Regalsysteme

Regalsysteme für die richtige Lagereinrichtung

| Autor / Redakteur: Sabine Vogel / Bernd Maienschein

Rack in Motion: Verschieberegale von SSI Schäfer sollen neben hoher Dynamik einen optimierten Füllgrad und kurze Zugriffszeiten bieten.
Rack in Motion: Verschieberegale von SSI Schäfer sollen neben hoher Dynamik einen optimierten Füllgrad und kurze Zugriffszeiten bieten. (Bild: SSI Schäfer)

Erfahren Sie alles über die Regalarten der Lagertechnik. Regale sind seit jeher eine zentrale Stütze der Intralogistik. Wenngleich es in diesem Segment seit Jahren keine revolutionären Neuerungen mehr gegeben hat, gilt angesichts der Variantenvielfalt die Redensart: „Wer die Wahl hat, hat die Qual.“

Das klassische Palettenregal für die einfach- oder mehrfachtiefe Lagerung im Palettenlager ist weit verbreitet. Angepasst an den zur Verfügung stehenden Lagerraum sowie an das Gewicht und die Größe der Ladeeinheiten ermöglicht dieses Regalsystem einen einfachen Zugriff auf das Lagergut. Realisierbar sind Fachlasten von mehreren Tonnen. Kennzeichnend für diese statische Lösung ist ein hohes Maß an Flexibilität in der Anwendung. Palettenregale sind sowohl für die Aufnahme von Euro- und Industriepaletten und Gitterboxen als auch Behälter und Kartons geeignet.

Regalsysteme: statisch, praktisch und kompatibel

Einfahr- und Durchfahrregale: Mit moderaten Investitionen sind Einfahr- und Durchfahrregale verbunden, die auf einer Stützenkonstruktion mit Quertraversen basieren. Diese Art der flexiblen Kompaktlagerung ist eine denkbare Alternative, wenn begrenzter Raum zur Verfügung steht und dieser – aus wirtschaftlicher Perspektive – bestmöglich genutzt werden soll. Einfahr- und Durchfahregale unterstützen das Lifo-Prinzip (Last-in, first-out) und sind für die Bevorratung größerer Mengen homogener und nicht schnelldrehender Artikel interessant.

Fachbodenregale:Das Fachbodenregal ist prädestiniert für nicht palettierte Güter und ist nützlich für die manuelle (Kleinteile-)Kommissionierung im boomenden E-Commerce-Geschäft. Die Fachboden-Regalsysteme werden sowohl in Schraub- als auch Steckausführung angeboten. Die Dimensionierung der Fachregale folgt dem Lagergut, Fachhöhen und Trennwände sind frei wählbar. Fachbodenregale sind mit überschaubaren Investitionskosten verbunden, ermöglichen kurze Wege und sind flexibel erweiterbar. Bei Bedarf lässt sich in die Höhe bauen. Fachbodengeschossanlagen unterstützen den Pickvorgang dann auf mehreren, durch Treppen verbundene Ebenen. Die Freifläche unterhalb der Konstruktion lässt sich flexibel für weitere Produktivarbeiten nutzen. Prinzipiell lassen sich mithilfe dieser funktionssicheren Lagerhaltung hohe Umschlagleistungen erzielen. Gleichwohl ist der Personalbedarf nicht zu unterschätzen, wenn Auftragsspitzen abzuwickeln sind. Als Trägersystem für Regalbühnen eignen sich darüber hinaus Paletten- und Durchlaufregale.

Kragarmregale: Beim Kragarmregal handelt es sich um ein auf spezielle Produkteigenschaften abgestimmtes Regalsystem für den Direktzugriff. Es dient der Aufnahme von sperrigen Gütern oder Langgut, wie Stangen und Rohre in variierenden Abmessungen. Im Vergleich zum klassischen Palettenregal kommt diese Lösung ohne vordere vertikale Streben aus. Weitere konstruktive Merkmale sind senkrecht angeordnete Mittelstützen mit Ständerfüßen sowie seitliche Ausleger, auf die das Lagergut übergeben wird. Geeignet für sperrige, voluminöse und schwere Güter sind zudem Weitspannregale sowie Wabenregale.

