Zerspanung Rother Technologie GmbH & Co. KG: ATS kombiniert mit einem speziellen Kühl-Gas

Redakteur: Matthias Vogel

>> Schwierig zu zerspanende Materialien nehmen zu. Um in Zukunft prozesssicher, wirtschaftlich und umweltschonend produzieren zu können, sind die Hersteller auf die Innovationskraft ihrer Technologiepartner angewiesen. Einer dieser Trendsetter ist die Rother Technologie GmbH & Co. KG. Mit ihrer Aerosol-Trockenschmierung ATS sowie kryogenen Kühltechnologie Cryolub sind bei der Zerspanung von Hightech-Werkstoffen gegenüber herkömmlicher Kühlschmierung heute schon enorme Performancesprünge möglich.

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Sollte in Primärfunktion ATS zur Prozesskühlung in speziellen Anwendungen nicht ausreichen, kommt die neue Kühlschmiertechnologie Cryolub zum Einsatz. Mit ihr lässt sich bei Bedarf die Zerspanungs-Kontaktzone auf bis zu –50 °C abkühlen.
Sollte in Primärfunktion ATS zur Prozesskühlung in speziellen Anwendungen nicht ausreichen, kommt die neue Kühlschmiertechnologie Cryolub zum Einsatz. Mit ihr lässt sich bei Bedarf die Zerspanungs-Kontaktzone auf bis zu –50 °C abkühlen.
(Bild: Rother Technologie GmbH & Co. KG)

«Zukunft schon heute erleben» – unter diesem Motto schicken sich die Schmiersystem- und Automationsspezialisten aus dem Schwabenland an, Hersteller in vielen Industriebranchen in die Lage zu versetzen, ohne grossen Adaptionsaufwand eine neue Kühlschmierstoff-Technologie einzuführen. Mit ihr lassen sich, so verspricht das Unternehmen, in vielen Anwendungen Produktivitätssteigerungen von bis zu 60 Prozent erreichen.

Hohe Prozesskompetenz in der Zerspanung

Der Familienbetrieb aus dem Biospährengebiet der Schwäbischen Alb gibt seit rund 30 Jahren in vielen Marktsegmenten sehr gute Visitenkarten für leistungsfähige Automatisierungs- und Softwarelösungen etwa für SPS-Steuerungen, Visualisierungssysteme und Antriebstechnik ab.

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Vor diesem Hintergrund entwickelte sich der Bereich Kühlschmierung in Zerspanprozessen zu einem immer wichtiger werdenden Geschäftsfeld. Und mit der neuen Aerosol-Trockenschmierung ATS hat Firmeninhaber Reiner Rother einen erfolgversprechenden, revolutionären Weg eingeschlagen.

Schon früh erkannte er, dass Minimalmengenschmierung MMS nicht das Optimierungspotenzial besitzt, um bei den zukünftig auftretenden Herausforderungen neuer Werkstoffe als Schmier- und Kühlmittel der ersten Wahl zu gelten. «Die notwendigen Leistungsverbesserungen sowie Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit, den Umweltschutz und die Hygiene lassen sich künftig mit MMS und weiteren herkömmlichen Kühl- und Schmierkonzepten nicht so ohne weiteres erreichen beziehungsweise erfüllen», erklärt Reiner Rother. «Dabei ist gerade die Kühlschmierung ein wichtiger Mosaikstein im Zerspan-Gesamtsystem und hat grossen Einfluss auf die Produktivität und Qualität.»

Die im Laufe der Jahre gewonnenen Erfahrungen mit Anwendern, Werkzeugmaschinenherstellern sowie aus Forschungsprojekten und der Mitgliedschaft im Machining Innovations Network e.V. waren und sind wichtige Impulsgeber zur Entwicklung der neuen Technologie. ATS ist heute, so Rother, als Schlüssel zur ressourcen- und kosteneffizienten Fertigung bei der Bearbeitung eines breiten Materialspektrums anzusehen.

Temperaturvermeidung statt Bekämpfung

Herzstück der neuen Technologie sind die Aeorosol-Steuergeräte Aerosol Master 4000 beziehungsweise 4000c. Sie erzeugen in einem Druckbehälter aus geringen ml-Mengen Schmierstoff ein äusserst feines Aerosol mit Schmierpartikeln im Mikrobereich. Konstant geregelt dem Bearbeitungsprozess intern per Kühlkanal oder extern über eine Sprühdüse verlustfrei exakt an die Schneide zugeführt, sorgt das Aerosol für optimale Schmierung direkt am Schnitt und reduziert so wirkungsvoll das Entstehen von Reibungswärme. Reiner Rother: «Hitze vermindern statt bekämpfen, heisst unsere Devise.»

Sollte in Primärfunktion ATS zur Prozesskühlung in speziellen Anwendungen nicht ausreichen, kommt der Aerosol Master 4000c ins Spiel. Er kombiniert ATS mit einem speziellen Kühl-Gas. Mit dieser neuen Kühlschmiertechnologie lässt sich bei Bedarf die Zerspanungs-Kontaktzone auf bis zu –50 °C abkühlen.

Ressourcen und Umwelt werden geschont

Die Liste der Vorteile von ATS und Cryolub ist lang. So lassen sich beispielsweise erhöhte Schnittgeschwindigkeiten und Werkzeugstandzeiten erreichen. Die erreichbare Oberflächengüte wird besser, und es kommen trockene Späne zur Entsorgung und trockene Werkstücke zur Weiterverarbeitung. Entsorgungs- und Bereitstellungskosten von Kühlschmiermitteln entfallen. Auch die Arbeitsplätze bleiben sauber, und Ressourcen und Umwelt werden geschont.

Reiner Rother: «Sorgte in den 90er-Jahren die MMS schon für Furore, so steht uns mit ATS und Cryolub Ähnliches bevor. Jedem Interessenten konnten wir bisher zu deutlichen Produktivitätssprüngen verhelfen. Und wer die neuen Verfahren testet, will erfahrungsgemäss schnell umrüsten. Denn genau hier liegt ein besonderer zusätzlicher Vorteil: Im Gegensatz zu anderen Verfahren, die mitunter lange Prüf- und Konfigurationsphasen benötigen, die sich über viele Monate hinziehen können, lässt sich ATS bzw. Cryolub nach einem kurzen Testzyklus problemlos in den jeweiligen Prozess – von der Bohrmaschine bis hin zum komplexen Bearbeitungszentrum – implementieren und auf die Anwendung optimal einstellen. Lange Maschinen- und Produktionsstillstände sind daher ausgeschlossen.» Durch individuelle Anpassung und Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern auf den Gebieten Schmierstoffe, Maschinenanbindung, Werkzeuge, Absaugung und weiteren Komponenten bietet Rother-Technologie damit massgeschneiderte, ganzheitliche Lösungen. Reiner Rother: «Die Nachfrage nach ATS und Cryolub wird immer grösser. Darauf haben wir reagiert und durch neue Produktionsstätten unsere Kapazitäten angepasst.» <<

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