Crowdsourcing

Offenheit wird mit erhöhter Innovationskraft belohnt

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So überzeugte Bayer Material Science neben der Qualität der Ideen auch die breite internationale Beteiligung an einem Wettbewerb zur fortschreitenden Wüstenbildung. Eine Hochschulabsolventin aus Malaysia arbeitet mittlerweile beim Leverkusener Werkstoffanbieter an der Umsetzung ihrer eingereichten Idee: einem Gerät zur Erzeugung von Kunstlicht ohne Solarzellen.

In Zeiten des Fachkräftemangels können Ideenwettbewerbe also auch eine effektive Form des Employer Brandings sein: Unternehmen präsentieren sich als offen, modern und sympathisch – kurzum als attraktive Arbeitgeber. Im Rahmen des Prozesses können sie zudem potenzielle Mitarbeiter auf fachlicher Ebene kennenlernen und für sich gewinnen.

Crowdsourcing für den Maschinen- und Anlagenbau

Im Maschinenbau steht Crowdsourcing vor größeren Herausforderungen als anderswo: Viele Problemstellungen sind nur schwer von den technischen Zusammenhängen im umgebenden System zu lösen. Deshalb haben der Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement der RWTH Aachen und die Forschungsvereinigung Antriebstechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau im Jahr 2011 eine Studie veröffentlicht, die untersuchte, ob ein Online-Ideenwettbewerb im Maschinenbau am Beispiel der Antriebstechnik Nutzen stiften kann.

Unterschiedliche Arten von Problemen wurden ausgeschrieben. Das Ergebnis: Fachexperten sahen zahlreiche Lösungsvorschläge in den jeweiligen Gebieten als für die Lösung geeignet an. Mehr als 60 % der eingereichten Lösungsansätze waren außerdem für die Organisationen zum Teil radikal neu. Darüber hinaus lernten die Unternehmen nach eigener Aussage zahlreiche neue mögliche Kooperationspartner kennen.

Dies deckt sich mit Erfahrungen im Innovationskraftwerk: Die SGL Group stellte beispielsweise die Frage „Was mache ich aus Carbonbeton?“ und baute durch den Ideenwettbewerb ein Netzwerk mit Immobilienunternehmen, Architekten und Baustoffherstellern auf – Gruppen, zu denen der Carbonhersteller ohne den Wettbewerb vielleicht nie in Kontakt gekommen wäre.

Hemmnisse und Lösungen

Umfragen unter wirtschaftlichen Entscheidern zeigen, dass auf Unternehmensseite die Angst vor fehlender Vertraulichkeit und fehlendem Schutz geistigen Eigentums die größten Hemmnisse für die Umsetzung eines Open-Innovation-Projekts sind. Das Innovationskraftwerk begegnet diesen Vorbehalten.

So haben Patentrechtsexperten detaillierte Teilnahmebedingungen ausgearbeitet. Zudem erhalten Unternehmen die Möglichkeit, den Grad der Öffnung des Wettbewerbs den individuellen Bedürfnissen anzupassen: vom vollständig geöffneten Netzwerk, das Nutzern die Ideengenerierung ohne vorherigen Login ermöglicht, bis hin zu einer individuellen Community, die nur für einen bestimmten Teilnehmerkreis sichtbar ist.

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