Regalsysteme: dynamisch, platzsparend und durchsatzintensiv

Durchlaufregale: Im Bereich der dynamischen Lagerung bieten die Hersteller nach FiFo (First-in, First-out) betriebene Durchlaufregale an. Kennzeichnend ist eine kompakte, blockförmige Regalgestellkonstruktion, die eine gute Flächennutzung verspricht und in der die Waren automatisch nachrücken. Das spart Zeit. Abgeknickte Bahnen in einem individuell zu definierenden Winkel erleichtern den Zugriff auf die Behälter. Weiter unterstützt wird der Pickprozess durch eine strikte Trennung der Ein- und Auslagerseite. Mit dem Durchlaufregal sind hohe Umschlagleistungen möglich.

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Verschieberegale: Das Verschieberegal ist kontinuierlich in Bewegung. Dafür sorgen schienengeführte Unterwagen, über die die Regalzeilen verschoben werden, so dass Stapler in die gebildete Gasse einfahren können. Als zentraler Vorteil des Regalsystems wird ein hoher Flächen- und Volumennutzungsgrad benannt, aus dem eine hohe Lagerkapazität resultiert. Der Raumgewinn soll im Vergleich zu stationären Regalsystemen bei bis zu 40 Prozent liegen. Gleichzeitig werden die Waren innerhalb eines Blocks gegen äußere Einflüsse und unbefugtem Zugriff geschützt. Sinnvoll ist das bei hochpreisigen Produkten oder im Bereich der temperaturgeführten Lagerung. Verschieberegale sind eine Alternative, wenn es darum geht, große Mengen umzuschlagen, die nicht in die Kategorie „Schnelldreher“ fallen. Schließlich beansprucht das Öffnen und Schließen der Gänge Zeit. Auf der anderen Seite entfallen Arbeitsvorgänge beziehungsweise können zusammengefasst werden.

Umlaufregale: Das Umlaufregal ist mit hohen Anschaffungskosten verbunden. Für die Horizontallagerung von Kleinteilen eigenen sich Karussellregale. Paternosterlager hingegen arbeiten nach der Vertikalmethode. Der Zugriff auf die Behälter mit Kleinteilen erfolgt bei beiden Regalsystemen manuell. Charakteristisch für räumlich abgeschlossene Umlaufregale, deren Betrieb nicht sehr personalintensiv ist, ist laut Angaben der Hersteller eine hohe Umschlagleistung bei bestmöglicher Raumnutzung. Auch sukzessive Erweiterungen sollen jederzeit problemlos möglich sein. Einschränkungen gibt es hingegen in puncto Flexibilität. Problematisch sind beispielsweise die Abwicklung von Eilaufträgen oder das Abfedern von schwankenden Auftragsvolumina. Eine vergleichbare Lösung für verdichtete Lagerung auf geringer Stellfläche inklusive automatisierter Bereitstellung sind Liftregale.

In die Kategorie Regallösungen fallen Hochregale und Konstruktionen für die automatische Kleinteilelagerung. Bei Hochregal-Silos sind die Regale als tragende Unterkonstruktion für das Dach und die Fassade ausgeführt. Sie sind gefragt, wenn Lagerraum in der Höhe optimal genutzt werden soll und eine hohe Umschlagleistung großer Warenmengen zu realisieren ist. Letzteres gilt auch für die automatische Kleinteilelagerung. Eine Variante, deren Anwendungsbreite steigt, sind Shuttle-Regale, in denen automatisierte Trägerfahrzeuge in Kanälen verfahren. Sie eignet sich in erster Linie für hohe Warenbestände bei vergleichsweise geringer Sortimentsvielfalt. Realisierbar sind sowohl das LiFo- als auch das FiFo-Prinzip.

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Das sollten Sie wissen:

* Sabine Vogel M.A. ist Fachjournalistin in 44227 Dortmund, Tel. (02 31) 1 20 69 81, mail@sabinevogel.de

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