Tube 2018

Pipelines sorgen für grosse Rohraufträge

| Autor: Stéphane Itasse

Damit die Pipelinerohre über viele Jahre den Belastungen standhalten, muss schon in der Produktion auf Qualität geachtet werden.
Damit die Pipelinerohre über viele Jahre den Belastungen standhalten, muss schon in der Produktion auf Qualität geachtet werden. (Bild: Borusan Mannesmann)

Für Rohrhersteller und Zulieferer könnte es in den nächsten Jahren richtig rundgehen: Denn weltweit sollen Pläne für etwa 20 Mio. km Pipeline geschmiedet werden – wichtigster Motor ist der Energiehunger.

Bei den Pipelineplanungen spielt Europa eine wichtige Rolle, wie die Messe Düsseldorf im Vorgriff auf die Tube 2018 mitteilt. Deren Industrieländer dürsten nach Gas, um die Versorgung von Unternehmen und Haushalten zu sichern. Ein Megaprojekt, die Nord Stream, wurde bereits fertiggestellt. Der zweite und letzte Pipelinestrang von Russland nach Deutschland durch die Ostsee nahm 2012 seinen Betrieb auf. Beide Stränge, die sich jeweils über 1224 km erstrecken, verfügen zusammen über eine Kapazität von rund 55 Mrd. m³ Gas pro Jahr. Jeder der beiden Leitungsstränge setzt sich aus rund 100.000 Rohren zusammen.

Tausende Tonnen von Pipelinerohren gefragt

Und es werden weitere Lichter am Ende des Tunnels beziehungsweise der Röhren aufgehen – zur Freude der Rohrhersteller und -zulieferer, wie die Messegesellschaft prognostiziert. Zum Beispiel, wenn 2020 die Trans-Adria-Pipeline (TAP) fertiggestellt wird. Über einen Grossauftrag für die TAP darf der Stahlkonzern Salzgitter jubeln. Das Unternehmen liefert etwa 270 km Grossrohre mit einer Gesamttonnage von 170.000 t – hauptsächlich in den Abmessungen von 48“ – und rund 1660 Rohrbögen. Mit der Fertigung und Auslieferung der Grossrohre durch Europipe, einem Joint-Venture des Salzgitter-Konzerns und der AG der Dillinger Hüttenwerke, wurde bereits begonnen.

Durch die TAP als einem südeuropäischen Gaskorridor strömt das Erdgas von Griechenland aus über Albanien und durch das Adriatische Meer bis nach Süditalien, die Kapazität liegt jährlich bei 10 bis 20 Mrd. m³. Sinn hat der Bau der TAP allerdings vor allem durch einen weiteren Pipeline-Baustein, die transanatolische TANAP. Sie transportiert das Erdgas vom aserbaidschanischen Gasfeld Shah Deniz II quer durch die Türkei bis an die Grenze der EU – und hier übernimmt die TAP. Die TANAP hat eine Kapazität von 16 Mrd. m³. Nach Anschluss an die Transadriatische Pipeline TAP könnte die erste Gaslieferung erfolgen.

ABB liefert für die TANAP Pipeline-Monitoring- und Sicherheitssysteme, einschliesslich Glasfaserkabeln zur Datenübertragung entlang der Pipeline sowie Steuerungssysteme und Telekommunikationsanlagen.

Auch in der Nordsee stehen noch Pipelineprojekte an

Aber nicht nur der süd- und osteuropäische Raum ist für den Pipelinebau interessant, auch die Nordsee besitzt reichhaltige Energiequellen. Ab Ende 2019 soll das Johan-Sverdrup-Ölfeld in der Region Utsira High, 140 km vor der Küste Stavangers, ausgebeutet werden. Die Ölblase befindet sich 120 m unterhalb des Wasserspiegels und ist 1900 m tief. Zunächst werden die Processing-Platform, die Riser-Platform, Drilling-Platform und die Living-Quarters-Platform errichtet. Über eine Pipeline sollen circa 550.000 Barrel Öl am Tag zum norwegischen Mongstad Terminal in Horaland transportiert werden. Geschätzt werden so zwischen 1,8 und 2,9 Mrd. Barrel gewonnen, erst 2050 soll die Förderung enden.

Den Auftrag für die Fertigung und Lieferung von längsnahtgeschweissten, korrosionsbeständigen Rohren für das Johan-Sverdrup-Ölfeld erhielt Butting. „Das Auftragsvolumen umfasst bis jetzt schon fast 1000 t der Materialien Duplex, Superduplex sowie 6 Moly“, erläutert Christian Schenk aus der Abteilung CRA Pipes. Die Abmessungen reichen dabei von 6“ bis 30“ mit einer Wanddicke von 3 mm bis 40 mm.

Weltweit ist Bewegung in den Pipelinebau gekommen. So wurde im Dezember 2015 mit dem Bau der knapp 1700 km langen Trans-Afghanistan-Pakistan-Pipeline begonnen. Nach Inbetriebnahme sollen innerhalb von 30 Jahren rund 33 Mrd. m³ Erdgas durch die Pipeline von Turkmenistan nach Afghanistan, Pakistan und Indien transportiert werden, berichtet die Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien. In drei bis vier Jahren begänne sie mit dem Transport. Experten halten die Trans-Afghanistan-Pakistan-Pipeline von entscheidender Bedeutung für die Deckung des rapide wachsenden Energiebedarfs auf dem indischen Subkontinent.

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