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Bahntechnik Siemens und Bombardier verhandeln über Bahnfusion

| Autor / Redakteur: dpa / Franz Graser

Der kanadische Bombardier-Konzern und Siemens sprechen über eine mögliche Zusammenlegung ihrer Eisenbahnsparten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Unternehmenskreise.

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Der Nahverkehrszug Talent 2 von Bombardier wird unter anderem von der S-Bahn Nürnberg eingesetzt.
Der Nahverkehrszug Talent 2 von Bombardier wird unter anderem von der S-Bahn Nürnberg eingesetzt.
(Bild: Bombardier)

Ein mögliches Gemeinschaftsunternehmen würde demnach den Bau von Zügen und die Signaltechnik umfassen. Die Gespräche liefen seit Jahresanfang, eine entsprechende Vereinbarung könnte bis Mitte des Jahres zustande kommen, hiess es. Sprecher von Siemens und Bombardier wollten den Bericht auf Anfrage der dpa nicht kommentieren.

George Ferguson, Senior Analyst bei Bloomberg, deutete an, dass Siemens und Bombardier mit einem möglichen Joint Venture ihre Wettbewerbsposition verbessern könnten. „Im Geschäftsbereich Bahntechnik gibt es zu viele Wettbewerber, vor allem aus China“, betonte Ferguson. Der Analyst vermutete auch, dass sich ein Verbund aus Siemens und Bombardier möglicherweise um Aspekte der Bahntechnik mit hohem IT-Anteil wie etwa Informationssysteme kümmern könnte; hier seien auch höhere Margen zu erzielen.

Die Zugsparte des kanadischen Flugzeug- und Bahnkonzerns hat angekündigt, weltweit 5000 Arbeitsplätze zu streichen. Unklar ist, wie stark dies die deutschen Standorte mit aktuell 8500 Beschäftigten trifft: Hennigsdorf, Görlitz, Bautzen, Kassel, Mannheim, Braunschweig und Siegen. Ende März hatten in Berlin rund 1000 Bombardier-Mitarbeiter gegen einen möglichen Stellenabbau protestiert.

Das Management will seine Pläne im Juli offenlegen. Bombardier hatte erst im vergangenen Jahr 1430 Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen, um die Standorte profitabel zu machen.

Ein Zusammenschluss mit der Siemens-Zugsparte würde kartellrechtliche Zustimmungen benötigen und vermutlich auch auf Widerstand der Gewerkschaften stossen, hiess es bei Bloomberg. Bereits Mitte 2015 hatte es Spekulationen über eine Fusion gegeben. Damals hatte Bombardier Verhandlungen dementiert.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf unserem Partnerportalelektronikpraxis.vogel.de veröffentlicht.

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