen. Sinnvoll kann es auch sein, am Morgen zum Arbeitsbeginn eine gemeinsame Videokonferenz abzuhalten. Diese sollte immer zur selben Zeit stattfinden und kann für alle als Startschuss in den Arbeitstag gesehen werden. Halten Sie diese Videokonferenzen jedoch möglichst kurz und beschränken Sie sich in den Gesprächsrunden auf Dinge, die für alle Beteiligten relevant sind.

5. Definieren Sie genaue Ziele

Für das Arbeiten im Homeoffice ist sehr wichtig, genaue Ziele zu definieren. Benennen Sie die Aufträge so exakt wie möglich und setzen Sie Deadlines. Sollten diese nicht eingehalten werden, kontaktieren Sie den betroffenen Mitarbeiter und befragen Sie diesen nach den genauen Gründen. Vereinbaren Sie dann einen neuen Zeitpunkt für die Abgabe.

6. Hören Sie Ihren Mitarbeitern zu

Ein grosser Nachteil im Homeoffice ist, dass den Kollegen vielfach der Austausch mit anderen Menschen fehlt. Daher staut sich nicht selten ein gewisser Redebedarf auf. Natürlich können Sie nicht der Ansprechpartner für jede Sorge oder Neuigkeit bei ihren Mitarbeitern sein. Wenn es aber um wichtige Dinge geht, sollten Sie Ihren Mitarbeitern ein offenes Ohr schenken und deren Befindlichkeiten ernst nehmen. Zeigen Sie bei Gelegenheit immer wieder auch mal Interesse für die Familie oder die Hobbys der Mitarbeiter. Eine zu grosse Distanz zwischen Vorgesetztem und Untergebenem ist heute nicht mehr angezeigt und sorgt in den meisten Fällen einfach nur für fehlende Sympathie und Respekt. Wer seine Mitarbeiter jedoch ernst nimmt und sich für diese interessiert, der setzt erneut wichtige Zeichen der Wertschätzung und bekommt diese auch zurück.

7. Scheuen Sie keine Konflikte

In Fällen, wo Mitarbeiter im Homeoffice dann doch nicht die Erwartungen erfüllen, sollten Sie die Missstände ganz klar ansprechen. Bleiben Sie dabei in jedem Fall sachlich und werden Sie nicht emotional. Appellieren Sie an Besserung und sprechen Sie auch mögliche Konsequenzen an. Drohen Sie dabei aber nicht. Versuchen Sie, sich anbahnende Konflikte so schnell wie möglich zu thematisieren und frühzeitig zu lösen. Ändern die Mitarbeiter trotz aller Bemühungen dann immer noch nicht ihr Verhalten, müssen Sie konsequent bleiben. Verteilen Sie als Sanktionsmassnahme eventuell Arbeit um, sprechen Sie ihr Missfallen deutlich aus, nutzen Sie - wenn angezeigt - das Mittel der Abmahnungen und setzen Sie in ganz besonderen Härtefällen auch eine Kündigung um.

Gehen Sie die Herausforderungen an!

Wenn Sie die genannten Kompetenzen bereits besitzen, steht Ihnen als erfolgreiche Führungskraft in der Regel nicht mehr viel im Wege. Wenn Ihnen einige der Kompetenzen noch fehlen, versuchen Sie sich diese anzueignen. Sie werden schnell feststellen, wie sich die Arbeit mit Ihren Mitarbeitern Stück für Stück verbessern wird. <<

Kathrin Renèe Schüpbach-Schäfer
Fasziniert von Menschen und ihrem grenzenlosem Potential, gründete Kathrin Renée Schüpbach-Schäfer vor über 20 Jahren ihre QueensRanchAcacemy in der Schweiz. Zuvor begleitete sie verschiedenen Spitzenpositionen in der Wirtschaft. Hierbei trug sie zuletzt die Verantwortung im Human Resource Management eines Grossunternehmens mit über 6’500 Mitarbeitern.
In den letzten 21 Jahren schulte sie zahlreiche Menschen und begleitete sie auf dem Weg zur erfolgreichen Führungskraft. Dabei veränderte sich nicht nur das Leben dieser Führungskräfte, sondern auch das von deren Mitarbeitern.
Hierfür entwickelte sie eigens die QRA Methode. Diese Methode schult die eigene Führung erfolgreich auf Basis der Pferde DNA. Die dabei eingesetzten Pferde spiegeln das eigene Führungsverhalten direkt, ehrlich und schonungslos.
Sie ist erfolgreiche Trainerin und Coach in der Persönlichkeitsentwicklung, sowie Buchautorin und Speakerin.

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Bildquelle: Kathrin Renée Schüpbach-Schäfer

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